Erste Bilder der Apollo-Landefähren auf dem Mond

Neil Armstrong hat dieses Foto von Edwin Aldrin während des Mondspaziergangs gemacht. Armstrong und ein Teil der Landefähre lassen sich im Helmvisier erkennen. Bild: Nasa

Pünktlich zum Jubiläum von Apollo veröffentlicht die Nasa Bilder des LRO-Satelliten - mal schauen, ob es die Verschwörungstheoretiker überzeugt

Am 20. Juli 1969 landeten mit den US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin die ersten Menschen auf dem Mond (Der große Sprung). Die Mission Apollo 11 war das bislang wohl größte Fernsehereignis. Eine halbe Milliarde Menschen soll vor den Schwarz-Weiß-Fernsehgeräten die Landung miterlebt haben.

Apollo 11 Astronaut Buzz Aldrin vor der Landefähre. Bild Nasa

Wie seit 1970er Jahren von manchen geglaubt wird, war alles freilich nur ein riesiges und teures Spektakel für die Weltöffentlichkeit mitten im Kalten Krieg, um den USA im Wettlauf zum Mond vor den Russen den Vorsprung zu sichern. 500 Millionen seien getäuscht worden, meinen Verschwörungstheoretiker, und hätten nur als Höhepunkt der Hollywood-Fiktion eine vorgetäuschte Landung beobachtet. Aufgezählt als Beweis für die vermutete Space-Opera wurden einige scheinbare Unstimmigkeiten auf Bildern (»2001«: Eine Odyssee im Weltraum?).

Anfang 2001 hatte Fox News noch die Dokumentation "Conspiracy Theory: Did We Land on the Moon?" gesendet. Zahlreiche Skeptiker wurden hier aufgeboten, um die These zu bestätigen, dass die Mondlandung gefälscht war. Die Nasa beeilte sich, der mit der Bush-Regierung aufkommenden Neigung zu Verschwörungstheorien, die sich mit dem 11.9. noch verstärkte, entgegenzutreten (Schaut die Steine an: Wir waren auf dem Mond!).

Landefähre Eagle der Apollo-11-Mission. Bild: NASA/Goddard Space Flight Center/Arizona State University

Rechtzeitig zum vierzigsten Jahrestag der Mondlandung hat die Nasa nun Fotos des Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) veröffentlicht, die erstmals belegen, dass Menschen auf dem Mond waren. Auf den von der Nasa veröffentlichten Fotos, die zwischen dem 11. und 15. Juli gemacht wurden und eine Auflösung von etwa einem Meter pro Pixel haben, sind die Landungsstellen der Apollo-Missionen 11, 14, 15, 16 und 17 und vor allem der untere Teil der Mondlandungsfähren zu sehen.

Landefähre Antares der Apollo-14-Mission. Bild: NASA/Goddard Space Flight Center/Arizona State University

Der 3 m hohe Teil der Landungsfähre wirft aufgrund des Sonnenstandes jeweils einen langen Schatten. Mit dem oberen Teil sind die Astronauten wieder zum Mutterschiff zurückgeflogen. Auf dem Foto von der Landungsstelle 14 sind sogar Fußspuren zu erkennen.

Selbst die Spuren der Astronauten sind zu sehen. Bild: NASA/Goddard Space Flight Center/Arizona State University

Die echten Verschwörungstheoretiker werden sich vermutlich von neuen Bildern nicht überzeugen lassen. Auch die könnten natürlich gefälscht sein. Erstaunlich ist, so hat eine von Engineering & Technology Magazine in Auftrag gegebene Umfrage in Großbritannien ergeben, dass ein Viertel der 1009 Befragten daran zweifeln, dass 1969 die ersten Menschen tatsächlich den Mond betreten haben. Dass die Mondlandung von Apollo-11 1969 stattfand, wussten 68 Prozent, 11 Prozent meinten, sie sei in den 80er Jahren gewesen. 44 Prozent sind überdies der Meinung, dass es sich um eine Geldverschendung gehandelt habe.

Es sei zutiefst beunruhigend, so Chefredakteur Dickon Ross, "dass so viele Menschen glauben, es habe den ersten 'moon walk' nicht gegeben und dass der Glaube an die Legitimität von Wissenschaft und Technik weiter zu schwinden scheint". (Florian Rötzer)

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