HRP-4C: Das nächste Supermodel?

Japanische Wissenschaftler haben ein neues Robotermädchen vorgestellt

Bild: AIST

Die Japaner lieben die Roboter. Und die japanischen Männer vor allem die Roboterfrauen. Das haben die Wissenschaftler vom staatlich finanzierten National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) wieder einmal bestätigt und ein Robotermädchen vorgestellt, das lächeln kann und als Model auftreten soll.

Noch darf HRP-4C, wie das schwarzhaarige, 1,58 m große Mädchen ohne Fleisch und Blut heißt, aus Sicherheitsgründen nicht gemeinsam mit Menschen auftreten. Hirohisa Hirukawa, einer ihrer Schöpfer, bedauert auch, dass Leute aus der Modebranche sagten, sie sei zu klein und habe nur eine gewöhnliche Figur. Zwar wird sie ihren öffentlichen Auftritt bei einer Modeschau haben, aber dann doch eher dem Showgeschäft dienen.

Noch haben die Humanoiden den Statuts von Kuriositäten oder Attraktionen auf den früheren Jahrmärkten, auf denen missgebildete oder absonderliche Menschen vorgeführt wurden. Jetzt erfreit man sich an dem Kitzel, wie die Roboter immer menschenähnlicher werden, aber noch weit vom Menschen entfernt sind. Aber es ist eine Herausforderung, die zunehmend einen kleinen Schwindel auslöst, wenn man möglicherweise nicht nur dem künftigen Begleiter, sondern vielleicht auch dem nicht mehr biologischen Nachfolger des Menschen ins Auge blickt.

Beim ersten Auftritt während einer Modeschau wird HRP-4C gewissermaßen nackt auftreten und sich zeigen, wie sie von ihrem Schöpfer gemacht und verkörpert wurde. Wichtig an dieser Roboterin war, dass sie möglichst klein und leicht ist, aber weiterhin wie eine junge Frau mit dünnen Füßen aussieht. Trotz der 39 Motoren im Körper und der 8 im Kopf sind Bewegungen und Mimik noch nicht wirklich überzeugend, wie man auch an diesem Video sehen kann. Dennoch geht es mit Riesenschritten voran bei den Humanoiden, was Gestalt, Gesicht und Bewegungen angeht. Der Verdacht in diesem Fall ist wohl, dass sich die Wissenschaftler eine technische Gespielin schaffen wollen. (Florian Rötzer)