Das Gruselkabinett aus Verlierern

Grafik: TP

Der Untergang von Schulz, Merkel und der SPD - Ein Kommentar

Fast hätte man vergessen, dass wir seit September 2017 ohne Regierung dastehen. Vermisst hat sie sicherlich niemand und siehe an: das Land hat trotzdem funktioniert. Jetzt, nach vier Monaten und zwei Anläufen, soll die Regierungsbildung abgeschlossen sein. Da muss man neidlos anerkennen, dass manche weniger fortschrittliche Länder schneller zu Potte kommen. Wesentlich schneller einig waren sich Union, SPD, Grüne und FDP dafür bei der Erhöhung der Diäten im Dezember 2017. Aber Schwamm drüber.

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Nun hat sich unsere politische Elite aus der vorherigen und eigentlich abgewählten Großen Koalition auf Teufel komm raus darauf geeinigt, sich an der Macht festzukrallen und eine zweite Auflage der unbeliebten GroKo zu schaffen. Grund hierfür ist auch die Angst vor Neuwahlen und einem weiteren Erstarken der AfD. Diese wird aber von einer Neufauflage der GroKo so oder so profitieren und unserer Ansicht nach die SPD in der Wählergunst überholen.

Wieder kommt zusammen, was nicht zusammengepasst hat, nicht zusammen sein will und vor allem nicht zusammengehört. Aber die macht- und selbstverliebten Hauptdarsteller Schulz, Merkel und Seehofer wollen um jeden Preis regieren. Und der Preis hierfür ist hoch - sehr hoch!

Schon die erste GroKo hat nichts Wichtiges initiiert und sich mit Nebenbaustellen intensiv beschäftigt. Auf der Strecke blieben das Land und essenzielle Themen wie Infrastruktur und Digitalisierung (wo wir im internationalen Vergleich auf dem absteigenden Ast sind).

Was erwartet man sich bitte schön von einer Fortsetzung? Wenn z.B. ein Film floppt, wird doch auch keine Fortsetzung gedreht, weil jeder weiß: Besser wird es nicht, weil die Story einfach schlecht ist.

Ganz nach dem Merkel-Motto: "Wir schaffen das" hat man den Wählerwillen gekonnt ausgeblendet und gezeigt, was man vom Wahlergebnis und der Meinung der Bürger insgeheim hält. Die bitterere Erkenntnis ist jetzt schon: Es geht nicht um das Wohl der Menschen oder des Landes, sondern es geht vor allem um Macht, um Posten, um die Versorgung von altgedienten Merkelgetreuen, um Pensionen und Opportunismus.

Der Koalitionsvertrag und die Ministerienvergabe ist eine Bankrotterklärung unserer Politik und vor allem von Angela Merkel und der schwachen Führungsriege der CDU. Inhaltlich ist die CDU nicht definierbar - genauso wenig wie die SPD. Beide ehemaligen Volksparteien sind inhaltsleer und bereit, für die Macht alle Prinzipien und Ideale über Bord zu werfen. Dies wird sich in Zukunft bitter rächen.

Sagte Merkel im Oktober 2017 nicht folgendes:

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Es ist offenkundig, dass die SPD auf Bundesebene auf absehbare Zeit nicht regierungsfähig ist.

(Angela Merkel)

Um aber ihre Macht zu erhalten hat sie genau dieser Partei nun die wichtigsten Ministerien geschenkt und geht die Gefahr ein, dass Inkompetenz dieses Land weiter in den Abgrund führt. Mit nur 20% der Wählerstimme erhält die SPD 40% der Ministerien!

Wir sind fassungslos und wütend! Schon als Martin Schulz nur Kanzlerkandidat der SPD war, war er maßlos überfordert - wie soll das erst auf der Weltbühne der Politik werden, wenn er diese als Außenminister betritt? Der Posten ist ihm nicht nur eine, sondern zehn Nummern zu groß und er wird sensationell scheitern und dabei Deutschland lächerlich machen. Wir erwarten, dass Schulz seine dogmatische Einstellung weiterhin vertritt und diese nun vermehrt mit deutschen Steuergeldern ausstattet, um den gescheiterten Euro und die EU voranzubringen - auf Kosten der Bürger.

