Fracking-Gesetz im Bundestag

Die Energie- und Klimawochenschau: Von Treibhausgasen, einem Fracking-Eil-Gesetz und Bohrschlämmen in Trinkwassergebieten

Nun meldet auch das letzte Observatorium das Überschreiten der 400-ppm-Grenze für das Treibhausgas Kohlendioxid. Am 23. Mai wurde nach Angaben von US-Wissenschaftlern an der Südpolstation zum ersten Mal eine atmosphärische Konzentration von mehr als 400 Millionstel Volumenanteilen (ppm, parts per million) gemessen.

Das, so die Nationale Ozean und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA, sei dort die höchste Konzentration des Treibhausgases seit vier Millionen Jahren. Letzteres weiß man aus den Untersuchungen an Eisbohrkernen, die seit den 1980er Jahren in Grönland und in der Antarktis zur Entschlüsselung der Klimageschichte unsere Planeten gewonnen wurden. Einschlüsse im Eis verraten manches Detail über prähistorische Sandstürme, über Treibhausgase in der Atmosphäre und selbst über frühere Wassertemperaturen im Einzugsgebiet der Eismassen.

Auf Hawaii waren bereits 2014 erstmalig Konzentrationen von über 400 ppm gemessen worden. Da die überwiegende Mehrzahl der CO2-Quellen auf der Nordhalbkugel liegen und die Durchmischung der Atmosphäre über den Äquator hinweg eine gewisse Zeit dauert, wird der Anstieg am Südpol mit einer Verzögerung von etwa zwei Jahren gemessen. Auf der Nordhalbkugel schwankt die CO2-Konzentration im Jahresverlauf stärker als im Süden, da der überwiegende Teil der Landmassen dort liegt und die Biosphäre der gemäßigten und nördlichen Breiten im Sommer viel CO2 aufnimmt, der im Herbst wieder abgegeben wird. In den Messungen am Südpol spiegelt sich der gleiche Effekt auf der Südhalbkugel - der Sommer ist dort von Dezember bis Februar - nur als vorübergehende Pause im weiteren Anstieg wieder. (Siehe Abbildung.)

Tägliche Messungen der atmosphärischen CO2-Konzentration am Südpol. Angaben in Millionstel Volumenanteilen (ppm, parts per million). Bild NOAA

Die Ursache für diesen steigenden Treibhausgasgehalt der Atmosphäre ist die Verbrennung von Kohle, Erdgas und den diversen Erdölprodukten. CO2 wird natürlich auch bei der Verbrennung von Holz und anderen pflanzlichen Stoffen freigesetzt, auch bei deren Verdauung oder deren Zersetzung durch Mikroorganismen. Aber der größte Teil davon wird durch Pflanzenwachstum wieder gebunden. Nur wenn, wie im Falle von Entwaldung, der Wald nicht nachwachsen kann, trägt dies zum Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei.

Das oft zitierte und zuletzt im Pariser Abkommen verabredete Ziel, die globale Erwärmung unter zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau halten zu wollen, entspricht einem Schwellenwert der durchschnittlichen CO2-Konzentration von 450 ppm, der nicht überschritten werden soll. Im vergangenen Jahr lag die Konzentration über beide Hemisphären und das ganze Jahr gemittelt bei 399 ppm und wird in diesem Jahr erstmals 400 überschreiten. Im vergangenen Jahr war der Anstieg mit plus 2,9 ppm der größte je seit Beginn der Messungen im Jahre 1958 beobachtete Anstieg. Zudem lag die Zunahme schon im vierten Jahr in Folge über zwei ppm. Das war NOAA-Angaben der längste derartige Zeitraum seit Beginn der Beobachtungen.

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