Glyphosat - und kein Ende?

Ausblick

Ein Agrarsystem, das nur auf synthetische Mittel setzt, muss irgendwann in eine Sackgasse geraten. Wenn immer neue Pestizide versprüht werden und das Landschaftsbild von genveränderten Pflanzen beherrscht wird, geht das große Artensterben weiter, während die Super-Unkräuter immer neue Resistenzen gegen immer neue Herbizide ausbilden.

Was aber bedeutet es für deutsche Ackerbauern, wenn sie das Gift, dem sie jahrzehntelang vertraut haben, weil es ihnen die Arbeit auf dem Acker erleichtert hat, plötzlich nicht mehr anwenden dürfen?

In einer Folgenabschätzung am Julius-Kühn-Institut von 2015 stehen vor allem betriebswirtschaftliche Aspekte im Fokus. Die externalisierten Kosten, die auf Grund der Umweltauswirkungen für die Gesellschaft entstehen, werden nicht berücksichtigt.

Bei einem Verzicht auf Glyphosat, so die Autoren, könne je nach Standort, Witterung und Anbaupraxis mit einer zusätzlichen Bodenbearbeitung durch Pflügen bzw. mechanischer Unkrautbekämpfung eine äquivalente Wirkung erzielt werden. Ein Ackerbau ohne Glyphosat ist demnach nicht völlig undenkbar.

Ausgerechnet in Kalifornien/USA ist man inzwischen einen Schritt weiter: Im Juli 2017 hat das zuständige Amt für Umwelt und Gesundheit das Gift offiziell als krebserregend eingestuft. Seitdem müssen glyphosathaltige Produkte entsprechend gekennzeichnet sein.

Bleibt abzuwarten, wann sich der US-Bundesstaat zu einem Verbot durchringt. Auch in Deutschland hätte ein Verbot von Glyphosat eine klare Signalwirkung. Warten doch eine ganze Reihe anderer - nicht weniger schädlicher - Ackergifte darauf, einer genauen Prüfung unterzogen zu werden. Denn eins ist klar: Nur eine giftfreie Landwirtschaft kann den Menschen langfristig gesunde Lebensmittel liefern.

Tipps:

Gifte für ein besseres Leben (WDR-Feature v. 15.10.2017)

Grünen-Studie (2014): Das Prinzip industrielle Landwirtschaft in der Sackgasse (Susanne Aigner)

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