Wäre es ihm tatsächlich um Europa gegangen, hätte er sich nicht in das Prestigeamt des Außenministers begeben dürfen. Aber alles andere hätte ja richtig Arbeit bedeutet. Der Reisejob ist natürlich genau sein Ding. Große Auftritte, Wichtig sein, Reden schwingen, Hände schütteln, dem Volk zuwinken, viele Worte und wenig Inhalt und keine Taten. Auch Genosse Olaf Scholz hat alles was er zuvor zur GroKo gesagt hat für Macht und ein Ministerium über Board geworfen. Jeder ist sich nun mal selbst der nächste … Hoffentlich ufert der Bundeshaushalt unter seiner Regie nicht so aus, wie die Kosten für die Hamburger Elbphilharmonie. Die Chancen, dass eine neue Finanzkrise wieder ein SPD-Finanzminister stemmen muss, stehen nicht schlecht.

Als Demokrat und Wähler ist diese Entwicklung äußerst frustrierend. Gewinner gibt es wenige - Verlierer zuhauf: Vor allem wir Bürger und die Demokratie haben jetzt schon verloren. Deutschland wird ebenfalls einen weiteren fatalen Stillstand erfahren - und es wird teuer!

Merkel hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und steht damit ihrem Ziehvater Helmut Kohl in nichts nach. Das Ende der Ära Merkel hat schon begonnen und ihre Zeit ist vorbei. Trotz allem wird weiter gemacht und der Schaden maximal erhöht. Die CDU führt Merkel komplett ad absurdum.

Wie wichtig ihr der Kanzlerposten ist, zeigt sich darin, welche Ministerien sie der SPD geopfert hat. Wer nun aber glaubt, dass die SPD Gewinner dieser Verhandlungen ist, täuscht sich gewaltig. Die SPD - und vor allem der EU-Bonze Schulz - sind grandios gescheitert. Selbst innerhalb der SPD ist Schulz unbeliebter als mancher CDU Politiker - und das will schon was heißen. Wir sind uns sicher, dass die SPD bei der nächsten Wahl weiter verlieren und deutlich unter 20% fallen wird. Ihr wird das selbe Schicksal zuteil wie den Sozialdemokratischen Parteien in Italien, Österreich, Frankreich usw. Sie wird in der Nichtigkeit verschwinden. Vor allem mit einem Sympathieträger wie Andrea Nahles an der Spitze ist das Ende der SPD vorprogrammiert. Mit ihr gewinnt man keinen Pott und schon gar keine Wahlen. Wenn das die Spitze der SPD ist, sind Wahlniederlagen und ein Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit garantiert. Nahles und Schulz sind das perfekte Bild für das, was falsch läuft bei Berufspolitikern und warum wir ein enormes Eliteproblem haben.

Jetzt kann man nur noch hoffen, dass die SPD-Basis der kompletten Vernichtung der SPD entgegentritt und gegen die Fortsetzung der GroKo stimmt - auch zum Wohl des Landes. Falls nicht, darf sich bitte keiner echauffieren und wundern, wenn bei der nächsten Wahl die Altparteien weitere Prozente verlieren und AfD und Linke hinzugewinnen. Die Negativauslese in unserer politischen Landschaft ist schon bemerkenswert. Wenn Schulz jetzt wieder ganz nach oben gespült wird und Außenminister wird, und Nahles Chefin der SPD, wird jedem klar: Wir brauchen einen radikalen Wandel in der Politik!

Man kann wahrlich nicht soviel essen, wie man GroKo(tz)en will.

Zum guten Schluss: Schauen Sie sich dieses Video an. Es geht nichts über aufrichtige, ehrliche und charaktervolle Berufspolitiker. Da darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen eine Politikverdrossenheit pflegen oder nach Alternativen suchen und finden.

Dieser Mann wird, sofern die SPD Basis dem zustimmt, unser Land weltweit präsentieren.

Marc Friedrich und Matthias Weik haben die erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der letzten Jahre verfasst und haben viele Vorhersagen getroffen, die eingetroffen sind. Weitere Informationen zu den beiden Bestsellerautoren und Honorarberatern finden Sie auf ihrer Website, Facebook und Twitter.

(Marc Friedrich und Matthias Weik)

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