Expo-Maskottchen Twipsy als Zeichentrickserie im Kinderkanal

"Twipsy" ist als Datenbote im Cyberspace unterwegs

Nun geht die EXPO 2000-Werbetrommel richtig los. Der Kinderkanal startet ab Montag, den 1. November 1999 eine Zeichentrickserie mit "Twipsy", dem Maskottchen der hannoverschen Weltausstellung EXPO 2000. Ab Januar wird die Serie bundesweit im ZDF zu sehen sein.

Am Montag, den 1. November, geht es pünktlich um 14.30 Uhr auf dem Kinderkanal los: Twipsy, das Maskottchen der EXPO 2000 zeigt allen Kindern in 26 Folgen den Cyberspace. Damit beginnt der "KiKa" sieben Monate vor dem Start der Expo, die Kinder in einer Zeichentrickserie auf die bevorstehende hannoversche Großveranstaltung einzustimmen und mit Informationen über die Weltausstellung zu versorgen. Die Moderatorin Franziska und das EXPO-Maskottchen sind jetzt schon in ganz Europa unterwegs gewesen und berichten über vergangene Weltausstellungen. Dabei wollen sie zeigen, was EXPOs in den letzten 150 Jahren bewirkt haben und was die Besucher in Hannover erwarten wird.

Twipsy selbst ist ein Wesen aus der Cyberwelt und dort als Datenbote tätig. Endlich wird auch die Funktion der großen rechten Hand deutlich. Bislang wurde in Hannover diese Riesenpranke eher als Symbol für die großherzige Ausgabenpolitik der EXPO GmbH verstanden. Aber Twipsy braucht diese Hand, um Datenpakete in Lichtgeschwindigkeit durch die Welt zum jeweiligen Empfänger zu transportieren.

Twipsy kommt aus dem Studio Mariscal in Barcelona und soll mit seinen persönlichen Vorlieben und Verhaltensweisen die EXPO mit den drei Themenbereichen "Mensch - Natur - Technik" symbolisieren. "Ein neues technologisches Wesen, wild und unberechenbar wie ein Tier, es lacht und empfindet wie ein Mensch, ist aber auch präzise und berechnend wie eine Maschine", so beschreibt der spanische Designer Javier Mariscal das Maskottchen. Der Kommunikationschef der EXPO sieht Twipsy als ein unverwechselbares Wesen "mit Charakter, das voll Witz, Verstand und mittels überraschender Fähigkeiten immer wieder für Erstaunen sorgt".

In der Zeichentrickserie begegnet das muntere Kerlchen den Kindern Nick, Lissie und Albert. Zusammen erleben sie die unterschiedlichsten Abenteuer. In jeweils knapp zwölf Serienminuten geht es mal spannend im Cyberspace, dann wieder im realen Alltag zu. Genau diese wechselnden Szenen verschaffen den Fernseh-Kindern einen Einblick in beide Welten. Durch den unterschiedlichen Zeichnungsstil können die Fernseh-Kids auch sofort die jeweilige Dimension erkennen. Albert ist ein Pfiffikus und - wie natürlich nicht anders zu erwarten - ein begabter Junge, der sich nicht nur im Internet und am Computer auskennt. Nein, er könnte durch seinen Erfindergeist locker jeden "Jugend-forscht-Wettbewerb" gewinnen. Nick spielt nicht nur am Computer oder surft im Internet herum, er ist auch noch begeisterter Skater; kurzum ein ganz normaler Junge. Lissie ist die kleine Schwester von Nick. Ein wenig keck, aber immer auf der Höhe unserer Zeit. Selbstverständlich hat sie auch ihre eigene Website.

Und so beginnt die erste Twipsy-Folge am Montag: Der 13-jährige Nick spielt am Computer und wird durch einen Kurzschluss in die Cyberwelt gesogen. Seine 8-jährige Schwester Lissie und sein Freund Albert finden auf dem Monitor noch seine Fußspuren und vermuten, dass er nun wohl im Cyberspace ist. Dort lernt Nick den fleißigen und quirligen "Twipsy" kennen und erlebt einige Abenteuer. Twipsy zeigt Nick die Welt der Datenwege.

In den weiteren 26 Folgen lernt "Twipsy" die reale Welt kennen und schätzen, während die drei Kinder und deren Hund "Champ" ab und zu das Cyberspace nutzen, um Abenteuer zu erleben. Immer wieder müssen die Kinder oder Twipsy als Retter aktiv werden. Mal wird "Champ" in allerletzter Minute von der Datenmüllkippe gerettet oder "Twipsy" braucht Unterstützung vor den fiesen "Daten-Fressern".

Den computerbegeisterten Kinderkanalkindern und ab Januar 2000 auch den ZDF-Kids werden immer abgeschlossene Episoden geboten. Die Synchronisation der Zeichentrickfiguren ist klar und verständlich. Keine der Comicfiguren erscheint belehrend, vielmehr sind sie angemessen neugierig, haben Angst und sind von Zeit zu Zeit auch mal frech, wie Kinder und Cyberwesen halt so sind. Leider haben die Verantwortlichen ein wenig die eigentliche Alterszielgruppe aus den Augen verloren, denn längst nicht alle Kinder kennen die Fachbegriffe aus der virtuellen Welt. So werden die Bedeutungen von "Cyberwelt", "verlorene Dateien", "online kaufen", "Email", "virtuelle CDs" oder "Realität" nicht in den ersten vier Folgen (die ich gesehen habe) erklärt.

Hoffentlich holt das der Kinderkanal bzw. das ZDF in der Moderation zur jeweiligen Folge nach. Sonst werden nur "Computer-Kids" die Inhalte nachvollziehen können. Trotzdem hat die Zeichentrickfilmserie durchaus das Zeug, ein Renner für junge, aber auch für ältere Cyber-Insider zu werden. Die Dialoge und Zeichnungen sind einfach nur herrlich anzusehen, wenn da nicht immer wieder diese Kinder vor lauter Angst vor irgendwelchen Cyberwesen so entsetzlich kreischen würden. (Gerald Jörns)