Donald Trump ist nach einer Umfrage der Verlierer

Donald Trump noch in Siegerpose. Bild: Weißes Haus

Wichtige demokratische Präsidentschaftskandidaten sind deutlich mehrheitsfähiger als Trump. Zu ihnen haben die weißen Frauen gewechselt

Donald Trump bedankte sich bei Macron für den seiner Ansicht nach erfolgreichen G7-Gipfel im Biarritz. Salvini versetzte er einen Dämpfer, indem er Conte pries, dem er wünschte, weiter Regierungschef zu bleiben. Er lobte Jair Bolsonaro für die Anstrengungen bei der Brandbekämpfung. Der bedankte sich artig und schwenkte auch gleich auf Trumps Lieblingsthema nach den Migranten und der Mauer ein, indem er beteuerte, dass die "Fake News Kampagne gegen unsere Souveränität" nicht funktionieren werde, womit er vor allem Macron meinte.

Auf seinem Twitter-Account freute sich Trump oder wer auch immer für ihn schreibt, dass nun der Mauerbau große Fortschritte erzielt, obwohl die Demokraten dies verhindern wollten. Im begleitenden Video wird der Metallzaun wie ein Kunstobjekt vorgestellt. Auch zum Lieblingsthema Medien äußerte er sich, nachdem er bedauerte, dass sein Lieblingssender Fox News nun nicht mehr sein Sprachrohr ist, sondern auch Demokraten ausführlicher zu Worte kommen lässt: "Wir müssen uns einen neuen Nachrichtensender suchen. Fox arbeitet nicht mehr für uns." Doch wieder Breitbart.com?

Bescheiden ist der Mann bekanntlich nicht. Er spricht vom "Trump-Zeitalter", vom Age of Trump, und meint, dass ein großer Teil seines Erbes "im Rückblick nach vielen Jahren von jetzt" das "Aufdecken der massiven Unehrlichkeit in den Fake News" sein werde: "Es hat niemals in der Geschichte unseres Landes eine Zeit gegeben, in der die Medien so Betrügerisch, Fake und Korrupt waren."

Ernüchternd für den Wahlkämpfer dürfte sein, dass seine Popularität weiter im Vergleich zu den demokratischen Präsidentschaftskandidaten zu sinken scheint. Nach einer Umfrage von Quinnipiac University Poll erzielt er weniger Stimmen als seine demokratischen Konkurrenten. Für Joe Biden, dem Trump Anzeichen von Senilität nachsagt, würden 54 Prozent stimmen, für Trump nur 36 Prozent.

Suche nach den Schwachstellen von Joe Biden

Biden ist noch der Hauptkonkurrent. Das ist vermutlich auch der Grund, warum Rudolph W. Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, der jetzt als Anwalt für Trump tätig ist, die neue ukrainische Regierung von Präsident Volodymyr Zelensky bedrängt, Ermittlungen in zwei Fällen aufzunehmen. Beide bringen Zelensky vor eine schwierige Entscheidung, denn wenn er Biden durch Ermittlungen schadet, könnten die Demokraten, zumal wenn ein Kandidat die Wahl gewinnt, die Ukraine hängen lassen, wenn er Trumps Ansinnen abweist, könnte ebenfalls die Unterstützung zurückgefahren werden.

Es geht im einen Fall um eine Wahlkampfhilfe, die die ukrainische Botschaft für die Demokraten 2016 leistete, indem sie belastendes Material über die Aktivitäten von Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort weitergaben. Der musste dann zurücktreten und wurde schließlich wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Der damaligen Regierung in Kiew dürfte Trumps russlandfreundlichere Haltung nicht gefallen haben, weswegen man die Demokraten unterstützte, die auch weiterhin stramm antirussisch sind.

Beim anderen Fall geht es um Joe Biden selbst, der im Verdacht steht, massiv auf die ukrainische Regierung eingewirkt zu haben, um die Geschäfte seines Sohns mit dem Gaskonzern Burisma zu schützen. Wie er selbst einräumte (Ukraine: Die subtile Außenpolitik der USA), hatte er Kiew mit dem Entzug eines Milliardenkredits gedroht, wenn nicht Generalstaatsanwalt Viktor Shokin entlassen wird. Das geschah denn auch. Er hatte damals gegen Gaskonzern Ermittlungen eingeleitet.

Höchstens 40 Prozent Zustimmung findet Donald Trump

Aber selbst wenn das Ansehen von Biden durch Giuliani, der angeblich privat ermittelt, beschädigt werden sollte, liegt Trump weiter hinter anderen Top-Kandidaten her: Bernie Sanders würde bei einer Entscheidung zwischen beiden mit 53 Prozent vor Trump mit 39 Prozent stehen, Elizabeth Warren mit 52 vs. 40 Prozent und Kamala Harris mit 51 vs. 40 Prozent. Auch Pete Buttigieg führt mit 49 vs. 40 Prozent. Die geringen Werte für Trump werden auf die Abwendung der weißen Frauen von Trump zurückgeführt, die ihn 2016 noch gewählt hatten. Jetzt würden jeweils zweistellig für den demokratischen Kandidaten stimmen.

Mehr als 40 Prozent konnte Trump in der hypothetischen Stichwahl mit demokratischen Kandidaten in der Umfrage nicht erzielen. Zufrieden mit seiner Amtsführung sind 38 Prozent, 56 Prozent lehnen sie ab, letzten Monat waren noch 40 Prozent zufrieden. Um die 40 Prozent zählen nach der Umfrage zu Trumps Anhängern, was sich auch daran ablesen lässt, dass jeweils 38 Prozent seine Außenpolitik, seine Wirtschaftspolitik, seine Migrationspolitik und seine Waffenpolitik für gut befinden, während eine Mehrheit sie ablehnt. Nur 32 Prozent sind mit seinem Umgang mit ethnischen Gruppen einverstanden. Zwar sagt eine Mehrheit von 61 Prozent, dass es der amerikanischen Wirtschaft gut gehe, dass sei aber der geringste Wert seit April 2018. Und 41 Prozent meinen, Trumps Politik schade der Wirtschaft.

Amerikaner, die der Demokratischen Partei zuneigen, haben drei Favoriten: Ganz vorne liegt Biden, gefolgt von Sanders und Warren.

Allerdings geht es in den USA nicht um die Mehrheit aller Wähler, die bestimmt, wer nächster Präsident wird. Letztlich entscheiden darüber die Wähler einiger Bundesstaaten. In den Swing States steht in dem Zwei-Parteien-Wahlsystem die Mehrheit auf der Kippe, nur wenige Stimmen können hier reichen, um entweder den Republikanern oder den Demokraten zum Sieg zu verhelfen. Auch bei der Präsidentschaftswahl 2016 wurde Trump nicht von der Mehrheit gewählt, sondern gewann aufgrund der Entscheidung in den Swing States, in denen er intensiv Wahlkampf führte.