Google Brain

Neue Innenansichten der Verbraucher

Während Web-Gurus hierzulande noch über Web 3.0, das Semantische Web oder Typo3 als das "nächste große Ding" schwadronieren, ist man im Googleplex schon 100.000 Google-Meilen weiter und arbeitet unter höchster Geheimhaltungsstufe daran, das "non-evil empire" des Technologiegiganten über den Cyberspace hinaus zu erweitern.

Bereits Anfang diesen Jahres hatte Google-Mitgründer Larry Page bei einem Vortrag vor Wissenschaftlern der American Association for the Advancement of Science erwähnt, dass man bei Google an "echter künstlicher Intelligenz" arbeite. Laut Page sei die menschliche DNA zu einem 600 MByte großen Datensatz komprimierbar. Zudem seien menschliche Hirnalgorithmen nicht so kompliziert, dass man diese nicht mit hinreichender Rechnerkapazität nachmodellieren könne:

We have some people at Google [who] are really trying to build artificial intelligence (AI) and to do it on a large scale… It’s not as far off as people think.

Der Vortrag von Page erhält überraschende Brisanz im Zusammenhang mit im Netz aufgetauchten Informationen über ein Projekt namens "Google Brain". Damit ist nicht das seit Mai bei YouTube abrufbare Spaß-Video über ein Eliza-ähnliches Dialog-Interface zur Suchmaschine gemeint, sondern ein hoch geheimes Projekt, von dem ausgerechnet bei Blogger.com (gehört zu Google) Bilder aufgetaucht sein sollen, die direkt aus den Google Forschungslabors zu stammen scheinen. Die Bilder waren nur für wenige Stunden online, bevor sie zusammen mit den zugehörigen Blogger-Seiten verschwanden. Glücklicherweise konnte ein deutscher Blogger namens Norman E. Mailer zwei der drei Bilder speichern und das dritte aus dem Kopf rekonstruieren. Vom dazugehörigen offensichtlich internen Dossier von Google-Wissenschaftlern konnte er die ersten Seiten lesen. Als er diese abspeichern wollte, waren die Daten bei Blogger bereits gelöscht.

Google Brain Bot (Rekonstruktion)

Die Rekonstruktion dieses Dossiers offenbart Erstaunliches. Demgemäß sieht Google die Zukunft nicht im regionalen Advertising via Google Maps oder Google Radio und auch nicht wie die neueste Version von Google Earth suggeriert, auf dem Mond oder Mars (Google Earth umfasst in der letzten Version ein komplettes digitales Planetarium), sondern in den Köpfen der Google Nutzer, so genanntes "crowd sourcing".

Schlüsseltechnologie ist dabei ein von einem Nano-Tech Labor in Bangolore entwickelter so genannter Google-Brain-Bot (GBB), der oral oder rektal verabreicht, ein Nano-Plug-In vergleichbar der Google-Toolbar im Körper des Google-Nutzers installiert.

Sichtfeld Proband (ohne GBB)

Sobald sich der Google Brain Bot in die neurale-API des Google-Nutzers eingeklinkt hat, verbindet sich das Plug-In über Wifi oder Bluetooth mit dem Internet und sendet einen vorverarbeiteten, hochkomprimierten und verschlüsselten Datenstrom der Wahrnehmungen und ausgewählter Körperparameter des Google Nutzers an eine hoch abgeschirmte Dateneinheit namens Samadhi-Think-Tank (STT) im GooglePlex in Kalifornien. Nach dem Abgleich des "Stream of Consciousness" mit den Daten, die Google ohnehin schon über einen registrierten Google-Nutzer hat: die History-Liste der Suchergebnisse, der Inhalt des Google-Mail-Accounts, sowie der aufgezeichneten Konversationen von Google Talk (und in Zukunft dem komprimierten DNA-Satz), erzeugt Google Brain im Google Plex ein Ad-Sense-Overlay, das über das Google Plug-In direkt in den visuellen Cortex des Google-Nutzers eingespielt wird.

Sichtfeld Proband mit GBB

Der Google Brain Bot soll im Einzugsbereich beliebiger Wifi-Datennetze wie z.B. bei Starbucks oder in der Lounge der meisten Flughäfen funktionieren und ermöglicht es daher erstmalig, Werbung in das Sichtfeld des Google-Nutzers einzublenden, ohne dass dieser vor einem Computer sitzen muss. Dadurch kann die Wirksamkeit von Werbung signifikant erhöht werden. Auch wenn noch keine Möglichkeit zur Interaktion mit den Werbebotschaften integriert ist, soll die Wiedererkennrate von Werbebotschaften (so genannte Total Recall Rate) durch diese Technologie signifikant steigen. Darüberhinaus ergeben sich auch im Zusammenhang mit dem Klingeltonvertrieb neue spannende Möglichkeiten.

Da der GBB kleiner als ein Stecknadelkopf ist, kann er bequem und ohne Nebenwirkungen verabreicht werden. Als Distributionsweg sind Produkte internationaler Lebensmittel- und Pharamakonzerne vorstellbar, so würde der GBB locker in ein M&M passen oder in die Knospe eines Brokkoli-Röschens auf einer Pizza-Hut-Pizza. Wegen der dadurch enstehenden Gefahr für den Endverbraucher, sich einen oder mehrere GBBs unwillentlich und unwissentlich einzuverleiben, fordern Datenschutzaktivisten erweiterte Datenschutzhinweise auf Pizzaschachteln und M&M-Tüten. Zudem sollte die Halbwertszeit des GBB auf 18 Monate beschränkt werden, damit Bedenken der EU um die Privatheit ihrer Bürger Rechnung getragen wird. Damit wäre das neue Gerät auch konform mit der 18-monatigen Aufbewahrungsdauer aller anderen Nutzerdaten bei Google.

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