"Es kann nicht so etwas geben wie die Freiheit zu rauchen"

Der türkische Präsident Erdogan im reliösen Kampf gegen Drogen, Alkohol und Tabak, Raucher müssen Behandlung wegen Lungenkrebs nun selbst bezahlen

Der türkische Präsident Erdogan kämpft nicht nur gegen Terroristen und liegt dabei auch im Streit mit den USA, er kämpft neben den Alkoholkonsum auch unermüdlich gegen die Raucher im eigenen Land. "Ein Muslim", so sagte er letztes Jahr, "darf nichts mit Drogen, Alkohol und Glücksspiel zu tun haben. Das gilt auch für das Rauchen." Rauchen verband er mit dem "Massakrieren der Menschheit".

Die Türkei war bei Rauchverboten ein Vorreiter. Schon 1997 wurde das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, Flugzeugen und Bussen verboten. Unter Erdogan kam 2008 das Verbot für alle Räume in Gebäuden wie Restaurants oder Bars, Sportstadien oder Moscheen hinzu. Verboten wurde das Rauchen auch auf öffentlichen Bereichen vor Schulen, Kaufhäusern, Sportstätten oder Kultureinrichtungen. Die türkische Regierung plant, das Rauchverbot auch auf Gärten und Parks sowie auf die Höfe von Moscheen und Schulen. Die Regierungs strebt überdies an, das Land drogenfrei zu machen (Türkei eröffnet Krieg gegen Drogen).

Erdogans Präsidentenpalast mit mehr als 1000 Zimmern und einem persönlichen nationalen Überwachungszentrum. Bild: Ex13/CC BY-SA 4.0

Letztes Jahr wurde erneut festgestellt, dass trotz der Geldstrafen in vielen Bars und Kneipen das Rauchverbot nicht eingehalten wird. Nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums rangierte die Türkei trotz der nach der WHO vorbildlichen Verbote weltweit auf dem 8. Platz der Länder, in denen am meisten geraucht wird. Angeführt wird die Liste von China, mit großem Abstand gefolgt von Russland, den USA, Indonesien, Japan, Deutschland und Indien.

Zum Nichtrauchertag in der Türkei am 9. Februar hatte er Männer in seinen Präsidentenpalast eingeladen, die das Rauchen aufgeben haben, und erklärt: "Der Kampf gegen das Rauchen ist mein persönliches Prinzip. Es kann nicht so etwas geben wie die Freiheit zu rauchen, ebenso wie es nicht die Freiheit geben kann, Selbstmord zu begehen oder sich tödlichen Krankheiten auszusetzen."

Anzeige