Der Brunner-Affekt

Französische Krankenhausangestellte vor CT mit Müllsack als improvisiertem Kittel. Foto mit freundlicher Genehmigung von Bastien Parisot (La France Insoumise): "Herr Macron, Sie haben die Situation von Tausenden von Pflegern verschlechtert. Sie haben die öffentliche Gesundheit aus reiner Ideologie in Gefahr gebracht."

Kommentar: Die Corona-Krise als Labor für gesellschaftliche Veränderungen

Das Virus als "weniger tödliche Waffe" aus dem Labor des Finanzkapitalismus? Was wäre, wenn wir als Konsumenten überflüssig sind? Bestenfalls 7 Milliarden Körper zum Impfen. Vielleicht auch das nur, damit "jemand" an der Börse auf den Impfstoffhersteller wetten kann. Ein Albtraum? Wenn wir nach der Quarantäne aufwachen, werden wir dankbar sein, noch zu leben - egal unter welchen Bedingungen.

Der Autor stellt als Abschluss seiner Reihe über die Auswirkungen von Corona auf den Alltag die These auf, dass wir die Herausforderungen, die eine Welt nach dem Ende der Pandemie für uns bereithält, bewältigen können. Aber nur, wenn wir uns sehr anstrengen.

1. Mobilmachung

in dem unsittlichen staatsabgrunde, der sich hier aufthat, erblickte er sogleich die greulichen folgen
der zukunft.
Albert Bielschowsky, Göthe 1, 369
in: Grimms Wörterbuch Bd. 17, Spalte 287 ff.

Unter dem Label "Covid-19" kommen Seuche, Wirtschaft und Politik in einem Begriff zusammen. Sie erzeugen eine neue Kultur.

Nennen wir alle Aspekte dieser Kultur:

  • die Angst vor einer Krankheit, die alle an der Gurgel packt;
  • die Angst vor dem Massensterben von Grundrechten und gesellschaftlichen Werten;
  • die Angst vor bleibendem Verlust der Bewegungsfreiheit;
  • die Angst vor dem endgültigen Verschwinden des Einzelhandels;
  • die Angst vor der Nichtung aller beruflichen Aktivitäten unterhalb eines Konzern-Niveaus;
  • die Angst vor gewissenlosen Geschäftemachern, die, angetrieben durch den ebenso gewissenlosen Einsatz von Risikokapital, im Namen der Gesundheit genetische Experimente aushecken, die sie in ihren Laboren nicht unter Kontrolle halten können.

Nennen wir all das zusammen den "Brunner-Affekt".

Wer ist Brunner?

John Brunner ist ein legendärer Visonär, der in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine ganze Reihe von Romanen verfasst hat, die hohe Auflagen erreichten und die man besser nicht als Science-Fiction belächelt. Sie beschreiben unsere Welt präziser, als jede Studie von Wissenschaftlern es vermocht hätte.

Wer heute Strategien entwickeln will, wie wir aus der lähmenden Angst herauskommen, sollte sich zunächst überlegen, "wie wir in diesen Mist hineingeraten sind".

Wer nachzeichnen will, wie Seuchen sich ausbreiten, muss das Phänomen "Komplexität" kapieren. Wer wissen will, wie Wirtschaft funktioniert, muss eine Ahnung davon haben, womit man wirklich viel Geld verdient. Wer durchschauen möchte, wie Politiker ticken, schafft das nur, wenn er den Mechanismus entschlüsselt, wie man trotz menschenverachtender Ideen immer populärer werden kann.

Für tiefere Einsichten in den Brunner-Affekt müssen also Antworten auf mindestens drei komplexe Fragen gleichzeitig gedacht werden.

Gesetzt den Fall, es gibt ein Gehirn, das diese Herausforderung bewältigt: Ist sein stolzer Besitzer noch handlungsfähig, nachdem er alles "durchgerechnet" hat?

Ja. Aber Aktion ist nichts, das daraufhin von allein passiert. Wir müssen raus aus der Lethargie.

Im Krieg gegen die Viren kann man nicht erwarten, dass der Staat seine Soldaten ausreichend schützt. Man muss sich schon selbst kümmern. Das ist das Kernprinzip des Neoliberalismus. Hilf Dir selbst. Die Anordnung, wie sich die Bürger zu verhalten haben, kommt "von oben". Wie man sie im Alltag umsetzt und damit zurechtkommt, muss letztlich jeder selber sehen.

Der Krieg gegen die Viren macht dadurch die Widersprüche unserer Ordnung deutlich. Deshalb ist er eine Chance für alle, die wirklichen Wandel wollen. Ohne selbstorganisierte Mobilmachung kein Fortschritt.

Die französische Gewerkschaft SUD Santé Sociaux hat diesen Gedanken treffend und poetisch zugleich formuliert:

Wir haben die Zähne von Wölfen und das Gedächtnis von Elefanten.

Gewerkschaft SUD Santé Sociaux

Kein Feind ist "too big to fail". Bringen wir uns in Schwung! Denn es gibt nur drei Wege aus der Misere: mobil machen, mobil machen und mobil machen.

