Dubai - Der Schein von Stadt

Dubai mit Dubai Creek. Bild: Wikimedia Commons Das Bild "Dubai Tradition und Moderne.jpg" stammt aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU Free Documentation License. Link auf /tp/r4/buch/buch_gnu.html .

Ein Zwischenbericht

Dubai-Strip

Wie Las Vegas1, die immer wieder zitierte andere Wüstenstadt mit ihrer markanten städtebaulichen Identifikationsfigur, ist auch Dubai aus zwei aufeinanderstoßenden Bewegungsachsen zusammengesetzt.

Strukturell entspricht das alte Dubai der Freemont Street, dem traditionellen 'Main Street'-Distrikt, Ort der Fußgänger und der Nahperspektiven, das neue Dubai mit der Sheik Zayed Road dem 'Strip', der Auffahrtachse für große Geschwindigkeiten und schnelle Wahrnehmungen aus der Perspektive der Limousinen und Offroader.

Anders aber als beim Las Vegas-'Strip' mit seiner dichten Folge imposanter Hotels und Casinos – Venturis „Enten“ und „dekorierte Schuppen“ –, liegen zwischen den Turm-Clustern und dicht gefügten, in geometrischen Mustern arrangierten Villenquartieren des neuen Dubai ausgedehnte Brachen, öde Resträume, durchzogen von groben Erschließungsinfrastrukturen, fußgängeruntauglich. Wüste Flecken, nicht Wüstenflecken. In einer ferneren oder näheren Zukunft sollen sie urbanisiert werden oder gar, wie Amer M. Moustafa träumt, zusammenwachsen „zu einem Ort, wo Menschen und ihr gesellschaftliches Leben die treibende Kraft sein werden“2 – ein Projekt, das mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise Projekt bleiben könnte.

Luftbildstädtebau

Die aus der Weltraumperspektive herangezoomten Inselaufschüttungen sind eine Pracht, einzigartig schöne Luftbilder. Insbesondere wenn man die Fotografien von ihrer Entstehung zu sehen bekommt.

Auf dem Boden der Palm Jumeirah angekommen, stellt sich diese Pracht ganz anders dar. Stellen Sie sich vor, jemand nähme Sie auf eine Besichtigungstour mit. Gespannt nähern Sie sich dem trunk, dem Stamm der Palme: Inmitten einer mehrspurigen Fahrbahn mächtige Betonstützen und Brückenelemente, die eine Hochbahn tragen sollen. Zu beiden Seiten grobschlächtige Wohntürme, so dicht gedrängt, dass jede denkbare Perspektive hinter der mechanischen Repetition der die Sicht dominierenden, nahezu identischen Fassaden verschwindet. Der Ortstermin ist lehrreich: Die Vitalität, die Dubai aus der Vogelperspektive verspricht, verschwindet, sobald man sich die Geschichte aus der Nähe ansieht.

„Palm, Jumeirah“ vor der Küste Dubais. Bild: NASA

Autogerechte Vorfahrten, für anderes bleibt auf der Palme fast kein Raum. Vom Meer ist nichts zu sehen. Kein Ausblick auch dort, wo die abgeschrankten Palmwedel (fronds) ansetzen. Die aus schierem Verwertungsinteresse dicht nebeneinander gesetzten Villen lassen keinen Raum für Durchblicke. Fürs Auge weit weg sind die unmittelbar hinter den Häusern zwischen den einzelnen fronds liegenden Wasserarme. Dubai von oben und aus unmittelbarer Nähe – zwei Welten.

Vergessen im Taumel des Baugeschehens

Für die Wahrnehmung architektonischer Objekte und städtischer Räume ist eine Lektion bekanntlich von großem Gewicht: dass man städtische Räume in der Planung mit den Augen derer entwickelt, die sich in ihnen bewegen, dass das menschliche Auge nicht nur aus der Vogelperspektive zum Träumen gebracht werden will. Wo diese Lektion nicht beachtet wird, entstehen, wie Le Corbusier sagt, nichts als tote Architektur, tote Räume. Wo Raumübergänge fehlen, wo vernachlässigt wird, wie Außenräume und Innenräume visuell und im Hinblick auf die Erkundungen der Sinne und der körperlichen Bewegung im Raum zusammenhängen, reduziert sich das räumliche Geschehen und begrenzen sich räumliche Erfahrungen.

