Explosives Martyrium

Unter den muslimischen Selbstmordattentätern gibt es immer mehr Frauen

Vor Jahren waren „Selbstmordattentäter“ die Inkarnation des „Schrecklichen“, bei der viele betroffen und verständnislos den Kopf schüttelten. Seit dem Krieg im Irak ist man an die „Märtyrer“ gewöhnt, die sich in einer Menschenmenge, in einem Auto oder rinrm LKW in die Luft sprengen. Nahezu täglich sind sie Bestandteil der Nachrichten. Bisher waren es vorwiegend Männer, die als „shaheed“ ins Paradies und in die Geschichte eingehen wollten. Nun beschließen mehr und mehr Frauen, gerade im Irak, als „Märtyrerinnen“ zu sterben.

Muriel Degauque

Am 9. November letzten Jahres wollte Muriel Degauque im Norden von Bagdad eigentlich einen Konvoi von US-Soldaten in die „Hölle“ schicken. Sie tötete sich jedoch nur selbst, als sie den Sprengstoffesgürtel um ihren Bauch detonierte. Muriel Degauque aus Charleroi, einer Industriestadt im Süden Belgiens, ist die erste europäische Frau, die als „Märtyrerin“ starb - und das für Al-Qaida. Ihr belgischer Pass brachte sie ungehindert durch die zahlreichen Checkpoints der US-Armee und der irakischen Polizei. Degauque war mit ihrem marokkanischen Mann in den Irak gekommen, um hier zu sterben. Am Todestag seiner Frau wurde Issam Goris aber noch „rechtzeitig“ von US-Truppen in einem „save house“ erschossen. Er hatte seinen Sprengstoffgürtel bereits umgeschnallt.

Ausgerechnet am großen Tag, an dem das belgische Ehepaar ins Paradies wollte, wurde ihnen von einem anderen Al-Qaida-Pärchen die Show gestohlen. Am gleichen Tag sprengte sich Ali Hussein Sumari mitsamt einer ganzen Hochzeitsgesellschaft im SAS Radisson Hotel der jordanischen Hauptstadt in die Luft. Seine Frau Sajia Mubarak Atrous Al Rishawi wollte eine ähnliche Verheerung auslösen, nur ihr Detonator versagte. Einige Tage nach ihrer Verhaftung wurde sie im jordanischen Fernsehen vorgeführt. Emotionslos erklärte sie, dass sie sich freiwillig für die Selbstmordoperation gemeldet habe. Ihre drei Brüder seinen bei Kämpfen mit US-Truppen in Falluja getötet worden. Einer davon soll ein „Mitarbeiter“ von Zarqawi gewesen sein.

Europäerinnen sind für Al-Qaida ein taktischer Glücksfall. Mit dem roten Pass sind sie mobiler, variabler einsatzfähig und obendrein ist der perfide Überraschungseffekt größer als bei Irakerinnen, Syrierinnen oder Marokkanerinnen. Kein Wunder also, dass Al-Qaida in Europa, wo 25 Millionen Muslime leben, weiter rekrutiert. Nach dem Selbstmord von Muriel Degauque in Bagdad führte die belgische Polizei in Charleroi, Antwerpen, Tongres und Brüssel Razzien gegen Islamisten durch Dabei wurden auch mehrere Frauen verhaftet, die als Selbstmordattentäterinnen sterben wollten. Bereits im November hatte die belgische Polizei darüber von Mohamed Reha, einem Marokkaner mit belgischem Pass, Hinweise bekommen. Der Islamist sagte nach seiner Verhaftung aus, dass Frauen von inhaftierten Extremisten bereit seien, den Weg des „Märtyrers“ zu gehen.

