Die hohen Kosten der Rückführung von illegalen Migranten

Nach Berechnungen eines Journalistenverbunds wendet die EU jährlich knapp eine Milliarde Euro für Abschiebungen auf

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos bezifferte die Rückführungsquote für illegaler Migranten im Jahr 2014 kürzlich auf 33 Prozent und erklärte, dass es Einigkeit zwischen den EU-Staaten darüber gebe, diese Quote zu erhöhen. Dazu setzt man auf verbesserte Grenzsicherung durch Frontex; es bestehe Einigkeit unter den EU-Mitgliedstaaten deren Rolle zu stärken.

Laut Recherchen eines Verbundes von 15 Journalisten, Statistikern und Software-Entwicklern, die datengestützten Journalismus betreiben, wird ein Kostenfaktor der Migranten-Politik öffentlich nicht wahrgenommen. Wie sie in ihrem Projekt The Migrants’ Files feststellen, ist der bürokratische Aufwand für die Rückführung der illegalen Einwanderer beträchtlich.

Aufgrund des Datenmaterials, das sie aus mehreren Ländern zusammengesucht haben, berechnen, bzw. schätzen sie die jährlichen Gesamtkosten der Rückführungen von Migranten aus Europa auf knapp eine Milliarde Euro jährlich.

Seit dem Jahr 2000 habe die EU mindestens 11, 3 Milliarden Euro für die Abschiebung illegaler Einwanderer ausgegeben. Durchschnittlich kostet die Abschiebung eines Migranten laut Schätzungen der Journalisten etwa 4.000 Euro; die Hälfte davon machen die Transfer-/Fahrtkosten aus.

Demgegenüber haben die Migranten laut den Erkundungen der Migrants‘ Files in den letzten 15 Jahren etwa 15,7 Milliarden Euro ausgegeben, um in EU-Länder zu gelangen. Allerdings räumen sie ein, dass der Überblick über das Schleppergeschäft, Preisentwicklungen etc. sehr schwierig ist. Immerhin legen sie jedoch ihre angewandten Methoden zum Nachspüren des Money-Trails offen.

Bemerkenswert ist, dass das Journalistenkonsortium auch auf das profitable Geschäft auf der anderen Seite, derjenigen der Grenzsicherung, verweist. Hier habe sich eine profitable Industrie entwickelt. Laut ihren Recherchen liegen drei Unternehmen an der Spitze der Auftragsvergaben der öffentlichen europäischen Sicherheits-Budgets: Airbus mit Töchtern, Finmeccanica und Töchter sowie Thales ebenfalls mit Tochterunternehmen.

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