Ist diese Lektion im Taumel des Baugeschehens schlicht vergessen worden? Aus den Fehlern bei der Konzeption und der Planung der Palm Jumeirah habe man für die zweite Palme gelernt und entsprechende Schlüsse gezogen, sagt uns der zuständige Planer der Palm Jebel Ali im Januar 2008.

Der Schein von Stadt

Ortswechsel. Von ferne signalisieren die zu einer eindrucksvollen Silhouette zusammengeschobenen Türme: Stadt, Stadtmitte. Aus der Nähe jedoch steht man vor unwirtlichen Funktionsgruppen aus High-rise Buildings mit Tiefgarageneinfahrten, serviced Apartment- und Bürogebäuden, in vielfältigsten geometrischen Konfigurationen arrangiert, hochgezogen und aus sich wiederholenden Fertigteilen montiert, glatt oder strukturiert, 'modern' oder 'klassisch', 'arabian heritage' oder 'postmodern'.

Shumon Basar sagt, in Dubai lasse sich „architektonische Individualität“ an Fassadenverkleidungen festmachen: „Applied like make-up for buildings, cladding comes flat-packed and is stuck onto the concrete. Bronzed steel, aqua blue glazing or pink granite finish? Instant differentiation!“3 Als Lieferanten solcher Baukunst sind die von Rem Koolhaas „Virtual Unknowns“ Genannten4 in Dubai wie überall sonst rund um den Globus tätig, von Qatar bis Seoul, von Bahrain bis Shanghai ...

Dubai Marina (Bild: Wikimedia Commons Das Bild "Dubai marina2.jpg" stammt aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der Creative Commons Namensnennung 2.0 Lizenz. Der Urheber des Bildes ist David Pin.)

Was in Dubai aus größerer Entfernung Stadt zu sein scheint, entpuppt sich an Ort und Stelle als bloßer Schein von Stadt: Wüstenimplantate, semi-urbane Fragmente, gated housing developments, thematisch konzentrierte kontrollierte Unternehmensstandorte, Funktionszonen.

Objektbesessenheit, Raumvergessenheit

Objektbesessenheit und Raumvergessenheit kennzeichnen den 'Städtebau' des neuen Dubai. Und so gibt es nichts, was nicht unmittelbar dem Zweck der Türme dient. Der 'Städtebau' des neuen Dubai bevorzugt das Private auf Kosten des Öffentlichen. Und so ist das neue Dubai kein Ort für Menschen, die es gewohnt sind, Stadtquartiere zu Fuß zu erkunden: heiße Gegenden ohne schattenspendende Arkaden oder Baumalleen. Es gibt weder Trottoirs noch Läden, Bibliotheken, Sportstätten, Schwimmbäder.

Die Angestellten der multinationalen Unternehmen, Banken, Versicherungsgesellschaften, Agenturen und Medienbüros, die hier arbeiten, brauchen im Nahbereich offensichtlich weder Cafés, Restaurants, Buchhandlungen noch Fotogeschäfte, Elektronikläden, Optiker, Coiffeure, Uhrenläden, Reinigungen oder diverse Handwerksbetriebe. Was in funktionierenden Städten wie dem alten Dubai die Lebendigkeit der Erdgeschoßzonen ausmacht, fehlt im neuen Dubai.

Dubai Mall

Fürs Einkaufen gibt es Shopping Malls, große, größere und riesengroße wie die jüngst eröffnete, 223.000 Quadratmeter große Mall of the Emirates. Und wer außerhalb der Bürogemeinschaft Gesellschaft sucht, muss die trostlosen Funktionszonen mit dem Auto verlassen; denn die Treffpunkte – Hotellobbys, Hotel- und Golfclubrestaurants, viel mehr wird nicht geboten – liegen weit auseinander. Das sogenannte gesellschaftliche Leben ist indoor und klimatisiert.