2. "Schafe blicken auf"

1972 erscheint der Text "Schafe blicken auf" von John Brunner. Er spielt in einer nicht datierten näheren Zukunft. Auf dem Umschlag der Erstausgabe sind menschliche Oberkörper zu sehen, die Schafsköpfe tragen. Die Schafe atmen durch Filtermasken. Warum?

Die Luft in Großstädten ist unerträglich. Um zu überleben, müssen Menschen permanent Gesichtsmasken tragen. Trotzdem verbrennt die Luft ihre Haut. Ihre Kleider verrotten beim Zusehen. Selbst Backstein und Beton zersetzen sich in der giftigen Luft. Die städtische Wasserversorgung geht in die Knie. Lebensmittel werden verdächtig. Sie sind voller Giftstoffe. Alle haben dauernd Schnupfen. Alle kratzen sich fortwährend, weil sich ihre Haut durch Mikroorganismen auflöst.

Die Märkte für Produkte zur Eindämmung dieser Probleme boomen. Filtermasken, Raumluftreiniger, persönliche Wasseraufbereitungssysteme, Medikamente gegen alle möglichen Sorten Krankheiten sind sehr gefragt. Die Menschen, die solche Produkte anbieten, verdienen unvorstellbare Mengen Geld in kürzester Zeit.

Schließlich kommt es zu einer Pandemie, ausgelöst durch mutierte Kolibakterien. Sie befallen Millionen von Menschen. Niemand ist in der Lage zu arbeiten. Die ganze Wirtschaft steht still. Monatelang.

Auf Seite 272 sagt der Protagonist Michael: "Man kann sich keine Hängepartie wünschen, die ein Leben lang dauert!" Wir müssen etwas tun, selbst tun. Denn die Nahrungsmittel werden knapp. Die Wasserfiltersysteme scheitern an der Menge der Killer-Bakterien.

Die Seuche in Brunners Text bricht im Dezember aus. Nach weniger als einem Jahr, im darauf folgenden November, ist nichts mehr, wie es zuvor war. Der Zerfall von Staat und Gesellschaft ist verheerend.

Gegen Ende des Buches brechen Straßenschlachten aus. Es gibt landesweite Aufstände wegen schlechter Gesundheitsversorgung, miserabler sanitärer Verhältnisse, Nahrungsmangel. Die "Schafe" erwachen. Sie bilden eine extreme Ökopartei und kämpfen für ihre Rechte. Was dann passiert, mag jeder selbst nachlesen.

Soweit Brunner. Ich kann nicht erkennen, dass er - vor knapp 50 Jahren - irgendetwas vergessen hat, das wir nicht heute auch erleben. Wer also wissen will, wie es im kommenden November 2020 aussehen könnte, wenn wir nicht dagegenhalten, beschaffe sich schnell ein Exemplar.

3. Micro-Dosis

Wer wie ich auf dem Land lebt, für den sind Seuchen Alltag. Es ist daher schon aus persönlichen Gründen notwendig, Komplexität zu verstehen: schwierige Zusammenhänge, die oft nicht sofort erkennbar sind.

Der folgende Abschnitt behandelt Beispiele, die auf den ersten Blick wenig mit dem gegenwärtigen SARS-Virus zu tun haben. Sie sollen auf einfache Art helfen, komplexe Zusammenhänge rund um das Thema Seuchen und industrielle Landwirtschaft zu verstehen.

Schon bevor ich vor zehn Jahren aus der Großstadt weggegangen bin, war ich oft bei Freunden in der Nähe von Rothenburg in Niedersachsen. Dort trennte man in einigen ländlichen Arzt-Praxen die Kinder der Bauern von allen anderen Kindern. Der Grund: multiresistente Keime. Gemeint war mit "Keim" natürlich nicht der Ursprung allen Lebens, sondern Krankheitserreger. Solche sogenannten Pathogene können Bakterien, Parasiten, Pilze, Viren oder andere Mikroorganismen sein.

Was war bei den Bauern los, dass ihre Kinder für Kinder von Nichtbauern gefährlich machte? Focus, wie immer "schnell auf den Punkt", erklärt es so: "Im Stallstaub fast jedes zweiten Bauernhofs finden sich multiresistente Keime. Wenn tierische mit menschlichen Stämmen fusionieren, drohen extrem gefährliche Erreger."

Meine Wohnung liegt im Biosphärenreservat. Anders, als man denken sollte, ändert das exakt gar nichts an der Art, wie Bauern hier ihre Höfe führen. Der Naturschutz ist ein zahnloser Tiger. Hinzu kommt: Der Naturschutz hat selbst Schwierigkeiten, Komplexität zu verstehen.

Ein Beispiel: Hier gibt es wertvolle, teilweise weit über 200 Jahre alte Alleebäume. Diese wurden in den vergangenen Jahren geradezu pandemisch, zumindest pan-europäisch von Prozessionsspinnern heimgesucht. Was daraus folgt, ist eine umgekehrte "Triage": Die jungen Raupen töten, um die Baum-Senioren zu retten. Die Geheimwaffe dafür lautet "spritzen" - mit einem Mittel namens Dipel ES, das angeblich präzise nur diesen einen Schädling beseitigt.

