Heiligendamm, Stalin und das traditionelle Dixie-Klo-Verbrennen

YouTube und Co. - unsere wöchentliche Telepolis-Videoschau

Früher war alles besser. Früher mussten sich Staatsmänner und –frauen nicht hinter Zäunen verstecken. Nein, sie suchten die Nähe zum Volk und wurden von den Menschen gefeiert. Besonders beliebt war offenbar ein Mann namens Stalin. Und wie beliebt dieser schnauzbärtige Politiker war, das zeigt der russische Regisseur Micheil Tschiaureli in seinem 1949 gedrehten Film „Der Fall von Berlin“. Stalin soll von den Szenen seiner filmischen Landung in dieser Stadt so begeistert gewesen sein, dass er bedauert haben soll, nie persönlich in Berlin gewesen zu sein. Und diese Landeszene kann man sich nun auch bei YouTube anschauen. Die Musik stammt übrigens von Dmitri Schostakowitsch.

Und wenn man glaubt, es kann eigentlich nicht mehr schlimmer kommen, dann kommt Cherno Jobatey um die Ecke. Auch in Heiligendamm hat er Spuren hinterlassen. Zum Glück keine der Verwüstung, sondern eine filmische. Seine Videosammlung gibt es hier. Wie das Leben hinter dem Zaun aussah und womit sich dort anwesende Journalisten die Zeit vertrieben haben, dokumentieren gleich zwei Videos. Während das eine eher wehmütig daherkommt, wirft der andere Film einen schonungslosen Blick auf das pralle Reporterleben. Motto: Strand, Champagner und Massagen.

Ein aberwitziges Experiment zeigt der Film A Ball Thrown Back 100 km/h From A Truck Moving 100 km/h, der zum ersten Mal in der japanischen TV-Show „Trivia no Izumi" zu sehen gewesen ist. Das Ergebnis ist jedenfalls verblüffend. Richtig blöd dagegen sieht dieser Typ am Schluss aus, weil er sich tatsächlich 155 T-Shirts übergezogen hat. Und wie man mit PCs Domino spielt, das kann man sich hier anschauen.

Probleme haben viele Engländer mit dem kürzlich vorgestellten Logo für die Olympischen Spiele 2012 in London. Und inzwischen machen sich immer mehr darüber lustig – in Videos wie diese zwei Beispiele dokumentieren: Film 1 und Film 2. Während die Engländer sich also logomäßig ärgern und die wahre Schönheit dieses überaus grazilen Logos einfach nicht erkennen wollen, fand bei uns das traditionelle Dixie-Klo-Verbrennen statt. Auch das wurde natürlich in einem Video festgehalten.

Zum Schluss noch schnell ein Hinweis auf eine spannende Diskussion über das Thema „Die Bedeutung des Rads“, an der sich kürzlich bekannte Köpfe wie Alexander Kluge, Peter Sloterdijk und Daniel Cohn-Bendit beteiligt haben. Wie interessant diese Diskussion war, zeigt dieses wirklich sehenswerte Filmdokument. (Ernst Corinth)

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