"Es geht hier nicht um Unabhängigkeit, es geht um Demokratie"

Demonstration zur Verteidigung der Freiheit in Barcelona. Bild: Omnium

Die spanische Regierung versucht, die katalanische Autonomie weiter mit illegalen Mitteln auszuhebeln

Der ehemalige Trainer des FC Bayern ist wohl der bekannteste Katalane in Deutschland. Und Pep Guardiola ist dafür bekannt, dass er die Rechte Kataloniens verteidigt. In einem Video hat er sich nun in die Debatte um das Unabhängigkeitsreferendum eingemischt, das Spanien mit allen Mitteln am 1. Oktober verhindern will. "Es geht hier nicht um Unabhängigkeit, es geht um Demokratie", beginnt Guardiola seinen Diskurs.

Er verweist darauf, dass Bedürfnisse im 19. Jahrhundert anders als im 20. Jahrhundert waren. Die im 21. Jahrhundert unterschieden sich von denen zuvor. Die Sehnsüchte und Wünsche sind "vor allem anders als in der Diktatur", verweist er auf die Franco-Diktatur, die Spanien bis 1975 offiziell im Griff hatte und deren Seilschaften bis heute Wirkung entfalten. "Alle Personen und Institutionen müssen das Recht auf Ausübung ihrer Freiheit haben", sagt er mit Blick auf die demokratische Abstimmung und wirbt für eine breite Beteiligung. Er streicht das friedliche und zivilisierte Vorgehen der Katalanen heraus, das sie sogar angesichts der Razzien und Festnahmen erneut bewiesen haben. "In solchen Situationen ist es nicht einfach, sich zu kontrollieren, aber sie haben es getan."

Nach den Razzien in verschiedenen Ministerien der katalanischen Regierung und am Sitz der Regionalregierung durch die Guardia Civil, mit denen Spanien sich international Kritik eingeheimst hat, sorgten viele Menschen mit ihren massiven und friedlichen Protesten in Katalonien zunächst dafür, dass alle Gefangenen freigelassen werden mussten. Zum Wochenende drehte sich die Debatte vor allem darum, dass Madrid versucht. nachdem der Regionalregierung schon den Geldhahn zugedreht wurde und ihr die Kontrolle über Finanzen genommen werden soll, nun auch die Kontrolle über die Regionalpolizei zu übernehmen (Madrid sucht verzweifelt, das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zu verhindern).

Gestern gab es in 300 Gemeinden Kataloniens Proteste, allein in Barcelona wurden eine Million der Stimmzettel verteilt, die die spanische Regierung seit Tagen in Druckereien suchen und beschlagnahmen lässt.

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