Gute Aussichten für Vermögende

Der Global Wealth Report von Credit Suisse meldet Rekordwerte und lässt die Krise vergessen

Krise? Die Aussichten für Vermögende sind jedenfalls gut, ist dem neuen Global Wealth Report von Credit Suisse zu entnehmen. Laut der für den Bericht zuständigen Experten ist in den nächsten fünf Jahren ein Anstieg der Vermögen von beinahe 40 Prozent zu erwarten. Nach deren Schätzungen könnten die globalen Vermögen 2018 eine Summe von 334 Billionen US-Dollar erreichen.

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Die Zuversicht nährt sich aus Erwartungen, die an die sogenannten aufkommenden Märkte in den Entwicklungs-und Schwellenländern geknüpft werden, insbesondere China. Nicht weniger als die Hälfte des Vermögenszuwachses soll China beisteuern; großes Wachstumspotential erhofft man sich im "mittleren Segment". Dort ist die Vermögensverteilung laut Credit-Suisse-Expertise augenscheinlich besser ausbalanciert als etwa in Indien, was sich in der Nachfrage bemerkbar machen werde. China wird weiter eine Vorreiterrolle als "emerging consumer" zugeschrieben. Betriebsstörungen (vgl. Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall?) sind bei den "emerging markets" nicht groß vorgesehen.

Der glanzvolle Blick in die Zukunft der Vermögensentwicklung hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die aktuell ermittelten Zahlen zu einer Erzählung passen, der man an bestimmten Orten die Gewissheit eines Naturgesetzes zuschreibt: Auf jede Krise folgt ein Wachstum, das dann noch größer ist als zuvor.

Wie zum Beweis wird im aktuellen Bericht ein "All-Time High" der weltweiten Privatvermögen gemeldet. Dem Gipfelwert aus dem Jahr 2010, der als "pre-crisis peak" verzeichnet wird, wird nun eine neue Rekordsumme von 241 Billionen US-Dollar entgegengestellt. Ein immenser, abstrakter Wert, der das Vermögen der Haushalte weltweit repräsentieren soll. Die Dollarsumme des "global wealth" beruht auf Schätzungen und dem Ergebnis aus Geldvermögen plus Sachvermögen minus Schulden.

Die Privatvermögen sind nach Swiss-Credit-Schätzung von Mitte 2012 bis Mitte 2013 weltweit um 4,9 Prozent gewachsen. Wird diese grobe Schätzung auf das Vermögen pro-Kopf umgerechnet, so ergibt sich ein Durchschnittswert von 51.600 Dollar. Damit habe der Wert des durchschnittlichen globalen Vermögens die 50.000-Dollar-Marke zum ersten Mal seit 2007 wieder überschritten. Anzufügen wäre noch, dass der diesjährig veranschlagte Global-Wealth-Wert mehr als doppelt so hoch ist wie der aus dem Jahre 2000.

Als Gewinner des Wachstums im vergangenen Jahr hebt der Bericht die Haushalte der USA (plus 8.1 Billionen Dollar) hervor und die japanischen als Verlierer (minus 5.8 Billionen Dollar). Das Vermögen der chinesischen Haushalte ist um 1,4 Billionen Dollar gewachsen, das der deutschen um 1,2 Billionen und das der französischen um 1,1 Billionen.

Am Phänomen der ungleichen Verteilung kommt auch der Global-Wealth-Bericht nicht vorbei; er hat dafür markante Zahlen: Wird einem Haushalt das Vermögen von 4.000 US-Dollar zugerechnet, so gehört er zur reicheren Hälfte der Welt. Mit 75.000 Dollar an Vermögenswerten zählt ein Haushalt zu den oberen 10 Prozent. Mit 753.000 Dollar gehört er zu dem obersten 1 Prozent.

Wenn man alles zusammenzählt, dann besitzt die arme Hälfte der globalen Bevölkerung weniger als 1 Prozent der Gesamtvermögen. In scharfem Kontrast dazu verfügen die zehn reichsten Prozent über 86 Prozent der weltweiten Vermögen und das oberste ein Prozent kommt allein auf einen Anteil von 46 Prozent.

In Deutschland soll es mittlerweile 1.735.000 $-Millionäre geben.

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Siehe auch: Wie wird man Millionär? (Thomas Pany)

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