EU-Kommission verkündet das Ende der Krise

Sind die Banken wirklich stärker aufgestellt?

Richten wir nun also einen Blick auf die zweite Behauptung, dass die "Banken stärker aufgestellt" seien. Es scheint, an Brüssel ist vorbeigegangen, dass erst kürzlich in Spanien erstmals eine Bank abgewickelt wurde. Allerdings konnte man sich in Italien zu diesem Schritt kurz darauf - obwohl es sich nur um zwei kleine Regionalbanken in Norditalien handelte - nicht durchringen. Denn befürchtet wurden fatale Dominoeffekte, die wegen der Verflechtungen schnell zum Flächenbrand in Europa hätten werden können. Also wurden wieder Banken einmal mit Steuergeldern gerettet, wie schon zuvor zum Jahreswechsel auch die große italienische Monte dei Paschi. Erinnert sich jemand an Bankenrettungen vor der Krise, aus der man jetzt angeblich herausgekommen sein will?

Es glaubt auch in Brüssel wohl niemand ernsthaft die Propaganda, die erneut das Krisenende verbreitet. Ohnehin hatte diese Parole schon vor fünf Jahren der damalige Kommissionspräsident Barroso ausgegeben (Barroso erklärt die Krise für beendet. Denn Dominoeffekte im Bankensektor erwartet man nur, wenn es dort auch weiter große Probleme gibt. Sonst hätte man getrost die unbedeutenden Regionalbanken und auch die größere Monte de Paschi abwickeln können.

Die Befürchtungen, die im Rückblick am Mittwoch ausgeblendet wurden, sind aber mehr als berechtigt, denn auch in Brüssel ist bekannt, dass sich faule Kredite im Umfang von einer Billion Euro in den Bilanzen der europäischen Banken finden. Deshalb wurde das Problem kürzlich auch auf dem Treffen der Finanzminister (Ecofin) erneut behandelt. Geschätzt wird, dass sich mit 360 Milliarden Euro der größte Teil des faulen Kuchens bei italienischen Banken findet.

Und welches Szenario wird uns zur Lösung des Problems angeboten? Das Krisen-Szenario mit der Einrichtung von Bad Banks und die Verschiebung der Schulden auf den Steuerzahler.

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