Unterkomplexe Lebensstile

Eine vorwiegend aus importierten 'Stadtnomaden' zusammengesetzte Gesellschaft ließe sich hilfsweise als mobile Funktionsintelligenz beschreiben: gut bezahlte Fachleute, im Firmenjargon 'Expatriots', zufällig und instrumentell aggregiert, in den steuerfreien Free Zones des Emirats temporär und zweckbezogen agierend, vielfach isoliert lebend, allenfalls mit punktuellen, hochselektiven Kontakten, ohne politische oder kulturelle Kohärenz.5 Transitorische Existenzen ohne feste Strukturen, wie sie für die Formation von Gesellschaften nötig sind, von hoher Fluktuation: „consultants, traders, in-transit business travelers“6 jederzeit bereit, wieder aufzubrechen, mit einem „check-out-date“ im Kopf, wie Todd Reisz schreibt7, die meisten „uninterested in investing in society or befriending their neighbours, and with the majority content to treat their job as a stepping stone to another destination or as a temporary residence before eventually returning home”8.

Madinat Jumeirah

Verglichen mit den Arbeits- und Lebensbedingungen zunehmender Vergesellschaftung, wachsender und aufeinander bezogener Integration und gesellschaftlicher Differenzierung charakterisiert die Mitglieder der hier skizzierten Aggregation eine Praxis des Rückzugs aus den komplexen Formen menschlicher Organisation: vergleichsweise gering ausgebildete Diversifizierungsbedürfnisse, minimale Unterschiede im Lebensstil. Vorzugsweise bleiben sie unter sich. Von ihnen betriebene Geschäfte benötigen nicht – außer wenn, wie in der jüngsten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die angeblich alternativlose Selbstregulierung des 'Marktes' nicht mehr funktioniert und der Ruf nach dem sonst verschmähten Staat laut wird –, was eine Stadtgesellschaft auszeichnet: das Öffentliche, den Reichtum einer Konfliktkultur, die als Grundelixier zur Komplexität und zur hohen sozialen Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften gehört. „... the forces of globalization and the postmodern conditions they impose”, beobachtet Amer Moustafa, „have increasingly privileged the private! The privatization of all aspects of urban life is evident ...”9

Am Beispiel des Resorts Madinat Jumeirah zeigt sich exemplarisch, dass die Transformation der Stadt in ein „indoor setting“ die „Privatisierung der sozialen Beziehungen“ fördert.10 Zugespitzt: die Selbstisolierung sozial homogener Klassen, eine aus Exklusionsinseln zusammengesetzte Welt.

Gemeinsam ist ihr ein profundes Desinteresse an allen Formen stadtgesellschaftlichen Lebens. Ihr Bild von Stadt, von städtischer Vitalität und städtischer Kultur orientiert sich nicht an der Idee, teilzuhaben an einem gemeinsam beanspruchten, gemeinsam genutzten, bereicherten und gehegten, immer aber auch potentiell riskanten städtischen Raum, für den man gar in irgend einer Form Verantwortung trägt. Im Gegenteil: Dubais großenteils temporäre Bewohner sind nur an einem von den Fährnissen funktional durchmischter Städte befreiten Raum interessiert. Die Stadt, die sie meinen, ist ein Ort privatistischer Selbstbezüglichkeit.

Die Rohheiten des Privatistischen

Wie zeigt sich das Dilemma des Privatistischen? Einem vielleicht unangemessen wirkenden Vergleich könnte es gelingen, dessen Grenzen und Ärmlichkeiten sichtbar zu machen, auch wenn es sich in dem einen Fall um die existentielle, im anderen um die luxuriöse Seite handelt. Man könnte „Bekanntes aus ungewohnten, inkongruenten Perspektiven“ neu beleuchten11 und beispielsweise fragen, was informelle Siedlungen und das neue Dubai gemeinsam haben. Nichts auf den ersten Blick natürlich. Auf den zweiten jedoch, daß beide – wenn auch höchst unterschiedliche – Erscheinungsformen ein und derselben, strukturell ähnlichen Investitionspolitik sind: In beiden Fällen wird nahezu ausschließlich in den privaten Raum investiert.

