Eklat um rassistische Äußerungen Peter Ramsauers

Fototermin bei Alexis Tsipras. Bild: W. Aswestopoulos

Während eines Fototermins beim Besuch von Sigmar Gabriel bei Alex Tsipras kam es zum Körperkontakt zwischen Ramsauer und einem Fotojournalisten

Während des Besuchs des Vizekanzlers Sigmar Gabriel in Athen kam es zu einem Eklat um verbale Attacken des früheren Verkehrsministers und ehemaligen CSU-Spitzenkandidaten Peter Ramsauer, der zur Delegation Gabriels gehörte. Ramsauer soll, was von mehreren Augen- und Ohrenzeugen bestätigt wurde, einen griechischen Fotoreporter gegenüber auf Deutsch und Englisch gesagt haben: "Rühr mich nicht an, du schmutziger Grieche."

Der betroffene Fotoreporter ist Telepolis persönlich bekannt, möchte aber öffentlich nicht Stellung zum Vorfall nehmen. Es handelt sich um einen fest angestellten Mitarbeiter einer großen Fotoagentur, der neben seiner fotografischen Ausbildung auch noch über einen Universitätsabschluss verfügt und in Athen als gewissenhafter, ruhiger und vor allem freundlicher Kollege bekannt ist.

Zum Vorfall kam es während des Fototermins des Empfangs Sigmar Gabriels im Maximos Mansion, dem Amtssitz des griechischen Premierministers Alexis Tsipras. Dabei kam der Fotograf in Ausübung seiner Tätigkeit in Köperkontakt zu Ramsauer, der aus welchen Gründen auch immer inmitten der Fotografen stand. Die durchweg als rassistisch aufgenommenen Äußerungen führten auf offizieller Seite zu Protesten. Von Seiten der Delegation Gabriels gab es Entschuldigungen. Ramsauer selbst nahm keine Stellung, soll aber geäußert haben, dass er durch den Körperkontakt Blutergüsse erlitt.

Fototermin von Sigmar Gabriel und Peter Ramsauer bei Alexis Tsipras. Bild: W. Aswestopoulos

Der offizielle Fotograf des Vizekanzlers bestätigte den Vorfall gegenüber griechischen Medien. Der Autor dieses Textes war selbst anwesend, kann aber lediglich bezeugen, dass es beim Fototermin zu einem Gedränge kam, als die einzelnen Gruppen der zum Fototermin geladenen Personenkreise sich nicht an die Regeln hielten.

Es war angeordnet worden, dass nach Tsipras und Gabriel zunächst die Delegationsmitglieder der beiden Politiker und danach die Fotoreporter und erst am Ende die Journalisten in das Büro von Tsipras eintreten sollten. Die Journalisten mischten sich jedoch drängelnd zwischen die Fotografen und Ramsauer stand schließlich in dem den Fotografen zugedachten Terrain. Es ist bei Fototerminen durchaus üblich und selbst bei größter Sorgfalt nicht zu vermeiden, dass es zwischen den Fotografen zu Körperkontakt kommt.

Dem CSU-Politiker sei gesagt, dass zu den Mitgliedern der Union of Photojournalists of Greece auch mehrere deutsche Staatsbürger, Briten und ein Schweizer gehören. Letzterer ist der offizielle Fotograf des griechischen Premierministers.

Die Union of Photojournalists verurteilt das Verhalten Ramsauers in ihrer offiziellen Presseerklärung scharf. Sie betont jedoch, dass die Arroganz einer Macht ausübenden Person ausschließlich diese selbst entwertet. Rückschlüsse auf den ethnischen Ursprung des Politikers verbittet sich die Union of Photojournalists. In Stellungnahmen von Fotografen gegenüber griechischen Medien wurden jedoch Ramsauers politische Linie und die einschlägigen Äußerungen in der Öffentlichkeit während der griechischen Finanzkrise betont. (Wassilis Aswestopoulos)

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