Die Prophezeiung des Sir Isaac Newton:

Weltuntergang im Jahre 2060

Am Samstag wird ein Dokumentarfilm auf BBC 2 enthüllen, dass nach der Interpretation von Sir Isaac Newton, Großbritanniens berühmtestem Physiker, 2060 das Ende der Welt naht.

Sir Isaac Newton, Bild: Arizona State University

Der Weltuntergang steht bevor, das ist sicher. Die Frage ist nur, wann das geschehen wird. Irgendwann wird die Sonne ausbrennen und das Leben auf der Erde verlöschen. Astronomen sind in ihren Berechnungen großzügig, sie gehen noch von einigen Milliarden Jahren aus, die uns bleiben. Mancher Umweltschützer oder warnender Pazifist prognostiziert dagegen die Selbstzerstörung der Menschheit in näherer Zukunft. Vor allem sind es aber die Religionen und Sekten, die den jüngsten Tag in vielfältiger Form und für verschiedenste Zeitpunkte voraussagen, wobei die irdische Katastrophe immer den Übergang in ein ewiges Leben im Jenseits bedeutet.

Hochkonjunktur hatten die apokalyptischen Fantasien kurz vor dem Jahrtausendwechsel. Nun ist die Welt aber weder in der Neujahrsnacht 2000 noch 2001 untergegangen, nachdem schon die in Mitteleuropa sichtbare Sonnenfinsternis (vgl. Sonnenfinsternis per Satellit bereits seit Montag im Netz) 1999 bis auf einen Tourismusboom folgenlos blieb. Das stört die Visionäre von Armageddon aber nicht, egal wie oft ihre Prophezeiungen nicht eingetroffen sind, entweder werden die Angaben korrigiert oder neue Gruppen verkünden neue Wahrheiten. Eine seltene Ausnahme sind die Zeugen Jehovas, bei denen es seit 1975 keine Nennung von neuen Jahreszahlen mehr gibt, die eine prophetische Bedeutung im Hinblick auf das Weltende haben' (vgl. Der Weltuntergang fand nach 1975 nicht mehr statt).

Seit Jahrhunderten versuchen Mystiker, Numerologen, Kabbalisten und Alchemisten zu berechnen, wie viel Zeit uns noch bleibt (vgl. Der Weltuntergang findet nicht statt). Nostradamus ist und bleibt mit seinen verschlüsselten Prophezeiungen ein Dauerbrenner für jede Menge Interpretationen. Die Chronik der (verpassten) Weltuntergänge listet entsprechende Termine von kurz nach Christus bis 2076 auf.

Jetzt kommt eine neue Jahrezahl ins Spiel. Wissenschaftler haben ein Papier entdeckt, auf dem Isaac Newton das Weltenende für das Jahr 2060 datiert. Der Mann, dem sich die Gravitation als weltbewegende Kraft erschloss, als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel, widmete sich neben den Naturwissenschaften auch der Alchemie. Er setzte sich intensiv mit der Bibel auseinander und schrieb ausführliche Interpretationen vor allem zum Buch Daniel und der Offenbarung des Johannes (vgl. Observations upon the Daniel and the Apocalypse of St. John). Es war bereits bekannt, dass Newton ein Apokalyptiker war, der zahlreiche Berechnungen zu diesem Thema anstellte, allerdings war nie zuvor eine Jahrezahl aufgetaucht, die er nieder geschrieben hat. Newton war überzeugt davon, dass die Geheimnisse der Welt von Gott in der Bibel verborgen wurden und er versuchte, sie aufzuspüren.