Für Al-Qaida ist der Einsatz von Frauen im „Kampf gegen die Ungläubigen“ eigentlich eine Abweichung von ihren patriarchalischen Grundsätzen. Frauen sollten zuhause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Krieg ist reine Männersache. Mit dieser Meinung stand Al-Qaida lange Zeit nicht allein. 2002 sagte Sheik Yassin, der mittlerweile ermordete Führer der radikalislamischen, palästinensischen Widerstandsgruppe, Hamas, dass es aus „Gründen der Mäßigung keinerlei Enthusiasmus gibt, Frauen in den Krieg mit einzubeziehen“. Im Januar 2004 revidierte er seine Meinung, nachdem sich zum ersten Mal eine Frau im Namen der Hamas in Israel in die Luft gesprengt hatte. Es habe sich ein „signifikante Entwicklung im Kampf gegen den Feind“ ergeben, meinte der Sheik, die gezeigt habe „dass der Heilige Krieg ein Imperativ für alle muslimischen Männer und Frauen ist“.

Sajia Mubarak Atrous Al Rishawi

Bei Al-Qaida erfolgte der Kurswechsel offizielle im August 2004 mit dem Internet-Magazin „Al Khansa“ (Heilige Kriegerinnen). Die Herausgeberinnen, ein „Fraueninformationsbüro von der arabischen Halbinsel“, forderten darin auf, „unsere Männer im Kampf“ zu unterstützen. Jihad sei eine persönliche Pflicht, die Frau dabei dem Mann gleichgestellt und müsse niemanden, weder Ehemann noch Eltern, um Erlaubnis fragen. Eine seltsame Form der Emanzipation in einer Männergesellschaft: Für das Recht, sich selbst in die Luft zu sprengen, wann und wo immer frau möchte. Bis zum ersten Attentat einer Frau im Namen von Al-Qaida verging im Irak jedoch ein Jahr. Am 28. September 2005 mischte sich eine Studentin in Tal Afar, einer Stadt im Nordirak, als Mann verkleidet unter die Bewerber, die vor der Rekrutierungsstelle der irakischen Polizei Schlange standen. Sieben Menschen wurden getötet und über 40 verwundet. Am 11. Oktober dann die zweite Attentäterin, die in der Nähe von Mosul mit einem Bomben beladenem Auto in eine amerikanische Militärpatrouille fuhr.

„Al-Qaida in Mesopotamien“ übernahm für beide Anschläge die Verantwortung und nannte die Attentäterinnen „gesegnete Schwestern“. Der Vollständigkeit halber seien Nusha Mjalli al-Shammari and Widad Jamil al-Duleimi. angeführt, eigentlich die ersten weiblichen Selbstmordattentäter im Irak. Am 5. April 2003, kurz vor Ende des Irak-Kriegs, zu einer Zeit, in der es noch keinen organisierten Widerstand gab, opferten sie sich für Saddam Hussein. Eine schwangere Frau, so hieß es im Bericht der US-Armee, sei aus dem Auto gestiegen und habe um Hilfe gerufen. Als die drei US-Ranger heraneilten, zündeten die beiden Frauen ihre Bomben und starben mit den Soldaten.

„Märtyrer“ sind eine effiziente Waffe und werden in insgesamt 14 Ländern von 17 Terrorgruppen benützt. Neben dem Irak und Israel in Tschetschenien, Usbekistan, Sri Lanka, Saudi-Arabien oder Afghanistan. Der logistische und materielle Aufwand ist relativ gering und die Wirkung verheerend. Laut einer Studie des US Army War College liegt der Anteil von Selbstmordattentaten an allen Terroranschlägen von 1980 bis 2001 gerade mal bei 3 Prozent. Was aber die Zahl der Todesopfer betrifft, geht die Hälfte aller Toten auf ihr Konto. Selbst, wenn man die ungewöhnlich hohe Anzahl von Opfern des Anschlags auf das World Trade Center in New York von 2001 nicht mit eingerechnet. Selbstmordattentäter können in der Regel nicht von der Polizei befragt werden. Da sie überall und jederzeit zuschlagen können, verbreiten sie Schrecken und Angst. Gleichzeitig stigmatisieren sie die eigene Gruppe als wehrloses Opfer eines übermächtigen Aggressors. So groß ist Verzweiflung über die Ungerechtigkeit, dass man sich selbst in die Luft jagen „muss“. Dieser Effekt wird bei Frauen noch einmal verstärkt. Jetzt töten sich nicht nur mehr Männer, sondern sogar schon Frauen.

