Der schlechteste US-Präsident aller Zeiten

George W. Bush hat seine Chance nach dem 11.9. vergeben, drei Viertel der Amerikaner sind froh, wenn er endlich geht

Dreiviertel der Amerikaner sind froh, dass die Zeit von US-Präsident Bush endlich vorbei ist. Nur 23 Prozent sagen nach einer CNN/Opinion Research Corp.-Umfrage, dass sie ihn vermissen werden, während ihn 28 Prozent für den schlechtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte halten. Zwar attestierten ihm die meisten, dass er die Nation weiter gespalten habe. Das trifft allerdings nicht auf ihn selbst zu. Zumindest zuletzt hat er die Amerikaner in der Ablehnung seiner Person geeint.

Bush dürfte damit einer der unbeliebtesten US-Präsidenten sein, der allerdings damit und mit dem "Globalen Krieg gegen den Terror" sowie mit einer der schlimmsten Finanzkrisen in die Geschichte unrühmlich eingehen wird. Bill Clinton schnitt freilich auch nicht gut am Ende seiner Amtszeit ab. 51 Prozent sagten damals, sie würden ihn nicht vermissen, aber mit 75 Prozent stellt ihn Bush dennoch weit ins Abseits. Nur 33 Prozent wünschen, dass er weiterhin politisch aktiv ist, bei Clinton waren es immerhin noch 55 Prozent.

Nach einem Höhepunkt der Beliebtheit nach den Anschlägen vom 11.9. konnte auch der Irak-Krieg den allmählichen Niedergang nicht verhindern. Kaum mehr einer vertraut nun diesem Präsidenten – und seinem Vizepräsidenten Cheney – mehr. Nur noch 20 Prozent sagen, dass er Vertrauen auslösen können, was, so CNN, ein dramatischer Vertrauensverlust angesichts der Finanzkrise sei. Dass Bush seine Aufgabe als Präsident gut ausgeführt hat, meinen noch 27 Prozent, nach CNN einer der niedrigsten Werte, die jemals erzielt wurden.

Schön lässt sich der Niedergang der Zustimmung in einem vor einer Woche veröffentlichten Bericht des Pew Research Center for the People & the Press nachvollziehen. Nach einem kurzen Peak nach Amtsbeginn sanken die Zustimmungswerte 2001 bis bereits auf 50 Prozent ab, als Bush durch die Anschläge einen Schub erhielt und auf ein Allzeithoch für ihn von 87 Prozent Ende September kletterte. Dann fielen seine Werte wieder unaufhaltsam nach unten und lagen Ende 2002 wieder etwa so, wie sie vor den Anschlägen vom 11.9. waren. Der medial hochgetrommelte Irak-Krieg, der auch als Medienkrieg inszeniert wurde, sorgte dann noch einmal für einen Anstieg der Popularität auf 75 Prozent, um Ende 2003, als sich der ausgerufene Slogan "Mission accomplished" nicht bestätigte, auf 50 Prozent abzustürzen. Saddams ebenfalls medial inszenierte Gefangennahme sorgte noch einmal für einen kleineren Anstieg, um dann kontinuierlich mit kleinen Ausschlägen bei 25 Prozent zu enden.

Grafik: Pew

Verglichen mit seinen Vorgängern ist Bush ein Versager. Am Ende der Amtszeit sagen bei Bush 58 Prozent, er würde in die Geschichte als schlechter als der Durchschnitt eingehen, was 21 Prozent von Clinton, 12 Prozent von Bushs Vater und 14 Prozent von Reagan sagten. Überdurchschnittlich gut schnitt Reagan mit 58 Prozent ab, Clinton mit 44, Bushs Vater mit 36 und Bush mit 11 Prozent. Sollte George W. Bush tatsächlich, wie manche meinten, mit seinem Vater konkurriert haben, dann ist ihm auch dies nicht gelungen. Im Dezember 2008 waren 68 Prozent mit Bush unzufrieden, doppelt so viel wie bei Reagan, George H. W. Bush oder Clinton am Ende ihrer Amtszeit

Mit den in den Keller gerissen hatte Bush auch die Zustimmung zur Bundesregierung, die sich unter seiner Präsidentschaft halbierte, während die zu den Bundesstaaten und den Kommunen nur geringfügig sank. Fast zwei Drittel sagen, dass Bush wegen seiner Fehler bekannt bleiben würde, bei Clinton war es genau umgekehrt. Gegenüber 2004 wuchs bis 2008 die Ansicht am stärksten, dass er inkompetent sei, gefolgt von idiotisch und unwissend. Immerhin wurde er auch stärker als ehrenwert betrachtet. Führungsqualitäten wurden ihm in dieser Zeit ebenso drastisch abgesprochen wie Fairness, Christlich-Sein oder Stärke. Er wurde jedoch weniger stark als Lügner gesehen. (Florian Rötzer)

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