Der kanadische Wissenschaftler Stephen Snobelen hat nun das Dokument in einem ganzen Stapel von Papieren gefunden, die im Haus des Earl of Portsmouth 250 Jahre lang in einer Truhe aufbewahrt wurde. Ende der 30er Jahre waren die Handschriften dann bei Sotheby's an den exzentrischen Sammler Abraham Yahuda versteigert worden, um in den 60er Jahren in der Nationalbibliothek in Jerusalem zu landen (vgl. The Sotheby Sale). Der Produzent der BBC-Fernsehsendung, Malcolm Neaum, sagte gegenüber dem Daily Telegraph über Newton und die neuen Erkenntnisse:

Er verbrachte etwa 50 Jahre mit dem Versuch das Ende der Welt vorherzusagen und schrieb darüber 4500 Seiten. Bis jetzt war nicht bekannt, dass er jemals eine endgültige Zahl festgehalten hat. Es hat ihm wohl innerlich widerstrebt, das zu tun.

Es könnte aber auch dieses Jahr das Ende der Welt kommen. Für die Anhänger der Illuminaten-Verschwörungstheorie wie den legendären Hacker Karl Koch alias Hagbard Celine birgt dieses Jahr offensichtlich ganz klar große Risiken, denn 2003 ist die Ziffer 23 mit zwei Nullen dazwischen. Die 23 ist die Zahl der Illuminaten (vgl. Knigge, Illuminaten und Mitnick). 2003 entspricht allerdings nur die Jahreszählung des Christentums, im Islam schreibt man das Jahr 1423 (ab 5. März 1424) und im Judentum 5763. Verschiedene Kalender und Zeitrechnungen behindern aber die Visionen vom nahen Ende der Welt nicht wirklich. Jeder verwendet seine Zahlen und religiösen Überlieferungen. Der Führer einer afroamerikanischen Sekte in Georgia, Rev. Dr. Malachi Z. York, überzeugte seine Anhänger, dass im Mai ein UFO landen und die gläubigen Nuwaubians, wie sie sich selbst in Berufung auf ihre spirituelle nubische Abstammung nennen, retten wird. Und die Sekte Aum Shinrikyo, die für den Giftgas-Anschlag in Tokios U-Bahn verantwortlich war und sich inzwischen Aleph nennt, vertritt die Überzeugung, dass die menschliche Rasse durch einen Atomkrieg gegen Ende diesen Jahres ausstirbt.

Aber auch für die kommenden Jahre gibt es heiße Endzeit-Kandidaten. In Deutschland lief am vergangenen Montag die letzte Folge der Kultserie Akte X und jetzt wissen wir es: 2012 landen die Aliens und werden die Herrschaft auf der Erde übernehmen; der Tag dieser Invasion könnte als Weltenende zumindest für die Menschheit gelten. Der Beleg dafür ist das Ende des Maya-Kalenders. Aber vielleicht gibt es noch Hoffnung, denn erstens sollen noch Kinofilme mit Scully und Mulder gedreht werden und zweitens sind sich die ET-Gläubigen nicht einig, wann die Außerirdischen kommen, um uns zu erlösen, zu versklaven oder auszulöschen. Die klonwütigen Raelianer geben uns noch Zeit bis maximal 2035. Ihr Chef, der ehemalige Autojournalist Claude Vorilhon, hatte 1973 eine Begegnung der dritten Art mit grünen Männchen und weiß seither, dass die Elohim, also jene die vom Himmel kommen, die Menschen mithilfe von Gentechnik erschufen. Deswegen muss zur Erreichung der ewigen Lebens möglichst viel geklont werden, damit die Ahnen aus dem All sich freuen, wenn sie zurück kommen (vgl. Eve: Ich bin stolz, ein Klon zu sein).

Armageddon könnte jederzeit auch ohne Weltverschwörung, Aliens, Propheten oder Gottheiten stattfinden. Am wahrscheinlichsten ist naturwissenschaftlich ein Asteroideneinschlag auf unserem blauen Planeten (vgl. Nicht entfernte Verwandte, sondern eng verbundene Vettern) oder ein gigantischer Vulkanausbruch (vgl. Horrorszenario Super-Eruption). Aber es ist natürlich auch nicht auszuschließen, dass die Menschheit sich selbst schlicht in einem nuklearen oder biologischen Weltkrieg restlos auslöscht. (Andrea Naica-Loebell)