Wenn es das wirklich täte, wundern einen die strengen Auflagen: Nicht über Gewässern sprühen, nicht über Wohnanlagen, nicht über Wiesen. Dipel ES ist laut Umweltbundesamt die "umweltfreundlichere Bekämpfungsmaßnahme" im Krieg gegen den Spinner. Es ist die "biologische" Alternative zu einem Mittel mit dem ehrfurchtgebietenden Produktnamen "Karate Forst flüssig", das, glaubt man dem Namen, wohl eher wie die Axt im Walde wirkt.

Als ich einmal unter freiem Himmel arbeitete, kam das Sprühflugzeug, wendete über der Elbe, schaltete dort die Düsen an und nebelte mich, zwei sorgsam gepflegte Feuchtgebiete, sogenannte "Qualmwasserteiche" in der Uferzone, das Haus, den Hof, alle Glasscheiben, die gesamte Wiese und am Ende der Strecke auch ein paar befallene Bäume ein. Ich hoffe, das war ein einmaliger Ausrutscher.

Jedenfalls hatten wir vorher jede Menge Frösche, darunter die so gut wie ausgestorbenen grünen Laubfrösche, die wie kleine Hunde bellen und erfreulich zahlreich auf unseren Bäumen hockten, Kröten, einige Schwärzlinge der Ringelnatter und ziemlich viele Sorten Tagfalter im Garten. Seit dem Dipel-ES-Luftangriff: Kohlweißlinge. Sonst nichts mehr.

Ich habe in der Biosphärenverwaltung nachgefragt. Ich konnte nicht glauben, dass ein Mittel, "speziell" gegen Prozessionspinner, Reptilien und Amphibien tötet. Ich war aber skeptisch, denn das Resultat betraf nicht nur meinen Garten.

Die Antwort kam in Form von zwei PDFs: vom Umweltbundesamt (die Broschüre "Eichenprozessionsspinner. Antworten auf häufig gestellte Fragen") und ein Auszug aus dem Werk "Toxikologie" von Marquardt et al., wo ab Seite 738 der Wirkstoff von Dipel ES behandelt wird: das Bacillus Thuringiensis, ein Mikroroganismus, der 1911 erstmals aus der Larve der Mehlmotte isoliert wurde.

Nun, Dipel ES ist ein Breitbandwirkstoff, der "freifressende Schmetterlingsraupen" angeblich "selektiv" erwischt und andere Insekten "weniger direkt schädigt". Soweit das Bundesfachamt für unsere Umwelt.

Ich würde gern an dieser Stelle eine unzulässige Parallelisierung vornehmen: "weniger direkt" - das erinnert mich an "non-lethal weapons", die übersetzt "weniger-tödliche Waffen" heißen. Kann man "weniger" sterben?

Dipel S tötet also die Nahrungsgrundlage der Tiere, die aus meinem Garten verschwunden sind. Sie sterben nicht an der "Thüringer Bazille". Sondern an Hunger. Tot ist tot. Bei den Schmetterlingen erwischt es leider "direkt" die Raupen. In den letzten zwei Jahren kam noch massive Trockenheit dazu. Zwei Jahre Dürre. Die von den Spinnern geschädigten Eichen fallen jetzt ohnehin massenhaft um. Aber Dürre entsteht ja vermutlich nicht unmittelbar aus gutem Klima. Na ja, was soll man tun?

Sicher waren diese Bäume sowieso überaltert.

Ein drittes Beispiel. Ich lebe in einer Region, die nur zwei Einnahmequellen kennt: Tourismus und Landwirtschaft. Hier ist es schön. Aber es stinkt. Für den Tourismus ist außer dem Radwanderweg entlang des "Grünen Bandes" vor allem der auffällig hohe Storchenbestand ein Magnet.

Weil seit einigen Jahren die Störche wegbleiben, wurde nach Gründen gesucht. Das Ergebnis: Für den "besorgniserregend" starken Rückgang der Vögel ist das Verschwinden "artenreicher Grünlandflächen als Futtergrundlage" verantwortlich.

Was heißt das? Früher war die größte Dichte von Weißstorchbrutpaaren stets in unmittelbarer Nähe der großen Tierzuchten zu finden. Der Dung wurde wie heute auf die Wiesen ausgebracht. Er lockte Käfer und andere Insekten an, die am Zersetzungsprozess der Ausscheidungen beteiligt waren und den Jungstörchen als Nahrung dienten. Heute werden ganze Vieh-Herden oft prophylaktisch medikamentiert, statt dass man einzelne erkrankte Tiere isoliert.

Die ausgebrachte Gülle ist eine Art verdünntes Wurmmittel. Sie tötet die Insekten. Der unzersetzte Dung verbrennt das Gras. Es entsteht weniger Aufwuchs. Das Habitat der Insekten verschwindet und mit ihnen die großen Vögel. Das Problem ist lang bekannt: Ein sehr schöner Kurzfilm von 1972 zeigt den komplexen, aber verstehbaren Zusammenhang.

Passiert ist seit 1972 nicht nur nichts. Es ist sogar deutlich dramatischer geworden. In einem Interview hat Randolph Menzel, der große Experte für das Bienengehirn, gesagt: 80% der Insekten-Biomasse sind weg. Die Mehrzahl davon unwiederbringlich. Die artenreiche Wiese, der Regenwald Europas, verschwindet unter den breiten Reifen der Agrarindustrie. Die artenarme, genetisch magere Wiese aber besitzt keinerlei Bremseffekt für die Ausbreitungen von Krankheitserregern.

