Die Meinung der Leser ist wichtig

Bei ausgewählten Interviews werden Kommentare aufgegriffen und der Interviewte gebeten, darauf einzugehen

Telepolis wird versuchen, den Kommentaren im Forum mehr Aufmerksamkeit zu geben. Gerade bei Interviews, die auf Telepolis veröffentlicht werden, ist immer wieder festzustellen, dass sich viele Leser rege im Forum mit den Aussagen der Gesprächspartner auseinandersetzen. Oft entzünden sich breite Debatten, in denen wie unter einem Brennglas all das zum Vorschein kommt, was Leserforen auszeichnet: Lob trifft auf Tadel, kluge Kommentatoren, die sich inhaltlich sehr genau mit den in den Interviews gemachten Aussagen auseinandersetzen, treffen auf Meinungsäußerungen der eher rustikaleren Art.

Wer Leserforen dicht macht, bevorzugt wohl auch am liebsten Fußballspiele in einem leeren Stadion. In Zeiten, in denen viel über Leserforen diskutiert wird (Konzentriertes Gejammer: NZZ schließt Kommentarspalte) und die Frage im Raum steht, welchen Wert die Einlassungen der Leserschaft haben (Geschlossene Leserforen bei Spiegel Online), möchte Telepolis hier ein Zeichen setzen.

Zukünftig können bzw. sollen Telepolis-Autoren, die Interviews geführt haben, Kritik, Anmerkungen und Fragen, die im Forum geäußert werden, exemplarisch aufgreifen, und diese in einer zweiten Interviewrunde direkt an den Interviewten adressieren - vorausgesetzt natürlich, dass der Interviewte dazu bereit ist, auf Kommentare und Anmerkungen aus dem Forum einzugehen, und dass die Einlassungen im Forum ergiebig und begründet waren.

Im zweiten Interview werden Anmerkungen aufgegriffen und Fragen der Foristen direkt oder indirekt dem Interviewpartner gestellt. Aber auch der Tenor der Forumsdiskussion soll aufgegriffen werden und Gegenstand des Interviews werden. Der Telepolis-Autor, der das Interview führt, fungiert dabei als Mittler zwischen Leser und Interviewpartner und stellt im Sinne des jeweiligen Themas weiterführende Fragen.

Der Reichtumsforscher Rainer Zitelmann ist in einem "pfeffrigen" Anschlussinterview ("Für mich ist 'neoliberal' ein Ehrentitel"), das über 600 Kommentare erzielte, auf die Kritik an seinem ersten Interview ("Das Jahreseinkommen ist für diese Menschen eine ziemlich unwichtige Größe") noch einmal eingegangen. Norbert Bolz, Medienwissenschaftler an der Technischen Universität Berlin, geht in dem Interview mit Telepolis über Fake News und alternative Fakten auf Wirklichkeitskonstruktion und die Situation der Massenmedien" ein ("Es geht um ein verzweifeltes Rückzugsgefecht der klassischen Massenmedien"). Auf Anfrage erklärte auch er sich bereit, gegebenenfalls in einer zweiten Interviewrunde sich mit Anmerkungen der Foristen auseinanderzusetzen.

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