Der Impfverweigerer aus der Pharmaindustrie

Diesen Piks will Giannakopoulos nicht – und auch keinen anderen. Bild: U.S. Secretary of Defense, CC BY 2.0

Der Millionärserbe Dimitris Giannakopoulos leitet ein Pharmaunternehmen in Griechenland. Dennoch will er sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen, mit einer beachtlichen Erklärung

Dimitris Giannakopoulos, einer der bekanntesten Pharmaunternehmer Griechenlands hat in der vergangenen Woche per Instagram verkündet, dass er sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wird. Gründe für eine solche Entscheidung könnten die extrem verkürzte Entwicklungszeit der Vakzine und daraus erwachsende Risiken sein. Die Begründung des Pharmaunternehmers aber war eine andere.

Giannakopoulos schrieb: "Viele fragen mich, ob ich mich impfen gelassen habe und mit welchem Impfstoff. Nein, ich habe mich nicht impfen lassen und ich werde mich nicht impfen lassen. Nicht weil ich Angst vor den Nebenwirkungen habe, sondern weil ich meine DNA nicht verfälschen will." Offenbar bezog er sich auf die mRNA-Impfstoffe. Auf welche Studien er sich berief oder weshalb seine Einschätzung auch für die Vektorimpfstoffe gelten soll - diese Erklärung blieb der Unternehmer schuldig.

An mangelnder Expertise dürfte es nicht liegen. Giannakopoulos ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der Pharmafirma Vianex und gleichzeitig CEO des Unternehmens. Er ist als Besitzer des Euroleague-Mitglieds, des Basketballclubs Panathinaikos B.C. bekannt für seine kontroversen Ansichten im Profisport. Der Unternehmer hält zudem eine fünfzigprozentige Beteiligung am Nahrungsergänzungsmittelhersteller Superfoods S.A.. Dieser vertreibt Lebensmittel und natürliche Stoffe, denen einer alternativmedizinische Heilmittelwirkung zugeschrieben wird.

Die Vianex, einer der größten Arbeitgeber Griechenlands, wurde 1924 als Familienunternehmen der Giannakopoulos gegründet. Die Firma unterhält Kontakte zu anderen Pharmagrößen wie Merck & Co, Sanofi und Takeda. Die Vianex exportiert ihre Medikamente in mehr als fünfunddreißig Staaten, darunter auch Deutschland. Sie gehört zu den von der WHO anerkannten Pharmaunternehmen. Giannakopoulos kam als Erbe zu seinem Posten im Unternehmen.

Er ist nicht der einzige Impfskeptiker aus dem griechischen Pharmasektor. Auch der Vize-Gesundheitsminister der ehemaligen Syriza-Regierung von Alexis Tsipras, Pavlos Polakis, gesellt sich in das Lager derer, die einer allgemeinen Impfpflicht skeptisch gegenüberstehen. Polakis äußerte seine Bedenken schon vor Beginn der Impfkampagne in Griechenland. Er lieferte sich in der vergangenen Woche einen öffentlich ausgetragenen Streit mit dem Lungenarzt und Intensivmediziner Theodoros Vasilakopoulos. Vasilakopoulos fordert Vorrechte für Geimpfte, was Polakis als Strafe für Ungeimpfte, sowie für Personen, die keine Impfung vertragen, ansieht.

In Griechenland gibt es intensive Diskussionen über eine zumindest auf einige Berufe bezogene Impfpflicht. Als Erstes wurde den Feuerwehr- und Rettungskräften des Landes auferlegt, sich impfen zu lassen, oder aber die Entlassungspapiere in Empfang zu nehmen. ( Wassilis Aswestopoulos)