Die Lösung des Kaschmir-Konfliktes

Der nötige Schock: Die Anerkennung Gilgit-Baltistans als Teil Pakistans

Wenn Imran Khan verhindern will, dass Pakistan schon wieder um Jahre zurückgeworfen wird und sich erneut den Dschihadisten annähert, bleibt ihm nur eine Option, mit der er die Welt positiv schocken würde: die Anerkennung der umstrittenen Region Gilgit-Baltistan als Teil Pakistans.

Das 72.496 km² große Gilgit-Baltistan wird mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern auch von Indien beansprucht. Würde Pakistan die Region als Teil des Landes anerkennen, würde es auch die von Indien verwalteten Teile Kaschmirs als Teil von Indien akzeptieren.

Das wäre ein Zeichen an alle Extremisten in Pakistan, dass sich Armee und Regierung von ihnen verabschiedet. Diese Entscheidung würde auch Narendra Modi unter Zugzwang bringen, denn in Indien fordern Hindu-Extremisten ebenfalls ganz Kaschmir als Teil von Indien. Dann müsste Indiens Heilsbringer Farbe bekennen - will er wirklich eine Lebensverbesserung für die Menschen in ganz Kaschmir oder nutzt er das Thema nur zum Machterhalt.

Anstatt einfach nur Namensänderungen wie Kalkutta in Kolkata, könnte mit Kaschmir endlich die letzte Fußfessel der ehemaligen britischen Kolonialherren abgeschüttelt werden. China, das Pakistan für sein Seidenstraßenprojekt dringend braucht, könnte dann auch offiziell in Gilgit-Baltistan investieren, ohne Spannungen mit Indien zu befürchten. Dazu könnte Peking Indien anbieten, dass sie ihre Streitigkeiten um Kaschmir beilegen.

Die U.S.A würde hier keiner vermissen

Während des Schlagabtausches 1962, besetzte Peking drei ehemalige Fürstenstaaten Kaschmirs, das Gebiet wird heute Aksai Chin genannt. Wenn Indien Pakistan entgegenkommt, könnte Peking Delhi entgegenkommen, so dass Narendra Modi daheim ein neues Abkommen um die Region Aksai Chin als Sieg verkaufen könnte. Die U.S.A würde hier keiner vermissen.

Wie es ihren eigenen Interessen gerade passte, erklärten sie Jahrzehnte lang mal Pakistan zum Verbündeten, mal Indien. Von der indirekten Schaffung der Taliban und al-Qaida gar nicht zu reden. Um es den Sowjets ab 1978 in Afghanistan zu zeigen, wurde Pakistan durch amerikanische und saudische Dollars mit Religionshäusern überzogen, in denen Dschihadisten gezüchtet wurden, die im Kampf gegen die Russen gebraucht wurden.

Ungerechtigkeiten hat es bei der Teilung Indiens 1947 zuhauf gegeben: Warum durfte in Kaschmir der Maharaja Hari Singh entscheiden und nicht die muslimische Bevölkerungsmehrheit, ob sie Indien oder Pakistan angeschlossen wird?

In Hyderabad, damals der größten und reichsten Princely States von allen, war es genau umgekehrt. Dort herrschte der bekennende Moslem Nizam al-Mulj über eine große Mehrheit Hindus - Hyderabad ging an Indien. Genauso lief es 1947 mit dem Fürstenstaat Junagadh in Gujarat. Das alles ist und war völkerrechtlich nicht sauber.

Kaschmir und die anderen Probleme

Kaschmir hat schon so viel Schaden angerichtet. Große Gebiete des indischen Teils von Kaschmir ähneln immer mehr den Zuständen im Gazastreifen. Bis heute liefert Kaschmir der pakistanischen Armee einen Grund, eine aufgeblähte Armee zu halten und einen Staat im Staat errichten zu können. Wie Indien hat Pakistan ein staatsgefährdendes Wasserproblem.

Indiens Bevölkerungswachstum wird zwar im Gegensatz zu Pakistan in absehbarer Zeit gestoppt werden, aber trotz Wirtschaftswachstum herrscht in Indien die größte Arbeitslosigkeit seit 47 Jahren. Nun sagen Experten voraus, dass auch noch 350.000 Arbeitsplätze in der indischen Autoindustrie verloren gehen.

Doch das ist nichts gegen das, was das Land im Agrarsektor erwartet. 240 Millionen Inder leben direkt oder indirekt von der Landwirtschaft. Doch die Agrarkonzerne werden kommen, das ist sicher: Keiner in Indien hat bis jetzt einen Plan, wie das Land Hunderte Millionen arbeitsloser Bauern auffangen soll. Auch in der neuen Amtszeit versucht es die Modi-Regierung mit ihren alten Mitteln: Arbeiterrechte streichen und der Industrie einen Freifahrtschein nach dem nächsten auszustellen.

In Pakistan werden teilweise ganze Provinzen noch von Landlords regiert, für die ein Arbeiter ein Leibeigener ist. Von Gilgit bis nach Srinagar. Von Karatschi bis nach Kolkata gebe es für beide Atomnationen wichtigeres zu tun, als im Kampf um Kaschmir Ressourcen zu verschwenden, während beiden Ländern das Trinkwasser ausgeht.