Furioser Pferdekopfnebel
Bild: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Hubble und Herschel haben beeindruckende Bilder der kosmischen Sehenswürdigkeit gemacht
Der im Sternbild Orion gelegene Pferdekopfnebel, etwa 1.500 Lichtjahre von der Erde entfernt, ist eines der imposantesten kosmischen Gebilde und seit seiner Entdeckung vor 100 Jahren unzählige Male abgebildet worden. Auch mit dem Weltraumteleskop Hubble wurden schon einige Aufnahmen gemacht.
Die neueste Aufnahme stellt den Nebel aber anders als gewohnt, nämlich im infraroten Bereich dar. Der sonst im optischen Licht graue Nebel erscheint nun transparent und hebt sich deutlich vom Hintergrund der Sterne der Milchstraße und der weit entfernten Galaxien ab. Wie eine riesige Welle wölbt sich der Nebel auf, der als Pferdekopf gedeutet wird.
Die Gaswolken um den Pferdekopf haben sich aufgelöst, schreibt die Nasa, aber an der Spitze der Säule ist noch eine höhere Dichte an mit Staub vermischtem Wasserstoff und Helium vorhanden. Deswegen kann hier nichts durchscheinen. In fünf Millionen Jahren soll sich der Nebel ausgelöst haben.
Auch das Weltraumteleskop Herschel der ESA hat sich wieder einmal den Pferdekopfnebel vorgenommen, aber zeigt diesen in seiner Umgebung. Das Bild zeigt die Wellenlängen 70 Mikrometer bzw. Mikron in Blau, 160 Mikrometer in Grün und 250 Mikrometer in Rot. Der Pferdekopf steigt hier über das Gas und den Staub ganz rechts im Bild auf. Die von neuen Sternen ausgehende Strahlung erhitzt Staub und Gas und wird auf dem Bild Weiß und Lila dargestellt. Links vom Pferdekopf sieht man die Orion-Nebel NGC 2068 und NGC 2071, in denen Sterne entstehen.
(Florian Rötzer)