Digitaler Müll, Veganer erschrecken und die Fußball-WM

YouTube und Co. - unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Ja, ist denn schon wieder Pizza Time? Na klar, doch bis die geliefert wird, kümmern wir uns um unsere Videoschau. Und um die zentrale Frage in dieser Woche: Do you hear "Yanny" or Laurel"? Ich höre übrigens eindeutig, was immer das zu bedeuten hat, Laurel. Diesem bekannten YouTube-Gesicht geht’s nebenbei ganz genauso. Was sich hinter diesem gerade populären Phänomen verbirgt, wird in diesem Wired-Video hoffentlich nachhaltig geklärt.

Nun ausnahmsweise schnell ein kurzer Filmtipp: der Dokumentarfilm "The Cleaners", der seit Donnerstag in ausgewählten Kinos läuft. Er handelt von den Frauen und Männern, die im Auftrag von Facebook, Google und Co. die sozialen Netzwerke von digitalem Müll säubern, dabei Bilder und Filme löschen, die vermeintlich gewaltverherrlichend, pornographisch oder gar kinderpornographisch sind. Diesen schwierigen Job übernehmen allerdings die amerikanischen Internet-Unternehmen nicht selbst, sondern sie haben ihn outgesourct an Privatfirmen, die oft ihren Sitz auf den Philippinen haben. Genau dorthin führt nun auch Hans Blocks und Moritz Riesewicks investigativer Film. Er zeigt die Menschen, die als sogenannte Content Manager diese meist hässliche Arbeit machen, beschreibt den Arbeitsvorgang und die nie ganz zu durchschauenden Kriterien, nach denen diese vermeintlichen Saubermänner vorgehen.

Was sie dabei leisten müssen, ist unglaublich. Pro Tag sichten sie jeweils tausende von Bildern und müssen dann in kürzester Zeit entscheiden, ob sie gelöscht werden. Und diese oft traumatisierende Arbeit verändert auch die Persönlichkeit und Wahrnehmung der Content Manager, denen es eigentlich nicht erlaubt ist, über ihre Arbeit zu sprechen. Dass nun einige es in diesem Film doch tun, grenzt an ein kleines Wunder und macht allein diesen Film so interessant. - Also, nicht verpassen. Lohnt sich und ist tatsächlich spannend wie ein Krimi.

Und nun rollt der Ball. Die WM in Russland steht ja vor der Tür. Und ihr widmen wir die schönsten Kacktore des vergangenen Aprils. Dann haben wir noch den halboffiziellen Abstiegs-Song des HSVs. Und eine Warnung für Reporter, die in Russland während der WM arbeiten müssen. Im Vergleich dazu sind ja unsere Lügenpresse-Schreihälse ja noch richtig zivilisiert. Und über Alice Weidel und ihre kalkulierten Provokationen (gerade Platz 3 in der Trending-Liste) regen wir uns eh nicht mehr auf. Dafür schnell die korrekte Aussprache der Abkürzung AfD.

Jetzt eine Nachricht vor allem für IKEA-Kunden: Die leckeren schwedischen Fleischbällchen sind gar nicht schwedisch, sondern türkisch - meint jedenfalls Stephen Colbert, während Conan Witze über Melania Trump zielgenau platziert. So eine tolle Frau haben wir ja nicht zu bieten, dafür haben wie die Lochis, die Walulis YouTube-Placebo nennt. Es wird Zeit mal wieder Veganer zu erschrecken: mit Bacon. Und danach schauen wir kichernd in die Leserpost. Empfohlen werden: Neulich im Safari-Park, Wetter-Pannen, der perfekte Golfschlag, Sheep Dog Prank und Werbung für Sprachkurse.

Zum Schluss unser Schnelldurchlauf: wichtige Reisetipps, Punched in the Face, Pannenserie, Barbie Car, Rettungshund, Murmel-Rennen: Finale 2017, alte Fahrradmodelle, ein Familiendinner, Rechnen auf Japanisch, Würger King, tierische Pool-Party, zehn Eier-Gadgets. Und den Schlusspunkt setzen russische Botschaften an die Amerikaner.

(Ernst Corinth)

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