Welche aktuellen Bezüge dies hat, kann, wer mag, in zwei aufschlussreichen Quellen nachlesen. Der Evolutionsbiologe Rob Wallace erklärt, wie "große Farmen große Grippe" machen. Sonia Shah erläutert, warum eine immer raschere Zerstörung von natürlichem Lebensraum die Verwundbarkeit durch Pandemien erhöht.

Wir wissen das alles. Die kleinste Dosis, die man künstlich hinzufügt, kann das gesamte System zum Kippen bringen. Wir kennen die Zusammenhänge. Praktisch alle Folgen sind bekannt. Jedenfalls ist klar: Nichts wird folgenlos bleiben.

Aber die Wirtschaft entscheidet sich trotzdem für den gefahrvollen Weg.

Nachdem Microsofts' Bill Gates mit "farm foward 2.0"-KI in den Traktor-Giganten John Deere und damit ganz groß in die industrielle Landwirtschaft eingestiegen ist, war klar, dass eine deutliche Investition in Impfstoffhersteller der nächste wichtige Schritt sein würde.

Das Geschäftsprinzip, dass jeder Weltbürger ein "micro"-Produkt abnimmt, hat sich von der Firmengründung 1975 bis zum 15. April 2020 durchgehalten. Mit 7 Milliarden kleinster Dosen lässt sich durchaus "Staat machen".

Technologien politischer Kontrolle

4. Schleim, Saft, Gift

Der folgende letzte Abschnitt meines Textes befasst sich mit der Kooperation von Politik und Wirtschaft zum Thema Sicherheit. Ich betrachte dabei die enormen Investitionen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten in den Ausbau neuer Technologien zur Kontrolle und Gefahrenabwehr im öffentlichen Raum getätigt wurden.

Ich setze dieses Investment ins Verhältnis zu der als bekannt vorausgesetzten Tatsache, dass in der gleichen Zeit eine Reichtums-Umschichtung von historischer Dimension stattgefunden hat.

Die These dabei ist, dass sowohl ein erfolgreiches Einschwören aller Bürger auf diese Technologien, als auch die Umschichtung von Arm zu Reich massiv dazu beigetragen haben, den Demokratien einen zunehmend autoritären Charakter zu verpassen.

Die Übersetzung für den lateinischen Begriff "virus" lautet "zähe Feuchtigkeit, Schleim, Saft, [speziell:] Gift". Als ich das zum ersten Mal las, hat es mich unmittelbar an die futuristische Wehrtechnik denken lassen, die im "Kampf gegen den Terror" plötzlich auftauchte. Diese teils abstrusen Wirkmittel waren für den "asymmetrischen Krieg" erfunden wurden: ein Krieg, der keine Frontlinie kennt und einen unbekannten Feind ins Visier nimmt.

Die neuen Waffen wurden "Technologien politischer Kontrolle" genannt - nach einem Gutachten, das der britische Technikfolgen-Bewerter Steve Wright für die EU-Kommission STOA ("Bewertung technologischer Optionen") seit dem Jahr 1998 verfasst hatte.

In Steve Wrights Report an die EU las man auf über 1000 Seiten von neuartigem zähem Klebschaum, in dem Personen stecken bleiben, Gleitpasten, die man bei Demonstrationen auf die Straße schmiert, so dass niemand mehr darüber laufen kann. Man fand in dem Abschnitt über Aufstandsbekämpfung Beschreibungen von moduliertem Strom, der lähmt, von Mikrowellen-Strahlern, neuartiger Chemie zum Versprühen, die heftige, aber "reversible Effekte" erzeuge: Das Ziel stirbt nicht für immer.

Es gäbe sogar bereits "genetisch modifizierte" giftige Gase, ist dort zu lesen, die nur auf Leute mit dem passenden Profil wirken. Ich habe dazu in Telepolis umfänglich publiziert: Die Erfindung der Elektroschockwaffe, Die politische Technologie der Pein, Medizinische Aspekte der Schmerzerzeugung, Die Gesellschaft ohne Schmerzen und Eine andere Gewalt ist möglich.

Warum erwähne ich dies im Zusammenhang mit der Pandemie eines "natürlichen" Virus? Die Schrecken, die solche Waffen verbreiten sollen, erinnern mich an die Ängste, die der Umgang mit dem Virus auslöst.

Charakteristisch für die gesellschaftliche Funktion von "nicht tödlichen Waffen" (non-lethal weapons, kurz: NLW) sind drei Dinge, die ich jeweils am Ende des Punktes mit der gegenwärtigen Situation in Zusammenhang setze:

1 - Die Notwendigkeit von NLWs wird mit grauenvollen "Szenarios" begründet: mit Prognosen einer kommenden Krise, in der sie unverzichtbar seien. NLWs sind der Impfstoff, mit dem die vom unsichtbaren Feind bedrohte Wirtschaft gerettet wird.

2 - Das Label "nicht-tödlich" ist ein Marketingbegriff. Nicht einmal "weniger tödlich" wäre eine angemessene Bezeichnung. Es geht auch gar nicht um die Frage, wie viel Opfer zu beklagen sind nach ihrer Anwendung. Es geht darum, bestimmte Technologien zur Beherrschung von Menschen akzeptabel erscheinen zu lassen.

