Das Kommunikationsdilemma der Reproduktionszahl R

Zu den Ergebnissen einer quantitativen Analyse der Infektionszahl

Anhand grafischer Darstellungen wie im Bild 1 wurden zunächst die Parameter der "am besten" angenäherten Potenzgleichungen für einzelne aufeinanderfolgende Zeitabschnitte x1 bis x2 ermittelt (Forderung R2 > 0,99). Diese werden in Tabelle 1 zusammengefasst angegeben.

Tabelle 1: Parameter der Potenzgleichungen für die Infektionszahl in DE vom 27. Januar bis 16. Mai 2020 für verschiedene Zeitabschnitte
(Die Ergebnisse in der Tabelle, wie auch in Nachfolgenden Abbildungen, basieren auf den Meldungen der Infektionszahlen der Berliner Morgenpost.)

Nach der anfänglichen Episode in Bayern, die beherrscht werden konnte, auch weil eine chinesische Geschäftsfrau unmittelbar nach Rückkehr über ihre während der Rückreise nach China ausgebrochene Erkrankung informierte (es ist zu hoffen, dass es dieser Frau gut geht und dass ihr jemand ausdrücklich gedankt hat) kamen Karneval oder Fasching und die woher auch immer rückkehrenden Ski-Urlauber. Diese lösten die zweite Phase eines meist so genannten "exponentiellen Anstiegs" aus und dauerte mit einer Infektionsrate P ≈ 12 über drei Wochen! Drei Wochen! Trotz der Erfahrungen aus China und Italien! Erst nach 10 Tagen wurden Großveranstaltungen abgesagt.

Die sich ab dem 21. März anschließenden Zeitabschnitte mit abnehmenden Infektionsraten hatten eine Zeitdauer von zunächst jeweils etwa einer Woche.

Bild 1 zeigt auszugsweise, wie sich die SARS-CoV-2-Infektionszahl (y-Achse, logarithmisch) mit der Zeit in Tagen (x-Achse, logarithmisch) entwickelt hat. Eingetragen sind die potentiellen Trendlinien, zur besseren Veranschaulichung extrapoliert in Vergangenheit und Zukunft. Die Potenzgleichungen sind nur für den Zeitabschnitt 2 und für den hier letzten, 11. Zeitabschnitt eingetragen.

Bild 1: Doppelt-logarithmische Auftragung der SARS 2 Infektionen in DE seit dem 27.01.2020; Datenpunkte aus angegeben Quellen;
Linien: Trendlinien potentiell und beispielhaft die dazu gehörenden Gleichungen für die Zeitabschnitte 2 und 11

Im Bild 2 werden alle seit dem 5. Februar 20 in der Berliner Morgenpost berichteten Fallzahlen dargestellt und mit den abschnittsweise mit Gleichung (1) berechneten Werten der Infektionszahl verglichen.

Bild 2: Sars-CoV-2-Infektionen in doppelt logarithmischer Auftragung der bestätigten Gesamtinfektionszahl im Vergleich mit dem berechneten Verlauf

Im Bild 3 stellen wir den zeitlichen Verlauf der Infektionsrate P dar. Im Gegensatz zu bisher vorgelegten Daten für die "Reproduktionszahl R" nimmt die Infektionsrate P seit Tag 54 (20. März) ab.

Bild 3: Darstellung der zeitlichen Abnahme der Infektionsrate (die eingetragenen Linien dienen nur der Führung des Auges)

Der Abfall der Infektionsrate P erfolgt stufenweise: Nach dem verteufelt langem Zeitabschnitt 2 zunächst nahezu im Wochenrhythmus, abgebildet von den abschnittsweise geltenden Potenzfunktionen. Dies kommt auch im Bild 4 zum Ausdruck, mit dem die täglichen Neuinfektionen dargestellt und mit den aus den Potenzfunktionen berechneten Werten verglichen werden.

Bild 4: Tägliche Neuinfektionen: Vergleich der gemeldeten Fallzahlen mit dem berechneten Verlauf

Im Bild 5 werden die 7-Tagemittel der gemeldeten Infektionszahlen mit den aus den Potenzfunktionen errechneten Ergebnissen vergleichsweise dargestellt.

Bild 5: 7-Tage-Mittel für Neuinfektionen – Vergleich der Mittel gemäß Quelle mit den aus den Potenzfunktionen berechneten Mittelwerten bis Tag 115. Ebenfalls angegeben sind die ab Tag 107 prognostizierten Verläufe an Neuinfektionen für verschiedene Infektionsraten P.