Die Federal Reserve: das neue Zentralkomitee

Ein sozialistischer Staat aus Bankern und Milliardären

Die Vereinigten Staaten von Amerika waren ein kapitalistischer Staat, bevor sie am 18. 9. 2008 in einen sozialistischen Staat, die Sozialistische Amerikanische Republik (SAR), transformiert wurden. Die Gründung der SAR erfolgte 5 Jahre nach dem Tiefpunkt des Internet-Bubbles auf dem Gebiet der ehemaligen USA, nachdem man erkannt hatte, dass die Schulden des Staates so groß wurden, dass man ohne Sozialisierung der Kosten sofort den Staatsbankrott hätte verkünden müssen.

Im staatlichen Selbstverständnis ist die SAR der erste amerikanische „sozialistische Staat der Milliardäre und Banker“ unter finanzieller Führung von Henry Paulson und Ben Bernanke als „marxistisch-leninistische Vorkämpfer der staatlichen Bailouts“. Die Umwandlung der Kongresses in eine sozialistische Volkskammer ist das erklärte Ziel der Argentinisierer der amerikanischen Staatsfinanzen, welche durch die Verstaatlichung von Freddy Mac, Fannie Mae und der größten amerikanischen Versicherung AIG ihren ersten Höhepunkt feiern konnten und bald auch General Motors und Ford in ihren Strudel reißen werden.

Inflations-Party für die Schulden-Junkies

Das Zentralkomitee der SAR, die Federal Reserve, ist mittlerweile das höchste Organ der Vereinigten Staaten und leitet die Inflationierung der amerikanischen Staatsfinanzen und die Zerstörung des Wertes des US-Dollars. Mit der Umwandlung der Federal Reserve in ein zentrales Steuerungsorgan gemäß dem Vorbild der KPdSU wurde am 18. September erstmals sichtbar, dass die Zentralbank den Kongress entmachtet hat.

Die von der Börse bejubelte staatliche Zwangverwaltung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae und die nachfolgende Sozialisierung aller Bankschulden wird die Liquiditätsengpässe zwar nicht lösen, aber darum geht es ja auch schon längst nicht mehr. Die Bailout-Summe von 1 Billion US-Dollar ist eh nur Peanuts und wäre deshalb viel zu gering, um die tickende Zeitbombe im weltweiten Derivatenmarkt von 70 Billionen US-Dollar zu entschärfen. Der gefeierte Befreiungsschlag durch das Bekenntnis von Wallstreets Oberkapitalisten zum Sozialismus wird sich als das erweisen, was es ist, ein „Strohfeuer“.

In welchen Büchern die 10 Billionen oder mehr an Schulden landen werden, die notwendig sind, um das Weltfinanzsystem zu retten, wissen die Schulden-Junkies Paulson und Bernanke nur zu genau. Denn sie können soviel Geld drucken, wie sie wollen, um über die Enteignung der amerikanischen Bürger und deren Gläubiger die USA zu entschulden. Auch wissen Sie nur zu genau, wie man die Verluste von bankrotten Bankern der Allgemeinheit aufbürdet.

Goodbye America!

Der amerikanische Steuerzahler wird jetzt das ausbaden müssen, was fahrlässige Bankmanager zuvor durch ihre Gier in den Sand gesetzt haben. Wenn die Krise ihren Höhepunkt erreicht hat, werden die US-Konsumenten wohl mit 300 bis 500 % des Bruttosozialproduktes verschuldet sein. Genosse Bush wird dann wohl schon abgetreten sein, wenn er nicht bis zu seinem Abgang Notstandsgesetze in Kraft gesetzt hat, die seine Amtszeit verlängern. Doch vielleicht hilft uns bei so viel dunkler Vision der Stand der Sonne, wie es folgender Witz beschreibt:

Bush schaut am Morgen aus dem Weißen Haus und sieht die Sonne aufgehen. Er sagt: “Guten Morgen, liebe Sonne!” Darauf die Sonne: “Guten Morgen, Genosse Generalsekretär und Vorsitzender des Staatsrates der Sozialistischen Amerikanischen Republik (SAR)." Nach dem Mittagessen geht Bush wieder an ein Fenster und grüßt sie wieder: “Guten Tag, liebe Sonne!” Darauf die Sonne: “Guten Tag, Genosse Generalsekretär und Vorsitzender des Staatsrates der Sozialistischen Amerikanischen Republik (SAR)." Am Abend geht Bush noch mal an ein Fenster und verabschiedet sich: “Guten Abend, liebe Sonne!” Darauf die Sonne: “Jetzt kannst Du mich am Arsch lecken Genosse, jetzt bin ich bei den Kapitalisten im Westen!” Und diese wohnen von den USA aus gesehen leider in China!

Telepolis hat eine Umfrage zu den staatlichen Rettungsaktionen gestartet: Überwachen und Strafen: Was wäre eine angemessene Reaktion auf die Banken- und Finanzkrise?

(Artur P. Schmidt)