Fake News und die Macht der Medien aus russischer Sicht

RT-Chefredakteurin Margarita Simonyan. Bild: Kreml

RT-Chefredakteurin sieht in den Mainstream-Medien Waffen und ruft russische und chinesische Medien zur Bekämpfung des "Informationsterrorismus" auf

Die Trump-Regierung, zumindest der Präsident selbst, trägt einen Kampf mit den liberalen US-Medien aus, die ihn gleichzeitig trotz oder wegen negativer Berichterstattung zu Prominenz und zum Wahlsieg verholfen haben. Die Medien bezeichnet er generell als Fake News. Die Angst vor diesen, womöglich noch von Russland aus gesteuert, geht auch in manchen europäischen Ländern und in der Nato um, gelten doch die gegnerischen Medien als Teil der hybriden Kriegsführung.

Öffentlich-Rechtliche Sender üben sich in Deutschland bereits als Wahrheitsverkünder durch selektive Aufklärung von Fake News. Der deutsche Justizminister hat zumindest gegen Soziale Medien ein Gesetz zur Beseitigung von "Fake News und Hate Speech" erfolgreich durchs Parlament gebracht.

Die Angst vor den Medien geht offenbar auch in Russland um, wo es nicht nur eine gelenkte lupenreine Demokratie gibt, sondern auch weitgehend gelenkte Medien, vor denen wiederum der Nato-Westen Sorge hat, weil er sie auch als Fake-News-Medien betrachtet. Eigentlich also sollten weder Russland noch China vor den nationalen Medien Angst haben. Ein wenig schwieriger ist die Kontrolle des Internet - und da gibt es natürlich auch noch die Auslandssender.

Am Mittwoch ließen sich der russische Präsident Putin und sein chinesischer Kollege Xi Jinping, die vor dem G20-Gipfel in Moskau große Verbrüderung demonstrierten, von RT-Chefredakteurin Margarita Simonyan auf dem 3. russisch-chinesischen Medienforum über die Macht und die Bedrohung der Medien aufklären. Obgleich sie mit RT just die Aufgabe verfolgt, die Meinung im Ausland zugunsten von russischen Interessen zu beeinflussen und Kritik an Russland zu vermeiden, sondern sie gegen konkurrierende Sender im Ausland zu richten, die der Einseitigkeit beschuldigt werden, warnte sie in ihrer Rede vor der zunehmenden Macht der Medien, gemeint ist natürlich die der anderen.

Sie stellte dabei RT, wo man ebenfalls in öffentlich-rechtlicher Manier "Fakten von Fiktionen" zumindest bei den anderen trennt, als heroischen Fels in der westlichen Brandung dar: "Wir stehen alleine der Armee des westlichen Mainstream-Journalismus gegenüber." Auf dem Forum ging es denn auch um eine stärkere Kooperation der staatlichen russischen und chinesischen Medien, um sich besser diesem "Informationsterrorismus" entgegenstellen zu können.

Tatsächlich haben seit Beginn des Kalten Kriegs Westsender versucht, die Bevölkerung der vom Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zum großen Feind gewordene kommunistischen Sowjetunion und dann auch Chinas zugunsten des Westens zu beeinflussen - und dabei die Doktrin des freien Informationsflusses propagieren, die man seitdem weniger schätzt, als Russland, China und andere Auslandssender einrichteten, die Gegenpropaganda leisteten.