Der Kernsatz der NLW-Doktrin: "Wenn du aufwachst und merkst, du bist nicht tot, wirst du uns dankbar sein."

Das entspricht der Behauptung, die dem shutdown und der sozialen Distanzierung zugrunde liegt: Dass wir zwar jetzt einen hohen Preis in Sachen bürgerlicher Freiheit zahlen. Am Ende des Tages sind wir aber froh, mit dem nackten Leben davon gekommen zu sein.

3 - Der asymmetrische Krieg findet nicht an einer Front statt, sondern um uns herum, ohne erkennbare Gefechtslinien. Er ist ein "Krieg in den Städten" (in der Fachsprache: MOUT - military operation on urban terrain). Das "urbane Gelände" ist der öffentliche Raum. Der öffentliche Raum wird sich logischerweise gewaltig verändern, wenn er zum permanenten Kriegsgebiet ausgerufen wird. Jeder Bürger wird einsehen, dass, wer im Kriegsgebiet lebt, seine Rechte nicht in vollem Umfang wie zuvor wahrnehmen kann.

Insbesondere darf er das Kriegsgebiet nicht für Kundgebungen, Missfallensäußerungen, Demonstrationen oder für die Verbreitung "unterbliebener Nachrichten" missbrauchen. Er darf nichts tun, was die Ausbreitung des Feindes fördert.

In meinen Forschungen zu der Wirkungsweise der NLWs habe ich immer wieder folgende Bemerkung gehört: Die stärkste Wirkung ist ihr Einschüchterungspotential. Wer einmal bei einer Demo mit dem Taser gelähmt, mit dem Mikrowellenstrahler ADS gegrillt wurde, ist traumatisiert. Der geht nie wieder raus. Er macht nie wieder öffentlich den Mund auf. Ein Interviewpartner sagte mir nach einer Selbstanwendung des Taser: "Einmal ist genug. Zweimal wäre verrückt."

So geht es uns auch mit dem Virus.

Die NLWs sollten die beste mögliche Antwort sein auf eine (bis dato) inexistente Krise. In der Krise ist das Hauptziel Schadensbegrenzung. In der NLW-Sprache hieß das "stop killing the customer" - Bitte nicht den Konsumenten töten! Er wird noch gebraucht. Präziser: sein Körper wird gebraucht, als Anwendungsfeld für künftige Marktoperationen.

Deswegen ist "mind management" (die Umorganisation der Einstellungen) das zentrale Thema der NLWs, ihr breitestes Anwendungsfeld.

Welche Rückschlüsse lassen sich ziehen aus der Gegenüberstellung von nicht-tödlichen Waffen und dem Umgang mit dem Virus?

Zunächst einmal herrschte bei den NLWs eine ähnliche Schockstarre wie heute angesichts der Pandemie. Alle, die sich näher damit befassten, sagten voraus, wie fürchterlich der Alltag würde, wenn diese Technologien die Verhältnisse im Lande regeln. Diese Über-Dramatisierung der NLWs hatte ein Gutes: Es bildete sich breiter Widerstand. Heute sind die allermeisten der Produkte, die das EU-Gutachten vor 20 Jahren beschrieb, "Boutique-Waffen": Sie kamen nie über den Prototypen hinaus.

Trotzdem wird bis heute massiv in den Bereich "Sicherheitsindustrie" investiert. Das Gleiche werden wir mit den Impfstoffen der Pharmaindustrie erleben wie seinerzeit mit der Rüstungsindustrie. Es wird massiv investiert, ob man die Produkte nun braucht oder am Ende wegwirft (Stichwort "Geschäft mit der Schweinegrippe").

Das gehört zu den sich selbst erfrischenden Prozessen einer Krise: Alle stellen sich auf die neue Produktion ein, weil Geld im Anmarsch ist. Insofern wäre eine Aufgabe der nächsten Zukunft, politisch Einfluss zu nehmen auf die Bereitstellung solcher finanziellen Mittel.

5. Investment als Terror

Um es noch einmal unmissverständlich klarzumachen, vor welchem Hintergrund ich die Parallele zwischen Waffen und Virus aufgemacht habe: Ich glaube keineswegs, dass "Covid 19" eine geplante Operation ist.

Unsere Wirtschaft insgesamt nimmt jedoch das Risiko eines Unfalls in Kauf. Insbesondere tut dies aktuell die genetische Medizin mit ihren im Labor umgebauten "viralen Vektoren".

Es ist nicht allein der globale Handel mit solchen Produkten und die für ihn notwendige gezielte Umweltzerstörung aus Profitmaximierungs-Interessen. Es ist das Prinzip einer "start-up"-Finanzierung mit Risikokapital, das einem terroristischen Angriff auf unsere Kultur gleicht.

Nicht den "Ausrutscher" eines mit HIV-Strings in der RNA ausgerüsteten SARS-Virus, sondern das, was ich den "Brunner-Affekt" nenne, halte ich deswegen tatsächlich für eine konzertierte Aktion. Die Benommenheit der "Unfallopfer" wird missbraucht, um ihnen unter Einsatz einer neuen Form von Bedrohungs-Kommunikation Rettung vor den "Plagen" der freiheitlichen Demokratie zu versprechen.

