Deutschland: Höchste Geburtenziffer seit Wiedervereinigung

Statistisches Bundesamt: Die zusammengefasste Geburtenziffer steigt seit drei Jahren

In Deutschland werden seit drei Jahren wieder mehr Kinder geboren. Zum dritten Mal in Folge ist die Geburtenziffer gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Der Wert aus dem Jahr 2014 sei der höchste "bisher gemessene Wert im vereinigten Deutschland".

Er liegt bei 1,47 Kinder pro Frau. Zum Vergleich: 2002 betrug die zusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland 1,34 (der europäische Durchschnitt lag damals bei 1,46).

Die Geburtenziffer nahm 2014 in allen Bundesländern zu, stellt das statistische Bundesamt fest. Auffallend sei die Beobachtung, dass die Geburtenhäufigkeit bei den Frauen im Alter zwischen 29 und 36 Jahren zugenommen habe.

Zum Kennwert der "zusammengefassten Geburtenziffer" erklären die Statistiker, dass er angibt, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.

Die Frage, wie viele Kinder ein Frauenjahrgang tatsächlich im Durchschnitt geboren hat, lasse sich erst sehr viel später beantworten: Wenn der entsprechende Jahrgang das Alter von 49 Jahren erreicht hat. Das wird statistisch so gesetzt.

Mit 1,54 Kindern je Frau war die zusammengefasste Geburtenziffer im Osten Deutschlands höher als im Westen. Sachsen hatte den höchsten Wert (1,57), der niedrigste - 1,35 - wurde im Saarland ermittelt.

Warum die Geburtenziffer in Deutschland nach oben geht, inwieweit dies mit wirtschaftlichen Faktoren zu tun hat, ob dies vor allem bestimmte Milieus betrifft oder ob dies einhergeht mit einer Neubewertung von Familie und Kindern, dazu gibt es von der Statistikbehörde keine weitere Erklärung.

Nur die Beobachtung, wonach die Geburtenhäufigkeit bei den Frauen der Jahrgänge 1976 bis 1985 besonders stark zugenommen habe, wird mit der Erklärung kommentiert, dass sie "ihre bislang aufgeschobenen Kinderwünsche nun verstärkt im höheren gebärfähigen Alter realisieren". (Thomas Pany)

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