Gates-Stiftung hilft Medienkonzern

Zusammen mit anderen Geldgebern gewährte die Stiftung einem amerikanischen Konzern einen ungewöhnlichen Kredit zum Aufkauf weiterer Zeitungen

Nachdem Warren Buffet, der zweitreichste Mann der Welt, der Bill & Melinda Gates Foundation kürzlich den Löwenanteil seines Vermögens gespendet hat, ist die Stiftung des reichsten Mannes der Welt mit einem Kapital von nun über 60 Milliarden Dollar endgültig zur wahrscheinlich unüberholbar größten Stiftung geworden.

Kritiker fürchten, dass nun Gates nicht nur mit Microsoft den Software-Markt dominiert, sondern auch auf dem Bereich der Bildung, Gesundheit und Entwicklungshilfe eine Art Monopol anstreben könnte. In vielen Fällen übersteigen die Gelder aus der Stiftung für Hilfsprojekte diejenigen aus anderen Quellen, wie internationalen Organisationen. Das Problem könnte sein, dass mit der Macht der Milliarden auch die Stiftung immer mehr Möglichkeiten haben könnte, in gesellschaftliche Strukturen einzugreifen. Im Zentrum der Stiftung steht die Bekämpfung von Krankheiten wie AIDS, Malaria oder Masern durch Impfungen oder Behandlungen. Andererseits halten Gates und die Stiftung auch Aktien an Pharma-Konzernen, die dagegen kämpfen, dass Medikamente billiger hergestellt werden können.

Andere Schwerpunkte der Gates-Stiftung liegen im Bereich der Bildung, also Förderung von Schulen, Universitäten und Bibliotheken oder Unterstützung von Minderheiten. Das schließt auch die Ausstattung von Schulen oder Bibliotheken mit Computern ein. Geld wird auch für Katastrophenhilfe gegeben. Aber es gibt auch einen Topf für „Special Opportunities“, also für Bereiche, die aus der üblichen Tätigkeit der Stiftung herausfallen:

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Some of our work falls outside our main areas of giving. Our Special Opportunity grants are typically one-time investments that enable the foundation to respond creatively to issues that are related to but not clearly within defined strategies. They might also respond to unanticipated events or provide opportunities to learn about challenges we face through discussions with experts outside our established networks.

Normalerweise sind das ebenfalls humanitäre Hilfsprojekte. Doch nun wurde bekannt, dass die Gates-Stiftung auch auf anderem Gebiet tätig wurde. Etwas verwundert wird in amerikanischen Medien berichtet, dass die Stiftung zusammen mit anderen Geldgebern wie der Hearst Corp., der General Electric Capital Corp und einigen Banken, der MediaNews Group, der etwa die Denver Post gehört, mindestens 350 Millionen Dollar gegeben hat, um es dem Konzern zu ermöglichen, Zeitungen in Minnesota und in Kalifornien wie die San Jose Mercury News oder Contra Costa Times aufkaufen. Wieviel die Gates-Stiftung dazu beigetragen hat, ist nicht bekannt.

In dem Deal spielt die Hearst Corp. eine besondere Rolle. Der Medienkonzern hatte Anfang August bereits zwei Zeitungen zugekauft und investiert nun 300 Millionen Dollar in MediaNews, die dafür diese Zeitungen von Hearst kaufen. Hearst wiederum erwirbt damit einen Anteil von 30 Prozent an den Zeitungen von Media News außerhalb des Gebiets von San Francisco Bay. Ein wenig ungewöhnlich ist es schon, dass nun die Gates-Stiftung auch Entwicklungshilfe für Medienkonzerne durch Kredite leistet. MediaNews war bereits vor dem Zukauf mit 40 Tageszeitungen einer der größeren Zeitungskonzerne der USA. (Florian Rötzer)

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