Die "Investment-Zeit-Bombe" (Warren Buffet) platzt und heraus springt die Pandemie. Man versteht nun doppelt, warum man von "Risikokapital" spricht. Es bewirkt, dass Betriebe im medizinischen Bereich jenseits jeder sinn- und verantwortungsvollen Kontrolle genetisches Material bearbeiten.

Wie ich zuvor in dem Abschnitt über Komplexität ausgeführt habe, ist jedem Akteur auf diesem Markt, sowohl dem Bio-Ingenieur, als auch seinem Finanzier, bekannt, dass Eingriffe von derartiger Tragweite ebenso erhebliche Folgen haben. Es ist zumindest unstrittig, dass solche Folgen zu erwarten sind und deswegen in medizinische und strategische Entscheidung einkalkuliert werden müssten.

Wer als Eigentümer eines Biotech-Unternehmens Risikokapital annimmt, um sich am Ende einen erheblichen persönlichen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen - bei billigender Inkaufnahme eines globalen Todes-Risikos oder von massenhaftem qualvollen Leiden -, der müsste nach meinem Verständnis völkerrechtlich belangt werden.

Das passiert allerdings nicht, weil unsere Gesellschaft zulässt, den Gewinn aus solchen Geschäften zu privatisieren, sich im Gegenzug jedoch nicht darum kümmert, Haftung für den Schaden zu verlangen. Das Argument ist seit 50 Jahren aus der Debatte um die Atomenergie bekannt.

Der einzige für eine Haftungsfreistellung erkennbare Grund ist, dass der eventuelle Schuldabtrag den Gewinn schmälern und damit das erwünschte ungehemmte Wachstum hemmen würde. Es kann aber niemals das Interesse der Bürger sein, das Geschäft mit dem Risiko, durch das einige Wenige unvorstellbare Gewinne erzielen, kollektiv abzufangen.

Das klingt vielleicht alles etwas bieder und ausgelutscht, ist aber nur eine andere Formulierung für einen viel zu wenig diskutierten Effekt unserer Wirtschaftsordnung, den Kriminologen "Makro-Verbrechen" nennen. Sie meinen damit eine Großform von Kriminalität, die relativ immun gegen Sanktionen ist.

Sogenanntes "sozialschädliches Verhalten" von Konzernen als Verbrechen zu klassifizieren, ist selbst in der kritischen Kriminologie ein relativ neuer Ansatz. Verfolgt wird "social harm" umso weniger, obwohl es zu den Faktoren gehört, die unseren Alltag immer stärker bestimmen.

Der "Brunner-Affekt" kann insofern als eine Reaktion auf das oft zitierten Bonmot von David Rockefeller, 1994 verstanden werden:

Das gegenwärtige Fenster der Gelegenheit, in dem eine wirklich friedliche und voneinander abhängige Weltordnung aufgebaut werden könnte, wird nicht allzu lange offen bleiben.

David Rockefeller

Welche Art "wirklich friedlicher globaler Abhängigkeit" gemeint ist, erklärt sich von selbst. Die meisten Staaten weltweit versuchen derzeit, durch dieses Fenster zu steigen und eine Weltordnung der Reichen und der Konzerne zu etablieren.

Zu schnell hintereinander weg, um es vergessen zu können, kamen die Euro-Einführung 2003, die 2008er Krise mit ihrer gewaltigen Reichtumsumschichtung und das Sars-Virus mit seinen wirtschaftlichen Folgen. Von dem historischen Umschichtungs-Skandal der Treuhand und ihrer Abwicklung der DDR ganz zu schweigen.

Dass der Gedanke von Rockefeller trotz seines Alters nicht längst vergessen und Geschichte ist, beweist ein aktueller Beitrag von Henry Kissinger zur Corona-Debatte - ein Hinweis, den ich dem kanadischen Professor der Wirtschaftswissenschaften Michel Chossudovsky verdanke.

Welche Art von Welt erwartet uns (nach Ende des Lockdown)?, fragt Chossudovsky.

Er zitiert Kissinger in einem Text vom 17. April 2020. Eine "diabolische" (Chossudovsky) neue Weltordnung sei laut Henry Kissinger im Anmarsch (Wall Street Journal vom 3. April 2020).

Kissinger: "Die Corona-Virus Pandemie wird für immer die Weltordnung ändern. Die USA sind, noch während sie die Krankheit bekämpfen, zeitgleich im Begriff, die drängende Aufgabe zu bewältigen, jetzt eine neue Epoche zu planen."

Chossudovsky fährt fort. Das erinnere an Kissingers historisches Statement: "Reduzierung der Bevölkerungszahl hat die höchste Priorität in der US-amerikanischen Außenpolitik in Bezug auf die Dritte Welt." (1974 National Security Council Memorandum)

Wir müssen daher alles daransetzen, Rockefellers "Fenster" bald wieder dicht zu kriegen.

