Der Bitcoin-Crash ist programmiert

Bitcoin: falscher goldener Schein? Bild: BTC Keychain, CC BY 2.0

Der permanent steigende Stromverbrauch zwingt die marktstärkste Kryptowährung in ein Ponzi-System. Verebben die Geldzuflüsse, kommt der Absturz

Der Bitcoin verbraucht seit seiner Einführung 2009 immer mehr Strom. Derzeit entspricht der Stromverbrauch etwa demjenigen der Schweiz oder der Niederlande oder dem von 30 Millionen deutschen Haushalten.

Bis jetzt wurden die dramatisch steigenden Stromkosten und die enormen Gewinne der früheren Einsteiger über neu hinzukommende Anlegergelder finanziert, die den Preis der Kryptowährung immer höher trieben.

Das Ganze beruht auf einem Schneeballsystem. In dem Moment, in dem keine oder nicht mehr ausreichend viele Neugelder in Bitcoin-Anlagen fließen, bricht das Ponzi-Schema zusammen und der Bitcoin crasht. Der permanent wachsende Stromverbrauch ist ein Konstruktionsfehler von Bitcoin. Ein Absturz ist einprogrammiert.

Stromverbrauch

In den letzten Jahren erscheinen immer mehr Artikel, die auf den hohen Stromverbrauch von Bitcoin hinweisen. Die Schätzungen, die auch von Bitcoin-Anhängern nicht angezweifelt werden1, gehen von einem derzeitigen Stromverbrauch zwischen knapp 70 und 135 Terawattstunden aus.

Eine Terawattstunde (TWh) entspricht tausend Gigawattstunden (GWh) oder einer Million Megawattstunden (MWh) bzw. einer Milliarde Kilowattstunden (KWh). Zum Vergleich: Ein mittleres Atomkraftwerk produziert jährlich etwa elf Terawattstunden Strom. Das reicht für etwa 3,5 Millionen deutsche Haushalte.

Bitcoin verbraucht also momentan ungefähr so viel Strom, wie sechs bis zwölf Atomkraftwerke produzieren oder 22 bis 42 Millionen deutsche Haushalte benötigen oder beansprucht, je nach Schätzung, so viel Strom wie Österreich (68 TWh) oder Schweden (133,5 TWh).

Eine Untersuchung von April 2021, die bei nature erschien, prophezeit dem Bitcoin bis 2024 gar einen Stromverbrauch von deutlich über 300 TWh, was ebenso viel wäre wie ganz Italien benötigt.

Das klingt nach einem absurd hohen Stromverbrauch. Und das ist er auch. Man kann die Absurdität noch anders ausdrücken. Eine einzige Bitcoin-Transaktion, also umgangssprachlich eine Bitcoin-Überweisung, hat einen so großen CO2-Fußabdruck wie 1,88 Millionen Visa-Überweisungen und verbraucht so viel Strom wie ein durchschnittlicher US-Haushalt in 61 Tagen.

Bereits 2017 erzeugte eine Bitcoin-Transaktion in etwa den CO2-Ausstoß einer 200-Kilometer-Fahrt mit einem Hummer-Geländewagen. Mittlerweile ist es ein Vielfaches davon.

Die Deutsche Bank verbrauchte 2019 0,508 Terawattstunden Strom, 2018 0,534 und 2017 0,552 TWh, somit von Jahr zu Jahr weniger, Visa 2018 0,44 Terawattstunden.

Bitcoin beansprucht also etwa 135 bis 270 mal so viel Strom wie die Deutsche Bank oder Visa. Mit etwas gesundem Menschenverstand betrachtet erscheint der Energieverbrauch von Bitcoin absurd hoch. Und das ist er auch. Woran liegt das?

Ursachen für den hohen Stromverbrauch

Der Grund für den hohen Stromverbrauch liegt an der Blockchain-Konstruktion mit dem Proof-of-work-System, das über dezentrale Rechnerleistungen Verschlüsselungsaufgaben vollbringt.

Dieses System garantiert die Anonymität sowie die Sicherheit der Bitcoins. Die Rechenoperationen werden im Laufe der Zeit allerdings immer komplizierter, sodass trotz steigender Rechnerleistungen und effizienter werdender Rechner die Rechenoperationen immer aufwändiger, länger und damit stromintensiver werden.

Die wichtigsten Kryptowährungen (12 Bilder)

Bitcoin. Start: 2009. Marktanteil: 57,9 Prozent. Marktkapitalisierung: 197,855 Mrd. USD. Mining: SHA-256. Stand: Oktober 2020. Quelle: Wikipedia

Die Blockchaingröße, gemessen in Gigabyte, steigt ständig an. Seit seiner Gründung 2009 ist der Stromverbrauch von Bitcoin daher in ungeheurem Maße angestiegen.

Anfangs waren die Produktionskosten, also vor allem die Stromkosten, um einen Bitcoin herzustellen, mit etwa sieben US-Cent unglaublich gering (Stand 10.7.2021). Mitte 2014 verbrauchte das Bitcoin-Netzwerk etwa acht TWh. Seit 2014 hat sich der Stromverbrauch etwa veracht- bis verdreizehnfacht. Das kann schwerlich so weitergehen.