Im Fall der informellen Siedlungen agieren die von der herrschenden Planungstheorie und Planungspraxis Ausgeschlossenen aus purer Not. Die Landbesetzer haben keine Wahl – ihre ökonomischen Mittel sind begrenzt, mehr als einfachste Hütten oder Häuser für ihre eigenen Bedürfnisse zu errichten können sie sich nicht leisten. Gezwungenermaßen werden sie selbst zu Investoren und 'Städtebauern'.

Bei Dubais neuen Stadt-Clustern liegt der Fall anders. Hier bleiben die Investoren und ihre Kundschaft unter sich. Hier beruht die Investitionspolitik auf einem manifesten Desinteresse an den komplexen Formen des gesellschaftlichen Lebens und entsprechenden öffentlichen Räumen.

Hier wie dort ist ein je anderes Bild der vernachlässigten Stadt zu sehen. Beide Verfahrensweisen, die aus der Not entstandene wie die aus dem Luxus geborene, sind Erscheinungsformen einer Politik der Exklusion.

Investment-Urbanismus

Das Bild der Retortenstadt spiegelt das ökonomische Interesse, das einen solchen Städtebau antreibt. Steuerfreie Free Zones sind funktionsoptimierte Infrastrukturen zur privaten Profitmaximierung. Was dabei herauskommt, kann man im neuen Dubai besichtigen: die Vulgarität des Privatistischen, die Vulgarität der „billigen“ Stadt – billig im Sinne einer Stadt, in der nichts kosten darf, was nicht irgend einem privaten Nutzen dient. Je mehr Enklaven von zahlungsfähigen Investoren eingerichtet und von zahlungsfähigen Bewohnern und Besuchern genutzt werden, desto geringer das Interesse an öffentlich genutzten Stadträumen. Und so ersetzen private Räume das städtische Leben, Erfahrungen in sozial homogenen Exklusionsräumen jene gesellschaftlicher Komplexität.

"Ski Dubai", die weltweit größte Ski-Halle. (Bild: Wikimedia Commons Das Bild "Dubai-Ski-Dubai-11.JPG" stammt aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der Creative Commons Namensnennung 2.5 Lizenz. Der Urheber des Bildes sind Ian and Wendy Sewell.)

Dubai ist womöglich der Prototyp einer Stadt, wie es sie bisher in dieser Ausprägung nicht gibt. Einer Stadt, die aus dem Geist des Investment-Urbanismus entsteht, einer Stadt der reduzierten Komplexität. Die Übersetzung des Programms einer restringierten, konfliktarmen Gesellschaft, wie wir sie bisher von gated communities kennen, auf den Maßstab der Stadt: festgelegte Regeln und fast nichts auszuhandeln.

Die unsichtbare Stadt

Privilegierte und Unterprivilegierte leben in Dubai scharf voneinander getrennt. Wo ihre Wege sich kreuzen, wie in Haushalten mit Dienstpersonal, scheut man sich nicht, die Klassenunterschiede bereits mit den Grundrissen international vermarkteter Immobilienprospekte deutlich zu machen: Der fensterlose Maid's Room erreicht zuweilen nicht einmal die Größe des dem Master's Bedroom benachbarten Ankleideraumes ...

Die Skyline von Dubai mit dem höchsten Gebäude der Welt, dem "Burj Dubai". Bild: Wikimedia Commons Das Bild "Burj Dubai in Skyline on 24 December 2007.jpg" stammt aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU Free Documentation License. Urheber des Bildes ist Imre Solt. Link auf /tp/r4/buch/buch_gnu.html .

Im Maßstab der Stadt zeigen sich die Unterschiede genauso krass. Al Quoz zum Beispiel ist auf der offiziellen Dubai Map kein Ort architektonischer Prominenz. Unweit der Großbaustelle Business Bay gelegen, aus deren Mitte der rund 800 Meter Burj Dubai hoch aufragt, ist Al Quoz ein Ort ohne eigentliche Adresse.