Reem al-Riyashi

Ein entscheidendes Kalkül hinter „Märtyreroperationen“ ist die Medienwirksamkeit. Das Interesse an der medialen Verwertung von Selbstmordattentaten ist groß. Das Geschäft mit dem „Undenkbaren“, dem „Schrecken“ läuft gut, gerade im Westen und besonders mit weiblichen Selbstmördern. Wo dem Leben des Individuums wie ein goldenes Kalb überall gehuldigt wird und alles getan wird, um es möglichst endlos zu verlängern, erwartet man gerade von Frauen keine so „menschenverachtende“ Taten. Da geht es um die Klischees von der weiblichen Sanftmut oder der allfürsorglichen Rolle der Mutter. Man sieht Frauen weit eher als Opfer von Gewalt, denn als diejenigen, die Gewalt ausüben. Diese Perzeptionen erzeugen das „Schreckliche“ und „Unfassbare“, das gegen jede Menschlichkeit gerichtet ist.

Wenn Attentäterinnen schwanger sind, was einige Male der Fall war, oder Kinder und Ehemann zurücklassen, bedeutet dies noch eine Stufe höher auf der psychologischen Leiter des Unverständnisses und Entsetzens.Für die Initiatoren der Attentate sind die Medien sehr nützlich. Die Berichterstattung macht aufmerksam auf die Missstände, unter denen man leidet, auf die Ziele, für die man kämpft und ist gleichzeitig eine Werbung für neue Rekruten. Kein Wunder also, dass fast 40 % aller „Märtyrer“ mittlerweile Frauen sind.

Blick in die Geschichte

Zu den bekanntesten historischen Vorfahren der Selbstmordattentäter von heute zählen die „Assassinen (Plural von Haschisch)“ aus 11. Jahrhundert. Legendär sind ihre ausschweifenden Festgelage, aber auch ihre Mordanschläge, bei denen sie das eigene Leben aufs Spiel setzten. Ihren Tod verstanden sie als „Märtyrertum für den Ruhm Gottes“. Die „Assassinen“ töteten allerdings zielgerichtet und hatten es auf hochrangige Persönlichkeiten abgesehen. Nicht wie die heutigen „Märtyrer“, die meist wahllos und zufällig Menschen ermorden.

Für weibliche „Märtyrer“ gibt es in der islamischen Geschichtsschreibung einige Beispiele. Prominenteste dürfte Nusayaba bint K’ab sein, die im Kalifat von Abu Bakr neben ihrem Mann und den beiden Söhnen kämpfte. Sie soll 11 Wunden erlitten und einen Arm verloren haben. Aber auch einige weibliche Verwandte des Propheten Mohammeds, wie seine Frau Aisha oder seine Enkelin Zaynab bint Ali, nahmen aktiv am Jihad teil.

Diese historischen Figuren werden aber heute kaum als Vorbilder genommen. Vielmehr bezieht man sich auf Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit. Dazu gehört vor allen Dingen Loula Abboud, die als Christin und Kommunistin eigentlich nicht in das heutige Bild der islamischen Bomber passt. Im April 1985 ist sie die erste Frau, die sie sich in die Luft sprengt, als israelische Soldaten im Libanon gegen ihre Guerilla-Gruppe vorgehen. Im Kampf gegen die israelische Besatzungstruppen setzt insbesondere die libanesische Partei SSNP (Syrische Sozialistische National Partei) mehrfach weibliche Attentäter ein. Wie effektiv Selbstmordbomber sein können, hatte man bereits 1983 in Beirut gesehen, als bei zwei Anschlägen über 300 US-Angestellte und Marines getötet wurden. Hisbollah adaptierte diese neue Taktik in den folgen Jahren in Perfektion gegen das israelische Militär, das den Südlibanon nach 22 Jahren Guerilla-Krieg aufgeben musste.

