Der Islamische Staat erklärt sich für den Anschlag in Paris verantwortlich

Am Abend wurde auf dem Champs-Elysees ein Polizist erschossen, der Täter wurde auch getötet

Wie es aussieht, hat es in Paris einen Terroranschlag gegeben. Am Abend um 21 Uhr wurde von einem Auto aus auf ein Polizeifahrzeug gefeuert, das an einer roten Ampel wartete. Der Vorfall ereignete sich auf dem Champs-Elysees in der Nähe der Metrostation Franklin Roosevelt, als dort viele Menschen unterwegs und die Geschäfte noch offen waren.

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Bei dem Angriff wurde ein Polizist in dem Fahrzeug getötet, der Mann, der die Schüsse abgegeben hat, soll auf weitere Menschen gefeuert haben und wurde von anderen Polizisten getötet. Es soll sich um einen Mann handeln, der als Gefährder (fichés S) eingestuft war. Es soll sich um einen bekannten 23-jährigen Kriminellen handeln, der schon einmal einen Polizisten angegriffen hat. Ob es Komplizen gibt, ist unbekannt. Die Stimmung ist aufgeregt, was nach den Terroranschlägen verständlich ist, die sich in Paris ereignet haben. Präsident Hollande ging früh davon aus, dass es einen terroristischen Hintergrund gibt. Innenminister Matthias Fekl beschwor die Einheit des Landes.

Ob es sich wirklich um einen Terroranschlag und dazu einen islamistischen handelt, scheint klar zu sein, nachdem sich der IS über seine "Nachrichtenagentur" Amaq für den Anschlag verantwortlich machte. Der in seinem Kalifat in Syrien und im Irak bedrängte IS braucht unbedingt Erfolge, um seine Niederlage zu überdecken. Wie üblich reicht es, wenn der Täter getötet und damit zum Märtyrer wurde, um ihn als Kämpfer für den IS zu beanspruchen. Mit Tätern, die überleben, tut sich der IS hingegen schwer, der weiterhin erstaunlicherweise im Irak und in Syrien immer wieder junge Männer findet, die sich in aussichtsloser Lage für Selbstmordanschläge opfern.

Auf jeden Fall ist der Vorfall politisch hoch bedeutsam. Am Sonntag findet der erste Wahlgang statt. Sollte es sich um eine islamistischen Angriff handeln, der von einem Muslim durchgeführt wurde, dürfte das in die Hände des Front National spielen. Das macht deutlich, dass sich islamistische Terroristen und rechtsextreme Nationalradikale gegenseitig zuarbeiten. Marine Le Pen forderte denn auch gleich, dass die ausländischen Imame, die Hass verbreiten, und die Gefährder des Landes verwiesen werden müssen. Man könne den Kindern kein Land übergeben, dass sich nicht verteidigen kann, schrieb sie.

Sie würde nicht den jungen Menschen nicht sagen wollen, dass sie mit dem Terrorismus leben müssen. Der linke Hoffnungsträger Melenchon schrieb: "Continuons le processus électoral. Les violents seront toujours battus par les républicains." Macron, der als aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat gilt, erklärte, man müsse die Außengrenzen schützen und dürfe nicht in Angst geraten. Alle bekennen sich zu den Polizisten.

(Florian Rötzer)

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