Hier leben die nach Hunderttausenden Zählenden, die Dubais Türme bauen: Underclass-Nomaden aus Bangladesh, Indien, Nepal, Pakistan, Sri Lanka und anderen asiatischen Ländern, nach Berufsgruppen mit Minimalstandard untergebracht in sogenannten Labor Camps. Morgens mit Bussen der Baufirmen zu den Baustellen gekarrt, abends in die trostlosen Unterkünfte zurückgefahren, am arbeitsfreien Tag in die Stadt und zurück – anderes ist für sie nicht vorgesehen. Ahmed Kanna nennt sie die „unsichtbare Stadt, die die sichtbare baut“12. Und gerade weil 80 Prozent der Arbeitsmigranten 'provisorisch' in Dubai sind, werden sie, schreibt Rem Koolhaas, einen radikalen Einfluss auf die Zukunft der Stadt haben. Weil sie nie Bürger sein werden, werde ihre Loyalität stets eine bedingte sein. Sie konstituieren keine Polis, sondern „eine provisorische Gemeinschaft der Entrechteten ...“13. Al Quoz, das ist die anonyme Seite Dubais.

Krise. Atempause

Wer weiß, ob die Karawane aus Investoren, Agenten, Technikern, Arbeitern und Touristen nicht weiterzieht, wenn die Ende 2008 eingeleitete Redimensionierung des Phantastischen anhält. Die dramatisch sinkenden Immobilienpreise, schreibt die New York Times, sorgen für eine Abwärtsspirale, die Teile von Dubai wie eine Geisterstadt erscheinen lässt. Zehntausende haben dem Land bereits den Rücken gekehrt, Zahlen stellt die Regierung nicht zur Verfügung. „Statt einen Schritt in Richtung größerer Transparenz zu tun, scheinen sich die Emirate in die umgekehrte Richtung zu bewegen. Ein neues, bislang als Entwurf vorliegendes Gesetz sieht vor, die Beschädigung des Ansehens des Landes oder seiner Wirtschaft als Verbrechen anzusehen, das mit Bußen bis zu einer Million Dirham (ca. 272.000 US-Dollar) bestraft werden kann ...“14

Warum niemals Zeit blieb, Nutzen und Konsequenzen eines Unternehmens reiflich zu überdenken?15 Jetzt zwingt die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise Dubai zu einer Atempause.

Der hier veröffentlichte Beitrag ist die Einleitung zu dem von Elisabeth Blum und Peter Neitzke herausgegebenen Buch "Dubai: Stadt aus dem Nichts", das eben in der Reihe "Bauwelt Fundamente" (Bd. 143) des Birkhäuser-Verlags erschienen ist.

Über ihre Erfahrungen in Dubai haben die Herausgeber mit den Architekten Dominic Wanders, Hannes Werner und Jost Kreussler gesprochen. Die an der American University of Sharjah lehrenden Architekten George Katodrytis und Kevin Mitchell äußern sich in ihren Essays über die Erscheinungsbilder und die Bildsprache der Architektur in Dubai. In ihrem Essay skizziert Keller Easterling am Beispiel Dubai die Werkzeuge und Techniken der 'Stadtstaatskunst'. Nadine Scharfenort berichtet über ein lebendiges Quartier, das einem städtebaulichen Großprojekt weichen muss, und beleuchtet die Rivalitäten auf der Arabischen Halbinsel. Naseef Naeem diskutiert verfassungsrechtliche Fragen in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Heiko Schmid zeichnet den rasanten Aufstieg Dubais nach und untersucht den Zusammenhang von Familienherrschaft und unternehmerischer Praxis, Susan Thieme die Bedingungen und Praktiken der Arbeitsmigration, Rainer Hermann die Lebens- und Arbeitsbedingungen derer, die das neue Dubai bauen. Wolfgang Lipps analysiert den Immobilienmarkt in Dubai und dessen Krise, Lucia Tozzi berichtet von der weltweit größten Immobilienmesse 'Cityscape', Dubai. Und die Herausgeber haben Michael Schindhelm, Direktor der Dubai Culture and Arts Authority, zu seinen Beobachtungen und Ideen befragt. Gespräche, Lageeinschätzungen und Analysen. Ein Zwischenbericht. (Elisabeth Blum, Peter Neitzke)

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