Deutsche Suchmaschine zeigt ihre Kunden an

Seekoos skurriler Kampf gegen Kinderpornos

Die Firma Seekoo ist bestimmt ein grundanständiges deutsches Unternehmen. Auch wenn der Name, den der Firmenchef angeblich für 748 Euro im Internet ersteigert hat, doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Und erfolgreich ist sie anscheinend auch.

Nach eigenen Angaben verzeichnet ihre gleichnamige Meta-Suchmaschine im Monat immerhin 4,5 Millionen Zugriffe. Und man findet mit Seekoo fast alles. Zwar nichts Privates, stattdessen aber offizielle oder kommerzielle Netzseiten. Und sogar pornographische Websites. Gibt man beispielsweise den in der Pädophilenszene sehr beliebten Begriff „Lolita“ ein, wird als erster Treffer folgendes angezeigt:

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Und dieser Link hält tatsächlich, was er kriminell verspricht. Wesentlich zurückhaltender ist in diesem Fall Google, vorausgesetzt man sucht dort nur nach deutschen Seiten.

Dies alles wäre kaum der Rede wert, wenn sich Seekoo nicht gleichzeitig so vehement gegen Kinderpornographie einsetzen würde. Wer noch solchen Dingen sucht und beispielsweise den Begriff Kinderpornographie (oder -pornografie) eingibt, der hat nach Angaben des Firmenchefs Edwald Puhl nämlich keine Chance. Dieser Begriff wird allerdings nicht einfach von der Suchmaschine durch eine Sperre blockiert. Nein, das wäre wohl zu simpel. Sondern man erhält folgenden Hinweis:

WARNUNG!
Wir von www.SeekOo.de unterstützen in keinster Weise illegale Handlungen, daher ist ihr Suchbegriff geblockt.
Ihre IP-Adresse lautet 84.130.XXX.XXX und wurde kurzzeitig gespeichert.
Bei wiederholter Suche werden wir ihre IP-Adresse an unsere Rechtsabteilung weiterleiten.

Und bei mehrmaligen Versuchen, versichert Puhl, geht dann angeblich ein Hinweis an die Staatsanwaltschaft. Was die damit soll, verrät der bestimmt grundanständige Firmenchef leider nicht. Aber es kommt noch komischer, wer nämlich bei Seekoo nach dem Begriff Anti-Kinderporno sucht, also beispielsweise nach Initiativen, die gegen Kindermissbrauch kämpfen, der bekommt nämlich tatsächlich denselben Warnhinweis angezeigt. Und damit steht der Autor dieses Textes jetzt mit einem Fuß bereits im Gefängnis.

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