Fühlen ist die Musik des Lebens

Die bunte Welt der Fraktale (Julia Menge). Bild: Solkoll/gemeinfrei

Von der fraktalen Organisation des Lebens

Lebewesen sind keine Maschinen. Sie sind Werkzeuge der Sehnsucht. Sie sind Verlangen, dass sich einen Körper gesucht hat und diesen regiert.

Andreas Weber

Andreas Weber hat bereits vor einiger Zeit ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Er ruft auf zu einem neuen Verständnis von Natur und uns selbst. Sein Buch heißt: "Alles fühlt". Er verkündet eine Revolution der Lebenswissenschaften, in der das Fühlen wieder zentraler Bestandteil sein muss: "Ohne das Fühlen zu berücksichtigen, ist der Aufbau eines Lebewesens nicht zu verstehen".

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Weber entwickelt in seinem Buch die Grundlagen für eine "Schöpferische Ökologie", für ein neues Miteinander von Mensch und Natur. Denn tatsächlich haben die Wissenschaften bisher noch keine wirkliche Antwort auf die Frage gefunden, was Leben ist.

So gelingt es zwar, die genetischen Codes für tausende einzelne biologische Bausteine zu entschlüsseln. Wie das ganze Zusammenspiel dann funktioniert, entzieht sich aber bis heute unserer Kenntnis. Leben ist immer noch ein Rätsel. Weber zeigt jedoch einen Weg:

In der Genforschung, in der Entwicklungsbiologie und in der Hirnforschung wird den Beteiligten zunehmend klar, dass sie Lebewesen nur verstehen können, wenn sie eine Kraft wieder in die Forschung einführen, die sie seit hunderten von Jahren sorgfältig daraus verbannt wurde: die Subjektivität.

Andreas Weber

Bisher wird das Leben immer noch als gigantische komplexe Maschine verstanden, die aus lauter kleinen Regelkreisen zusammengesetzt ist. Dabei ist der Blick auf das Ganze verloren gegangen.

Forscher haben erkannt, dass sie nur so, nur wenn sie Organismen als fühlende Systeme verstehen, die ihre Umgebung interpretieren und bewerten und nicht sklavisch Reizen gehorchen, eine Antwort auf die großen Rätsel des Lebens erhalten.

Andreas Weber

Bei dem Versuch, die physikalischen Hintergründe des Weberschen Ansatzes zu verstehen, ist mir etwas aufgefallen, das eindeutig damit im Zusammenhang steht: Alles fühlt mit. Ich kann Ihnen zwar bis heute nicht sagen, wie Fühlen funktioniert, aber wie das "Mitfühlen" rein physikalisch erklärt werden könnte, will ich im Folgenden darstellen. Es ist vielleicht ganz einfach ein elektromagnetisches Resonanzphänomen.

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Wie kann das funktionieren? Wie können wir uns als mitfühlende Wesen technisch-physikalisch verstehen bzw. erklären? Eine Möglichkeit ist das Verständnis der fraktalen Natur der Lebewesen.

Fraktale sind eine Entdeckung der modernen Mathematik. Sie entstehen, wenn man rekursive Funktionen im Rechner darstellt. Rekursive Funktionen sind Rechenoperationen, bei denen das Ergebnis einer Rechnung durch das vorherige Ergebnis beeinflusst wird. Also im Grunde so etwa, als wenn sich die Katze in den Schwanz beißt - eine mathematische Rückkopplung.

Derartige Funktionen sind sehr rechenaufwendig und erst durch die Computertechnologie ist es gelungen, derartige Funktionen darzustellen. Bild 1 zeigt als Beispiel eine Julia-Menge.

Insbesondere das "Apfelmännchen" ist unter den Fraktalen zu einiger Berühmtheit gelangt und am Apfelmännchen kann man sehr schön eine besondere Eigenschaft der Fraktale erkennen: Sie sind selbstreferentiell bzw. selbstähnlich. Das heißt, dass sich ähnliche Strukturen immer wieder ergeben, auch wenn man immer näher in die Struktur hineinschaut: Alles ist in allen Teilen widergespiegelt. Das folgende Video veranschaulicht diesen Zusammenhang:

Zoom ins Apfelmännchen https://www.youtube.com/watch?v=nYJ2WW0i3hk

Das Phantastische an Fraktalen ist, dass mit einer sehr einfachen Rechenregel sehr komplexe Strukturen geschaffen werden können. Und dieses Tricks bedient sich offenbar die Natur, denn wir finden fraktale Strukturen in fast allen Lebewesen.

Schaut man sich einmal in der Natur um, so wird man zahlreiche Formen finden, die fraktale Eigenschaften haben. Sehen Sie sich z. B. einmal genauer das Blatt eines Farns an. Sie werden sehen, dass die einzelnen Blätter des Farns dieselbe Struktur haben wie das ganze Blatt - also selbstähnlich oder auch selbstreferenziell sind. Das nächste Bild zeigt ein mathematisch konstruiertes Farnblatt.

Ein rein mathematisch konstruiertes Farnblatt - man sieht deutlich die Selbstähnlichkeit. Bild: DSP/CC BY-SA 3.0

Eine spezielle Form der Fraktale sind die sogenannten Lindenmayer-Systeme, die auch in der Grammatik eine Rolle spielen. Mit diesen Lindenmayer-Systemen lassen sich heutzutage Pflanzenstrukturen sehr gut nachbauen. Das nächste Bild zeigt als Beispiel mathematisch konstruierte Gräser.

Bild: Solkoll/gemeinfrei

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So lassen sich zahlreiche Strukturen von Lebewesen mittels der Fraktale abbilden. Die Natur nutzt also fraktale Operationen, um mittels sehr einfacher wiederholbarer Regeln sehr komplexe Strukturen aufzubauen. Etwas Ähnliches finden wir auch im Menschen.

Jeder heil- und massage-praktisch Interessierte wird dies kennen. So sind beispielsweise die Reflexzonen des Menschen ein Abbild des gesamten Körpers, das man sowohl im Fuß als auch in der Hand oder dem Ohr etc. wieder finden kann. Andere gehen davon aus, dass sich im Auge der gesamte Mensch wieder findet. Darauf beruht die Irisdiagnose.

Die Reflexzonen am Fuß. Bild: Stacy Simone/CC BY-SA 3.0

Ich selbst habe zahlreiche Erfahrungen mit Akupressur machen können und bin inzwischen überzeugt, dass es sich beim Menschen um ein selbstreferentielles System handelt. Alles ist in allem widergespiegelt. Ein typisches Anzeichen von selbstreferentiellen Strukturen - also Fraktalen.

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