Große Sprünge mit leerem Beutel - König Donald und die Känguru-Ökonomie

Donald steht vor der Staatspleite. Im Tresor der Federal Reserve Bank of New York liegt 26 Meter unter dem Meeresspiegel auf den Felsen Manhattans mit Einlagen von 60 Ländern, darunter Deutschland, der größte Goldvorrat der Welt. Bild: newyorkfed.org

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Das epidemische Anti-Donald-Syndrom (ADS) ist im exzeptionalistischen Königreich nach wie vor virulent und die besonders stark betroffene Gilde der Herolde und Lautsprecher zählt noch immer zu den Risikopatienten: "Sie sehen die Pressefreiheit in ihrem Land in Gefahr. Eine Studie führt Repressalien auf, Überwachung, Strafverfolgung und Blockaden.

Seit Richard Nixon habe sich kein Präsident so aggressiv verhalten...", verkündete entsetzt "Der Spiegel", den man "das ehemalige Nachrichtenmagazin" nannte. Und listete auf, dass sich die Herolde vom "Geheimdienstsystem", den Meistern der Intelligence, überwacht fühlen, dass "Intransparenz" herrsche, weil nur noch "mit Twitter und Facebook" regiert werde, dass Pfeifenbläser wie der mutige Ed und die tapfere Chelsey mit Spionagegesetzen von 1917 verfolgt werden, "Mitarbeiter eingeschüchtert" und "abgehört" und insgesamt ein "Klima der Angst" herrsche. Schwere Vorwürfe, zumal wenn man bedenkt, dass den Herolden als "vierte Säule" der Demokratie ja eine eminent wichtige, staatstragende Rolle zukommt.

Dass König Donald angesichts dieses Sündenregisters natürlich gleich wieder "Fake News" rufen würde, wäre absehbar. In diesem Fall allerdings auch berechtigt, den der Vorwurf, so aggressiv wie sein Vorgänger "Tricky Dick" Nixon gegen die Gilde der Herolde vorzugehen, war nicht gegen ihn gerichtet: Es handelte sich um das Sündenregister von Obama aus dem Jahr 2013. Wenn es auch auf Donald zutrifft, der wegen seiner Zwitscherleidenschaft sogar schon mit "Heil Twittler!" verspottet wurde, wenn der neue König sich also gegenüber den Herolden kaum anders gebärdet als der alte, warum sorgt er jetzt für so gewaltige Empörung und apokalyptische Warnungen vor einer in Dunkelheit sterbenden Demokratie?

Liegt das allein daran, dass Donald der Herold-Gilde mit seinen "Fake News"-Salven die permanente Kurzfassung der Leviten liefert, die ihnen einst der große John Swinton las? Bellen die Hunde nur so laut, weil sie schwer betroffen sind?

Kriegsverbrecher mit "innerem Rembrandt"

Fast scheint es so, denn zu ihrer Ehrrettung kamen sie jetzt auf die Idee, den unbedarften Ex-König W. zu entmumifizieren und ihn auf dem Kanal NBC zur Verteidigung der "Pressefreiheit" sagen zu lassen: "Wir brauchen sie, um Leute wie mich zur Verantwortung zu ziehen."

Das Statement wurde dann nicht mit einem Orkan aus der Lachmaschine unterlegt, sondern allen Ernstes weltweit verbreitet, weil ja jeder weiß, dass auf die Unabhängigkeit der Herolde und Lautsprecher jederzeit Verlass ist und sie W., Cheney und Rumsfeld einst massiv für die Lügen zur Verantwortung zogen, mit denen sie zum Irak-Krieg hetzten und eine Million Leichen produzierten. Dass sie heute als Massenmörder und Kriegsverbrecher eingekerkert sind, verdankt sich allein der Unnachgiebigkeit, mit der die Gilde der Herolde ihrer Kontrollfunktion als "vierte Säule" der Demokratie nachkam und diese Verbrechen aufdeckte und vor Gericht brachte.

Wie? Das ist gar nicht so? Sie feiern W. stattdessen, dass er seinen "inneren Rembrandt" entdeckt hat und Veteranen, die zumindest körperlich heil aus dem von ihm befohlenen Ölkrieg heimgekehrt sind, in Öl malt? Da wunderte es nicht, dass das Vertrauen in die Gilde der Herolde im exzeptionalistischen Königreich auf immer niedrigere Tiefpunkten gesunken war und selbst ein König Donald dagegen locker bestehen konnte, obwohl er doch einen Fake nach dem anderen raushaute.

Dass er damit durchkam, lag nicht nur an der Ignoranz seiner Hardcore-Anhänger, die auf ihren neuen König einfach nichts kommen lassen, sondern vor allem an der langen Fake-Historie der Herolde und Lautsprecher, denen niemand mehr abnahm, dass sie nunmehr auf den Pfad der Wahrheit zurückgefunden hätten. Das exzeptionalistische Königreich befand sich somit in einer Endlos-Schleife gefangen, die jenem Paradox glich, das einst von einem weisen Seher im alten Griechenland entdeckt worden war, von dem es hieß: "Epimenides der Kreter sagte: Alle Kreter sind Lügner."

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