Deutsche Spitzenmanager verbuchen fast 14 Prozent Einkommenszuwachs

Grafik: TP

CDU und SPD versprechen mit unterschiedlichen Vorschlägen, die Selbstbedienung einzuschränken

Einer gestern veröffentlichten Statistik der HKP Group nach konnten die Spitzenmanager der 30 deutschen Dax-Unternehmen im letzten Jahr einen Einkommenszuwachs von durchschnittlich fast 14 Prozent verbuchen und kassieren damit so viel Geld wie noch nie zuvor. Der Top-Verdiener unter den Top-Verdienern ist mit 15,33 bis zu 40 Millionen Euro der SAP-Chef Bill McDermott, der alleine an "Nebenleistungen" 1,6 Millionen Euro bezieht. Wie viel er tatsächlich für das Jahr 2016 ausbezahlt bekommen hat, soll erst in vier Jahren feststehen. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen ihm Daimler-Chef Dieter Zetsche, Heidelberg-Zement-Boss Bernd Scheifele, Postchef Frank Appel und der aus dem niederbayerischen Arnsbruck stammende Siemens-Vorstandsvorsitzende Josef Käser.

Die Entwicklung ist insofern bemerkenswert, als die Bundesregierung eigentlich versprochen hatte, dem von großen Teilen der Bevölkerung als unbillig empfundenen Steigen der Managergehälter Schranken zu setzen. Die dazu verabschiedete Pflicht zur Veröffentlichung scheint allerdings eher die gegenteilige Wirkung gehabt und vielen Konzernfunktionären Vergleichsmaterial für das Fordern höherer Bezüge geliefert zu haben, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung meint.

Die regierende Union präsentiert deshalb einen neuen Plan: Sie will die bislang beim Aufsichtsrat liegende Zuständigkeit für die Genehmigung der Höhe der Managergehälter in die Hände der Aktionäre legen, die in der Hauptversammlung darüber abstimmen sollen. Dass sich dadurch etwas ändert ist allerdings unwahrscheinlich, weil das 28 der 30 Dax-Konzerne bereits jetzt freiwillig so handhaben, ohne dass die Großaktionäre, die in den Hauptversammlungen das Sagen haben, die Entwicklung bremsen würden. Kleinaktionäre, die gegen die höheren Gehälter sind, werden regelmäßig überstimmt, während sie ihre kostenlosen Trostwürstchen essen.

Die mitregierende SPD verspricht den Wählern deshalb, dem ungebremsten Managergehälterwachstum durch eine Änderung der Steuervorschriften den Garaus zu machen: Ihrem Plan nach sollen Unternehmen Einzelgehälter steuerlich nur noch bis zu einer Höhe von 500.000 Euro geltend machen dürfen. Das macht die Managergehälter zwar potenziell teuer für das Unternehmen, beeindruckt bei Gesamtsteuerlasten in Milliardenhöhe aber vielleicht nicht genug, um wirklich ein entscheidendes Kriterium bei der Managerauswahl zu werden.

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