Google Map mit GMO-Feldern unerwünscht

Greenpeace muss in Frankreich eine Webseite zurückziehen und markiert dafür ein Feld mit genverändertem Mais mit einem wirklichen Kreuz

Greenpeace Frankreich darf nach einem Urteil eines französischen Gerichts vom Mittwoch auf einer Website mithilfe von Google Map nicht die Lage von Feldern der Öffentlichkeit bekannt machen, auf denen genveränderter Mais von Monsanto angebaut wird. Nach Ansicht der französischen Regierung hat die Öffentlichkeit keinen Anspruch auf Information über die Lage der Felder. Die EU-Richtlinie 2001/18 schreibt es allerdings den Ländern vor, öffentlich einsehbare Listen der Felder anzulegen, auf denen genveränderte Pflanzen angebaut werden.

Das Urteil betrifft allerdings nur die französische Sektion von Greenpeace. Die Umweltorganisation will gegen das Urteil Einspruch einlegen, hat aber erst einmal die Website auf die Server von Greenpeace International in Amsterdam verlagert, wo die exakte Lage der bislang nur zwei Felder in Südfrankreich, auf denen kommerziell genveränderter Mais angebaut wird, weiterhin zu sehen ist. Die „Genetix Crime Unit“, so der Text, soll hier über „genetische Kontamination“ informieren.

Nach dem Gericht hat die Umweltorganisation damit „persönliche Informationen“ allen zugänglich gemacht. Das sei eine Verletzung der Privatsphäre der Kläger, da sie Zustimmung nicht gegeben hätten. Die Informationen würden die Landwirte „allen möglichen Aktionen“ aussetzen, die von „Rächern“ angeblich im Namen der „öffentlichen Gesundheit“ begangen werden könnten.

Greenpeace verweist dagegen auf das Recht der Öffentlichkeit, über den Anbau von genveränderten Pflanzen informiert zu werden und sich davor schützen zu können. Das sei auch die Aufgabe der französischen Behörden. Greenpeace wirft der französischen Regierung vor, die Umsetzung der EU-Richtlinie 2001/18 – im Unterschied etwa zu Deutschland - seit drei Jahren hinauszuzögern, die die Einrichtung von öffentlich einsehbaren Listen über Orte, an denen genveränderte Pflanzen angebaut werden, verlangt. Greenpeace werde, um die „Geheimniskultur“ zu unterminieren, weiterhin Beobachter ihre Arbeit tun lassen und die Karte auf der Website von Greenpeace International aktualisieren, erklärte Arnaud Apoteker.

Um das Anliegen zu fördern, hat Greenpeace eine medienwirksame Aktion durchgeführt. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag wurde in das Feld mit genverändertem Mais in Gréset-Cavagnan ein riesiges Kreuz in einem Kreis mit einem Durchmesser von 30 Metern getrampelt, um „die Bürger zu informieren“. Die Markierung durch ein Kreuz soll die virtuelle Markierung auf der in Frankreich verbotenen Google Map ersetzen.

Das Kreuz im Feld. Foto: Greenpeace/Pierre Gleizes

(Florian Rötzer)