1991 wurde eine junge Frau namens Dhanu bei einem öffentlichen Auftritt des damaligen Premierministers Rajiv Ghandi von Sicherheitskräften zurückgedrängt. Aber Ghandi sagte zur Polizistin „Relax Baby“ und ließ die junge Frau, die anscheinend schwanger war, zu sich durch. Er ahnte nicht, dass Dhanu zu den Tamilischen Tigern gehörte, die für Unabhängigkeit Sri Lankas kämpfen und der dicke Bauch der Frau mit Sprengstoff gefüllt war. Wenige Sekunden später war Rajiv Ghandi tot. Der Premierminister hatte sich vom Geschlecht blenden lassen. Wie so viele andere nach ihm. Selbst die USA hatten in ihrer Post-9/11-Paranoia vergessen, auch für Frauen als potentielle Täter ein Profil zu erstellen. Bei Visumanträgen kontrollierte das „Departement of Homeland Security“ nur männliche Bewerber.

Die Tamilischen Tiger setzten in den Jahren nach der Ermordung des indischen Premiers über 200 Frauen bei Selbstmordoperationen ein. Mitte der 90er Jahre übernahm die kurdische PKK die Taktik der „Frauenbomber“ im Kampf gegen die Türkei. Im Juni 1996 tötete sich zum ersten Mal eine Kurdin und nahm dabei sechs türkische Soldaten mit in den Tod. Die bis heute unbekannte Frau war auch die erste tatsächlich schwangere Attentäterin.

Seit 2000 gibt es einen signifikanten Anstieg von Frauen als politische Selbstmörder im Namen des Islams

Die tschetschenischen Rebellen erkannten die Effizienz der neuen Waffe. Ihre mittlerweile berüchtigten „Schwarzen Witwen“ schlugen zum ersten Mal im Juni 2000 zu. Hawa Brayev tötete damals 27 russische Elitesoldaten. Im Oktober 2002 folgte die spektakuläre Besetzung des Moskauer Theaters, bei der über die Hälfte der Geiselnehmer Frauen waren. 170 Menschen, davon 41 Rebellen, kamen bei der missglückten Befreiungsaktion ums Leben.

2003 entschlossen sich die „Al Aska Brigaden“ aus Palästina zum Einsatz von Frauen. Im Januar zündete Wafa Idris als erste palästinensische Frau in Israel eine mit Nägeln und Metallteilen gefüllte 22-Pfund-Bombe. Die junge Frau tötete einen 81-Jährigen und verwundete über 100 Menschen. Wafa Idris wurde zur palästinensischen Heldenfigur und ein weibliches revolutionäres Vorbild. Spätere Selbstmordattentäterinnen bezogen sich direkt auf das „gute Beispiel Wafas“. Eine ägyptische Zeitung ging sogar so weit „die Braut des Himmels, die den Tod den Vergnügungen des Lebens vorzog“ als „eine kraftvolle Botschaft für die arabische Nation“ zu konstruieren.

Nach den „Al Aksa Brigaden“ schickte bald auch der „Islamische Dschihad“ seine mit Sprengstoff bepackten Frauen nach Israel. Besondere mediale Aufmerksamkeit erregte die 29-jährige Anwältin Nanadi Jardat, als sie im Oktober 2003 in einem vollbesetzten Restaurant 21 Menschen tötete. 2004 folgte die Hamas mit dem Anschlag einer Mutter, die einen 3-jährigen Sohn und eine 1-jährige Tochter zurückließ.

Seit kurzem setzt nun auch Al-Qaida im Irak Frauen als Selbstmordattentäter ein. Wie schon beim Anschlag auf das SAS Radisson Hotel in Jordanien gesehen, wird sich der Einsatz nicht auf den Irak und angrenzende Länder beschränken. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann in einer europäischen oder US-amerikanischen Metropole eine Frau den Zünder ihres Sprenggürtels betätigt.