6. Solidarität statt Selbstjustiz

Die Gegenüberstellung von NLWs und Maßnahmen zur Virus-Eindämmung zeigt ganz deutlich, wie wichtig es ist, sich auf breiter Front gegen eine Welt allfälliger Geschäftsideen aufzustellen, statt sich gegenseitig in den Rücken zu fallen. Das Gift der Entsolidarisierung, der Isolierung der Mitglieder der Gesellschaft durch Technologie, wirkt schon massiv. Wir laufen Gefahr, auf dem Schleim endloser Mengen widersprüchlicher Information auszugleiten, der unmittelbar in unsere Hosentasche läuft und dessen Konsum uns allen Saft aus dem Mark saugt.

Seit der ersten Idee für NLWs vor gut dreißig Jahren, ziemlich genau zum Zeitpunkt der Rockefeller-Rede, sind Dinge passiert, die sich damals niemand hätte vorstellen mögen. Die Abfallprodukte jener Militärforschung sind nun auf unseren "Handys" installiert. Mit ihnen hat sich der Ungeist der Kontrolle breit gemacht. Die effizientesten Waffen zur "Beherrschung der Massen" ("crowd control" ist das umfangreichste Kapitel von Steve Wrights Gutachten) sind Smartphones und Internet. Sie haben unsere Einstellungen im Kopf bereits erfolgreich verändert.

Die Hersteller-Konzerne dieser Produkte gehören mittlerweile zu den mächtigsten und Einflussreichsten. Ihre CEOs beraten derzeit die US-Regierung und die WHO in der "Corona-Krise".

Der neue Taser heißt Telegram. Die Lähmung, die er auslöst, scheint unwiderruflich. Gern treffen wir uns bei "Zoom" und jeder kann mithören. Was ein "Freund" chattet, lässt sich ohne Aufwand und Gefahr an ungeeignete Empfänger weiterleiten. Die Menschen überwachen freiwillig ihre Umgebung und denunzieren sich gegenseitig. Sie bestrafen mit Lust jeden, der minimal abweichendes Verhalten zeigt. Keine Behörde muss dafür eingreifen. Die Rückkehr des Blockwartes als böses Emoji, das durch Küchenwände geht und abhört, was am Herd gesprochen wird.

Aus "desert storm" ist "shit storm" geworden. Virus-"Leugner" verharmlosen den Feind. Sie sind "gemeingefährlich". Kritiker der Lobbypolitik der Pharmaindustrie sind "krude Impfgegner", die - im klaren Widerspruch zur Geschichte - als "Nazis" geächtet werden.

Wer etwas bestreitet, produziert "fake news". Staatsräson wird jetzt im "homeoffice" exekutiert. Dieser digitale Harakiri muss schnellstens enden.

Denn man sieht schon ganz plastisch vor sich, wie sogar Selbstjustiz salonfähig wird. Der Jogger ohne Mundschutz in der Großstadt darf damit rechnen, geTASERt zu werden. Wer nicht hören will, muss eben unter Schmerzen lernen. Alles im Dienste unserer "Sicherheit" - der Begriff ist bereits etabliert als Kampfparole der autoritären Demokratien. Heute, unter dem Virus, das gleiche Mantra, wie zu Zeiten des "Krieges gegen den Terror": Sicherheit, Sicherheit, alles nur zu deiner - und unser aller - Sicherheit.

Die "Humanisierung der Kriegsführung", das wertvollste Versprechen der weniger tödlichen Technologien, hat sich in zwischenmenschliche Verkehrsformen übersetzt, die nicht allein unwürdig sind. Über ihren Erfolg reibt sich jeder autoritäre Charakter die Hände. Mit dem Marketing-Begriff "Covid 19" ist es gelungen, das Szenario "unbekannter Feind" so aufzubauen, dass die Bürger sich gegenseitig in den Rücken fallen.

So sind sie mit der privaten Übernahme exekutiver Funktionen vollauf beschäftigt und merken nicht, dass sie als Konsumenten längst überflüssig geworden sind. Das große Geld wird nicht mehr mit Produktion und Handel verdient, sondern auf dem Finanzmarkt. Dort aber braucht es keine Kunden. Sondern nur ab und zu eine kräftige Krise.

Fazit und Prognose

Ich fasse, nach Kapiteln sortiert, zusammen:

Mobilmachung. Das Geheimnis des Lebens ist, keine Angst zu haben. Nur wer angstfrei lebt, kann sich selbst in Bewegung setzen, um das, was ihn beherrscht, wie groß auch immer es ist, zu ändern.

"Schafe blicken auf". Am Ende des Tages wird es zu weltweiten Klimaaufständen kommen, deren erste Vorzeichen in Asien schon zu sehen sind. Die Bürger werden rebellieren gegen die Verschmutzung und Polizei und Regierungen radikal neue Ideen umsetzen, um die Aufstände zu unterdrücken. Eine solche Idee könnte sein, die Angst der Menschen vor qualvollem Tod (Ersticken) zu instrumentalisieren.

Komplexität. Die pharmakologische Dusche, die die industrielle Landwirtschaft der Umwelt verpasst, führt nicht allein zu Artenschwund. Das wäre schon traurig genug. Aber es kommt noch schlimmer. Die chemisch abgetötete Landschaft und die unvorstellbar großen Monokulturen, mehrere hundert Kilometer ohne Dörfer, wie schon jetzt in Brasilien, und Tierzuchten mit 1000enden von Großvieh-Einheiten fördern die Ausbreitung von Pandemien. Die Konzerne werden dennoch den Einsatz veterinärmedizinischer Wirkstoffe, die Lieferung von genetisch modifizierten Organismen wie Saatgut usw. nicht reduzieren. Denn am Ertrag, den die Natur kostenlos liefert, lässt sich nicht genug verdienen.

