Die Bosse der US-Rüstungsunternehmen, die der Covid-Krise trotzen

Trident II missile/Lockheed Martin. Bild: Pentagon/gmeinfrei

Die Geschäftsführer der fünf größten Pentagon-Partner erhielten im vergangenen Jahr eine Vergütung von 105,4 Millionen US-Dollar

Das "Covid-Jahr" 2020 war kein schlechtes für die Bosse der fünf größten US-amerikanischen Rüstungsunternehmen. Deren Geschäftsführer (CEOs) erhielten im vergangenen Jahr eine Vergütung von 105,4 Millionen US-Dollar.

Nimmt man zu den geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern noch die anderen Führungsmanager der fünf großen Unternehmen hinzu, die ihre Einkünfte offenlegen müssen, "so steigt diese Zahl auf erstaunliche 276 Millionen Dollar", wie der Think Tank Center for International Policy (CIP) vorrechnet.

Das ist eine Menge Geld. Vor allem, wenn man sie in Vergleich zur wirtschaftlichen Misere stellt, die die große Teile der US-Bevölkerung betrifft. Im April dieses Jahres waren noch immer 34 Prozent der kleinen Unternehmen geschlossen, die Arbeitslosenquote liegt trotz der inzwischen erfolgten Lockerungen bei 6 Prozent; im Januar 2020, bevor die Pandemie die US-Wirtschaft erfasste, waren es 3,6 Prozent.

Im März 2021 berichten immer noch neun Prozent aller Erwachsenen, dass sie in den letzten sieben Tagen nicht genug zu essen hatten, 10,7 Millionen können ihre Miete nicht bezahlen, 9,5 Millionen sind mit ihren Hypothekenzahlungen im Rückstand. Etwa 6,7 Millionen Erwachsene - 29 Prozent aller Erwachsenen in der Nation - sagen, dass sie Schwierigkeiten haben, für Miete, Arztrechnungen, Studentenkredite, Autozahlungen und Lebensmittel zu bezahlen.

Kelley Beaucar Vlahos, Responsible Statecraft

Kelley Beaucar Vlahos, die diese Zahlen dem Boom von War Inc. gegenüberstellt, ist, um vorschnellen Einordnungen vorzubeugen, keine Antifa-Sozialistin, sondern eine Journalisten, die vor allem für konservative Publikationen schrieb und 15 Jahre lang bei Fox arbeitete.

In ihrem Beitrag, der die US-Steuerzahler an manchen Stellen direkt anspricht, geht es um einen Aspekt der großen Ungleichheit, die sich durch die Covid-Krise auf ätzende Weise zeigt, der aber meist im Hintergrund bleibt: Die Profite der Rüstungsunternehmen und deren FührungspersonalS - Wie die Einkünfte der "fat cats" der Vertragspartner des Pentagon der Covid-Krise trotzen.

Die fünf größten Rüstungsunternehmen in den USA sind Lockheed Martin, Boeing, General Dynamics, Raytheon Technologies und Northrop Grumman. Sie haben, wie am Beispiel Boeing jedem Leser sofort einsichtig sein wird, auch zivile Sparten. Gemeinsam ist ihnen, zwar in unterschiedlichen Maß, aber in jedem Fall substantiell, jedoch ein hoher Anteil der Einkünfte, die durch Aufträge des US-Verteidigungsministeriums hereinkommen.

Laut des oben genannten Think Tanks Center for International Policy (CIP) machten die "federal government contracts" für vier von fünf dieser Unternehmen drei Viertel der Einkünfte aus (siehe dazu Seite 3 des PDF). "Nicht alle diese Mittel sind gut angelegt", lautet dazu der Schlüsselsatz, der zu den "riesigen Summen" führt, "die an die CEOs und andere Top-Manager der fünf größten Waffenlieferanten der Nation gezahlt wurden".

Pentagon: Unterstützungshilfe in Höhe von 4,6 Milliarden US-Dollar

Auch die großen Rüstungsunternehmen spürten die Covid-Krise, wie ein längerer Beitrag in der Publikation Defense News von Mitte März dieses Jahres in Details aufblättert. Man machte sich Sorgen, für die kleineren Unternehmen blieben sie, jedes siebte unter ihnen fürchtet, dass sie sich nicht mehr erholen. Den großen wurde geholfen:

Zu Beginn der Pandemie machten sich die Verantwortlichen des Pentagons Sorgen um die Gesundheit der industriellen Basis und die Zeitpläne der Programme. Die größten Firmen haben sich jedoch erholt, und die größten Projekte sind größtenteils im Zeitplan. Im vergangenen Jahr kam es bei mindestens der Hälfte der großen Beschaffungsprogramme des Pentagons zu Verzögerungen aufgrund von COVID-19. Die Programme konnten sich erholen, oft innerhalb weniger Monate, nachdem fast fünf Milliarden Dollar an Bundeshilfe zur Verfügung gestellt wurden.

Defense News

Es ist das 4,6 Milliarden-Unterstützungshilfe-Programm, das den Topf bereitstellte, aus dem die hohen Vergütungen für die CEOs der großen Rüstungsunternehmen bezahlt werden, so die Folgerung, die Kelley Beaucar Vlahos in ihrem Artikel zu den "fat cats" der Rüstungsgroßunternehmen zieht:

"Als Steuerzahler zahlen Sie nicht nur für das, was Hartung und Riazi einen militärisch-industriellen Komplex voller 'Kostenüberschreitungen und Leistungsprobleme, Ausgaben für Waffensysteme, die für die aktuellen Sicherheitsherausforderungen nicht relevant sind, und Investitionen in Waffen, die die Welt tatsächlich zu einem gefährlicheren Ort machen' nennen, sondern Sie subventionieren den einseitigen Lebensstil einer engen Gruppe von Bonzen. Das sollte jeden krank machen, Pandemie oder nicht..." (Thomas Pany)