Französische Tracing-App ist ein Flop

Sie wurde nur von 1,8 Millionen Franzosen aktiviert und hat nach drei Wochen nur zu 14 Warnungen geführt

Die französische Tracing-App StopCovid, die auch über Bluetooth die in der Nähe sich aufhaltenden anderen Smartphone-Benutzer detektiert, wurde innerhalb von drei Wochen gerade einmal 1,9 Millionen Mal heruntergeladen. Bis zum 22. Juni wurde sie 1,8 Millionen Mal aktiviert, wie Le Monde berichtet. Im Gegensatz zur deutschen Tracing-App werden hier die Daten zentral auf einem Server gespeichert.

Frankreichs Regierung hat trotzdem versichert, dass keine Lokalisierung erfolgt, dass die Kontakte ebenso wenig identifiziert werden können wie die Infizierten. Aber vielleicht trauen die Franzosen der Regierung nicht, aber die App ist zumindest für iPhone-Nutzer kaum brauchbar, weil sie im Hintergrund nicht aktiv ist.

Wie viele Nutzer die App täglich aktiviert haben, ist unbekannt. Schätzungen gehen davon aus, dass es nur 350.000 sein könnten. Dafür haben nach Regierungsinformationen 460.000 Menschen die App während der drei Wochen wieder deinstalliert.

Sonderlich effektiv scheint sie auch nicht zu sein. Über die App wurden bisher gerade einmal 68 Personen als positiv infiziert gemeldet, was offenbar nur zu 14 Hinweisen für andere App-Nutzer geführt hat, die sich länger als 15 Minuten in einem Abstand von weniger als einem Meter von einem Infizierten aufgehalten haben. Nach dem französischen Außenminister spricht dies dafür, dass die Fallzahlen stark zurückgegangen sind, aber eben auch die App kaum angenommen wurde.

Jetzt heißt es, die App sei einfach ein zusätzliches Mittel. 60 Prozent der Bevölkerung müssten sie nicht aktiviert haben, das sei nur notwendig um die Pandemie zu stoppen. Aber sie könnte den Beginn einer zweiten Welle signalisieren. Überdies würde sie nur zwischen 80.000 und 180.000 im Monat kosten, während die deutsche, die von mehr als 10 Millionen heruntergeladen wurde, im Monat zwei oder drei Millionen koste. (Florian Rötzer)