Die Menschen werden erkennen, dass Zwangsimpfungen die Folge einer profitoritentierten Nutzung der Umwelt sind. Am Profit haben sie keinen Anteil. Die Produkte (Lebensmittel), die dabei erzeugt werden, sind nicht gesund. Gesundheit und ihre Rückeroberung werden daher der Revolutionsgrund Nummer 1 der Zukunft werden.

Nicht-tödliche Waffen (NLWs). NLWs waren wichtig, solange die Installation der Kontrolle im Körper der Bürger, in ihren Gehirnen und unter ihrer Haut, noch nicht vollzogen war. Repressionstechnologien, die äußerlich angewendet werden und erkennbar der Unterdrückung dienen, werden drastisch abnehmen, je mehr Unterwerfung seitens der Bürger freiwillig praktiziert wird.

Mit den jetzt existierenden Unterwerfungstrategien im Fahrwasser der Pandemie wird alternativ zum vorsorgenden Sozialstaat und parallel zur bereits aktiven Iatrokratie (Ärzte-Herrschaft) eine "Investokratie" (Herrschaft der Anleger) an die Macht gebracht. Sie ersetzt - auf der Basis einer freiwilligen Mitwirkung aller Bürger aus Angst vor Erkrankung (oder Strafe) - die Kontrolle durch staatliche Institutionen.

"Die Gefahr der Ansteckung" ersetzt die Disziplinierungs-Wirkung von Gesetz, Polizei und Gefängnis.

Investment als Terror. Keiner hat das besser auf den Punkt gebracht als der Investor Peter Diamandis, der sich eine Art Gesundheits-KI vorstellt, die auch in Zeiten der Einführung von NLWs schon eine wichtige - damals wenig beachtete - Rolle spielte. Der "feuchte Traum" der Gesundheits-KI-ler ist ein gechippter Körper, der ununterbrochen seine Funktionsdaten an die Krankenkasse sendet.

Die Beitragshöhe wird dabei "dynamisch" dem Lebenswandel angepasst. Wer sich durch seinen Konsum schädigt, zahlt viel. Wer nicht bezahlen kann, fällt aus der Versicherung. Gesundheit wird zum Privileg für Reiche und systemkonform lebenden Menschen.

Diamandis fragt:

Wie wird sich die "Gesundheit" nach COVID-19 verändern?

Lassen Sie mich zunächst klarstellen, dass das, was wir heute haben, eine Krankenpflege ist, d.h. das System versucht, sich um uns zu kümmern, nachdem wir krank geworden sind, indem es Symptome behandelt und nicht die Ursachen verhindert.

Aber was wäre, wenn all Ihre Gesundheitsparameter - Blutwerte, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Atemgeräusche, Gehkadenz, sogar Ihre Stuhl- und Urinwerte - rund um die Uhr von Sensoren am (und im) Körper, zu Hause und am Arbeitsplatz überwacht würden?

Was wäre, wenn Ihre persönliche KI - sei es ein zukünftiges System à la JARVIS (aus Ironman) oder eine erweiterte Version von Alexa, Siri oder Google Home - dann Ihre Gesundheitsparameter ganzheitlich analysieren würde, unter Berücksichtigung dessen, was Sie essen, wie Sie schlafen und wie Sie sich verhalten?

Was wäre, wenn eine kontinuierliche Gesundheitsfürsorge die Norm wäre, die vielschichtige datengestützte Entscheidungen und weitaus bessere Ergebnisse ermöglichen würde?

Hier mein Prognose-Quiz Nr. 4 für Sie:

Wer von den unten Genannten wird bis 2026 die häusliche Gesundheitsversorgung anführen?

- Apple? - Google/Alphabet? - Amazon? - ein neuer Start-up, von dem wir noch nichts gehört haben? - ein existierender Akteur aus dem traditionellen Gesundheitswesen? - die Regierung?.

Peter Diamandis

Schon durch Reihenfolge und Überzahl der Konzerne impliziert Diamandis die Gewinner im Gesundheits-Quiz. Der Staat ist hinten, weit abgeschlagen. Der Begriff der "häuslichen Gesundheitsversorgung" impliziert, dass, wie es bereits eintrainiert wird, die Leute weitgehend zu Hause bleiben und sich dort eigenhändig überwachen.

Solidarität statt Selbstjustiz. Damit dieses Ranking, in dem drei Konzerne die Nase vorn haben, nicht Wirklichkeit wird, müssen wir uns jetzt wahnsinnig anstrengen und mit voller Energie gegenhalten.

Weitere Illustrationen zum Essay "Brunner-Affekt": hier.

Olaf Arndt, Autor des Sachbuches "Demonen. Zur Mythologie der inneren Sicherheit", führt die Reihe mit Diskussionen zu den sozialen Folgen von Corona auf seinem Blog weiter. Dort sind auch Informationen zu erhalten über seinen neuen Roman "Unterdeutschland", der sich mit dem gleichen Thema befasst.