EU-Bürger fordern mehr Klimaschutz

Die EU-Kommission veröffentlichte eine im Vorfeld des Klimagipfels der Vereinten Nationen durchgeführte Befragung zum Thema Klimapolitik und Energie

Die vor dem Klimagipfel durchgeführte Befragung zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger in allen EU-Staaten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels mit überwältigender Mehrheit positiv gegenüberstehen und sich von der EU und nationalen Entscheidungsträgern nicht nur mehr Ehrgeiz in diesem Bereich, sondern auch eine Stärkung der Energiesicherheit in Europa wünschen.

81% der Befragten in Deutschland halten den Klimawandel für ein "sehr ernstes" Problem. 71% der Befragten gaben zudem an, dass sie nach eigenen Angaben in den letzten sechs Monaten persönlich etwas zur Bekämpfung des Klimawandels beigetragen haben. Auf die Frage, ob beim Kauf eines neuen Haushaltsgeräts ein geringerer Energieverbrauch eine wichtige Rolle spielte, bejahten dies 63%. Eine breite Mehrheit in Deutschland finden es wichtig, dass ihre Regierung ehrgeizige Ziele festlegt, um den Anteil der Nutzung erneuerbarer Energien bis 2030 zu erhöhen, und dass die EU-Wirtschaft bis 2050 klimaneutral werden solle.

Europaweit ergab sich ein ähnliches Bild. Für 79% der EU-Bürgerinnen und -Bürger ist der Klimawandel ein "sehr ernstes" Problem. 92 % der Befragten halten es zudem für wichtig, dass ihre Regierung ehrgeizige Ziele zur Förderung erneuerbarer Energien festlegt, um die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. 89% sind der Auffassung, dass ihre Regierung Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bis 2030 unterstützen sollte. Auch sollen mehr Finanzmittel für den Übergang zu sauberer Energie bereitgestellt werden, hierfür sprachen sich 84% der Befragten aus.

Die Europäische Kommission fühlt sich durch diese Umfrage bestärkt, weiterhin eine Vorreiterrolle bei den globalen Klimaschutzmaßnahmen einzunehmen. Der für Klimapolitik und Energie zuständige Kommissar, Miguel Arias Cañete, sagte: "Wie die Ergebnisse der heute veröffentlichten, EU-weiten Umfrage zeigen, findet unser Ansatz breite Unterstützung unter unseren Bürgerinnen und Bürgern. Es macht mich stolz, diese Botschaft auch nach New York tragen zu können."

Der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, erklärte dazu: "Mit dem Übereinkommen von Paris haben sich zum ersten Mal alle Parteien verpflichtet, die Emissionen zu reduzieren. Nun ist es an uns, dafür zu sorgen, dass dies rechtzeitig erfolgt, um bei der Klimakrise das Schlimmste zu verhindern. Die Europäische Union wird das Ergebnis unserer Arbeit an der Energieunion mit nach New York nehmen: die realistische Aussicht auf ein klimaneutrales Europa 2050, der eine in verbindliche Rechtsvorschriften gefasste, ehrgeizige Politik zugrunde liegt. Die EU hat sichergestellt, dass sämtliche Wirtschaftsbereiche sich an dem Übergang beteiligen. Wir hoffen, dass unsere Pläne anderen Ländern auf dem Klimagipfel eine Inspiration sein werden, genauso wie wir selbst auf Inspiration hoffen. Unsere Botschaft ist schlicht und einfach: Europa erzielt Ergebnisse."