Warum Frauen sich als Selbstmordattentäter verdingen, darüber haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen. Symposien und Konferenzen wurden abgehalten und zahlreiche akademische und journalistische Artikel geschrieben. Als Beispiel für die unterdrückte Frau in der islamischen Männergesellschaft muss immer wieder Wafa Idrissi, die erste palästinensische Attentäterin herhalten. Sie tötete, um ihre in der islamischen Gesellschaft verlorene Ehre wiederzuerlangen. Wafa konnte keine Kinder bekommen und ihr Mann ließ sich von ihr scheiden. Als wertlose Frau, die außerhalb der Gesellschaft steht, habe sie durch den „Märtyrertod“ ihre Ehre und die Ehre der Familie gerettet. Eine leichte Beute für die Indoktrination durch Terroristen. Auffällig bei derartigen Analysen, dass die Frau zum bösen Tun verführt wird, sie es eigentlich nicht will, nur die sozialen Umstände treiben sie in den tödlichen Fatalismus. Man spricht der Frau ab, für eine Ideologie, für politische und religiöse Ziele zu sterben. Über die Ursachen des Phänomens wird so gut wie gar nicht gesprochen (Erster Selbstmordanschlag einer Frau in Israel).

Tatsächlich lässt sich kein übergreifendes Profil von Selbstmordattentäterinnen erstellen. Zu unterschiedlich sind die Motivationen, Begleitumstände und persönliche Geschichte. Die irakische Frau, die sich mit ihrem Mann im SAS Radisson Hotel in Amman die Luft sprengen wollte, tat es offensichtlich aus Rache für ihre von der US-Armee erschossenen Brüder. Viele tschetschenische Frauen revanchieren sich für Massenvergewaltigungen durch russische Soldaten. Bei den Frauen der Tamilischen Tiger spielte auch sehr oft sexueller Missbrauch und Folter eine Rolle.

In Palästina wird man als „Märtyrer“ zum Held, dessen Bild überall an Häuserwänden klebt. Ein Stück Unsterblichkeit. Die soziale Reputation der Familie steigt, in manchen Fällen gibt es auch Geld, das die Ausbildung der Geschwister bezahlt. Und dann ist da noch das unerträgliche Leben unter der israelischen Okkupation, die ständige Diskriminierung und Erniedrigung durch israelische Soldaten, hinter einer Mauer eingesperrt zu sein, nicht dorthin fahren zu können, wohin man will, wie in einem Gefängnis. In dieser Situation winkt dann vielleicht im Tod das Paradies des ewigen Lebens.

Eine Form von Emanzipation ist es sicherlich auch. Zum ersten Mal machen Frauen etwas, ohne den Vater, den Bruder oder die Mutter um Erlaubnis zu fragen. Nicht nur Männer sind stolze Krieger, auch Frauen sind in der männlichen Domäne plötzlich gleichgestellt. Auch Frauen sind Märtyrer für die Sache des ganzen Volkes.

Bei Al-Qaida spielt der religiöse Aspekt noch eine größere Rolle. Auf ins Paradies im Kampf für den Islam gegen den Teufel, gegen Imperialismus, gegen die Unmoral der Ungläubigen. Es geht nicht nur um die Befreiung des Iraks, sondern der ganzen arabisch-islamischen Welt vom Bösen. Die Erlösung ist weit universaler angelegt. Wer sich Al-Qaida anschließt, hat mit dem diesseitigen Leben bereits abgeschlossen: Alles oder das Paradies. Nachschubprobleme an menschlichen Ressourcen beiderlei Geschlechts hat Al-Qaida offenbar nicht. Wie Ayman al Sawahiri, die rechte Hand Bin Ladens, in seinem letzten öffentlichen Statement sagte: „Al-Qaida ist so stark wie nie.“ Nicht zuletzt wegen des Irak-Kriegs. (Alfred Hackensberger)