Donald Trump im Abwärtstrend

Bild: Weißes Haus

Nach Umfragen ist der Präsident, der sein Amt schon mit den schlechtesten Zustimmungs- oder Erwartungswerten begann, weiter auf negativem Rekordkurs

Mittlerweile dürfte sich herauskristallisieren, dass Donald Trump im Weißen Haus um seinen Niedergang kämpft. Ob ihm die Russlandkampagne geschadet hat oder er selbst durch seine politischen Entscheidungen und unbedachten Äußerungen wie die, dass Obama ihn im Trump Tower habe überwachen lassen, ist schwer zu entscheiden. Das permanente Ankämpfen gegen "die Medien", die nur Fake News produzieren, kann nicht verfangen, wenn dem Präsidenten selbst nicht zu trauen ist und er von vorneherein damit einen Konflikt provoziert, der an den wirklichen Themen vorbeigeht (Verliert Donald Trump den Kampf gegen die Medien?).

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Möglicherweise hatte er die Erwartungen in seine Handlungsmöglichkeiten im Wahlkampf zu hoch angesetzt. Trotz schneller Entscheidungen geht wenig voran, werden Erlasse von Gerichten einkassiert, stößt er bei der Reform von Obamacare auf Widerstände und kann er als Bauer von "schönen Mauern" nicht überzeugen. Auch sein Budget mit den radikalen Kürzungen und das fast ausschließliche Setzen auf Militär und Sicherheit dürfte bei der kriegsmüden Nation nicht ankommen. Nach Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Amerikaner die Nutzung erneuerbarer Energien und den Umweltschutz. Das hat Trump wohl auch unterschätzt.

Die Tendenzen zum Rückzug, die er mit dem Ausstieg aus den Freihandelsabkommen und dem angekündigten Protektionismus eingeleitet hat, isolieren die USA schon jetzt, wie man gerade an den G20-Verhandlungen gesehen hat. Deutlich dürfte den Amerikanern aus den unteren Schichten auch mittlerweile deutlich geworden sein, dass Trumps Politik vor allem den Reichen und den Finanz- und Wirtschaftskonzernen durch Deregulierung und Steuersenkungen nützt, bestenfalls aber irgendwelche Jobs womöglich im Niedriglohnbereich schafft. Trump setzt auf materielle Infrastruktur und Mauerbau, er will als Präsident die Politik eines Bauherrn machen und verschläft die Digitalisierung, was natürlich Europa, Japan oder China zugutekommen kann (Trumps Welt: Pipelines, Mauern, Straßen und andere Bauprojekte).

Die Zustimmung zu Trump ist jedenfalls weiter nach unten gegangen. Gerade einmal 37 Prozent gestehen dem noch immer neuen Präsidenten nach der Gallup-Umfrage zu, seinen Job gut zu machen. Das ist Negativrekord nach zwei Monaten Amtszeit, 58 Prozent lehnen seine Politik ab. Bei seiner Amtseinführung standen noch 45 Prozent der Amerikaner hinter ihm, auch das macht ihn schon zum ersten Präsidenten mit einer Zustimmungsrate unter 50 Prozent. Barack Obama trat mit 68 Prozent Zustimmung sein Amt an, selbst George W. Bush, über den sich viele am Anfang lustig machten, erzielte wenigstens 57 Prozent.

Bei der Rasmussen-Umfrage, bei der Trump stets höhere Werte erzielt, ist derselbe Trend zu beobachten. Hier erzielte Trump zuletzt eine Zustimmungsrate von 48 Prozent, bei Amtsantritt waren es noch 56 Prozent. Mit kleineren Schwankungen geht es kontinuierlich nach unten.

Zustimmung erfährt er trotzdem noch. So schreibt ein Fan auf der Facebook-Seite des Weißen Hauses heute: "Build the wall, defund NATO, cut unnecessary government programs. #maga we are $19,000,000,000,000 in debt time to tighten the belts." Oder so: "The Shadow Government is deeper and wider than we ever thought...don't give up investigating and remember loose lips sink ships...Discrete is the name of the game."

Ein anderer wundert sich: "Funny how all these comments are positive in nature. Seems like someone is editing these comments. Which is why I don't normally go to this page or comment." (Florian Rötzer)

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