Griechenland: 99 Jahre Ausverkauf - alternativlos

Nahezu alles bis auf die Atemluft wird besteuert

Zusammen mit dem Gesetzespaket wurde nahezu alles bis auf die Atemluft besteuert. Künftig zahlen die Griechen eine Extra-Steuer für Internet, Privatfernsehen, Kaffee, Bier und eine erhöhte Tabaksteuer, welche auch auf elektronische Zigaretten ausgeweitet wird.

Die strittige Immobiliensonderabgabe ENFIA, deren Abschaffung sich Tsipras auf die Fahnen geschrieben hatte, wurde erneut, im Extremfall sogar um das Dreifache erhöht. Die Erhöhung einiger Steuern, so auch des ENFIA, gilt rückwirkend, zum 1.1.2016. Erhöht wurden zudem sämtliche Energiesteuern. Eine Kurtaxe für Touristen komplettiert das Paket. Auf alle Steuern kommt als Aufschlag noch die Mehrwertsteuer, welche um einen Prozentpunkt auf 24 Prozent erhöht wurde.

Alexis Tsipras und seine Regierung. Bild: W. Aswestopoulos

Die Begründung für die Zustimmung zu solchen Gesetzen trieb vielen Griechen die Zornesröte ins Gesicht. Die Abgeordnete von SYRIZA, Afroditi Theopeftatou, meinte allen Ernstes, dass die Steuerlast vollkommen gerecht verteilt sei. Schließlich, so sagte sie in einem Radiointerview, gäbe es kaum jemanden, der gleichzeitig Kaffee oder Bier trinken würde und zudem auch noch Tabak konsumieren würde. Dabei hätte es für die Widerlegung ihrer These genügt, wenn sie in den verrauchten Raum des Parlamentscafés gegangen wäre und ihre Kollegen beobachtet hätte.

Theopeftatou gab sich auch Tage später noch ungläubig über die heftigen Reaktionen auf ihre Äußerungen. Sie könne die Aufregung nicht verstehen, meinte sie. (Wassilis Aswestopoulos)

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