Holztürme für Windräder

Bild: Modvion

Die Bauweise mit Holz feiert durch neue Techniken ein Comeback

Lange war es still geworden um die Idee, die Türme von Windenergieanlagen aus Holz statt aus Stahl und Beton zu bauen. Die deutsche Firma Timber Tower hatte es vor ein paar Jahren nicht über ein Pilotprojekt in der Nähe von Hannover hinausgebracht.

Nun ist auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland ein Vorhaben genehmigt worden, in dem zehn Anlagen mit einer Blattspitzenhöhe von 240 Metern einen Turm aus laminiertem Holz von Modvion erhalten. Dieses hat gleich mehrere Vorteile: Statt dass durch die Verwendung von Stahl oder Beton CO2 freigesetzt würde, wird dieses Treibhausgas im Holz sogar noch gebunden. Auch ist das Holz gemessen an der Festigkeit um rund die Hälfte leichter als vergleichbare Bauteile aus Stahl. Schließlich sind die Holzmodule kleiner und deutlich einfacher zu transportieren als es Turmsegmente aus Stahl oder Beton wären.

Die Bauweise mit Holz feiert seit etwas über zehn Jahren durch neue Techniken ein Comeback. In diversen Städten wie Berlin, Seattle, Melbourne, Vancouver oder Oslo sind in den letzten Jahren mehrgeschossige Häuser aus Holz entstanden oder derzeit in Planung. In Tokio wird sogar über einen Holz-Wolkenkratzer nachgedacht.

Für das Klima wäre es von erheblichem Vorteil, wenn Holz Beton als Baustoff verdrängen könnte. Bei der Herstellung von Zement, einem der Betonbestandteile, werden größere Mengen CO2 frei. Zum einen über die aufgewendete Energie zum anderen aber auch durch das Brennen des Kalks, bei dem CO2 chemisch freigesetzt wird.

Knapp fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf das Konto des Betons. Jedes Gebäude, das mit Holz statt Beton gebaut wird, vermeidet also Treibhausgasemissionen. Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Zementindustrie wurden in Deutschland seit 1990 die spezifischen CO2-Emissionen der Zementherstellung von 352 auf 170 Kilogramm CO2 pro Tonne Zement gesenkt.

Immerhin, könnte man sagen, aber langfristig sind dies noch immer 170 Kilogramm zu viel. Zum Glück gibt es aber zum einen Alternativen zum Beton, zum anderen auch mit der Verwendung von Magnesium Verfahren, die ganz ohne CO2-Emissionen auskommen. (Wolfgang Pomrehn)