Hubble kann wieder sehen

Das über Wochen "erblindete" Weltraumteleskop meldet sich mit einer faszinierenden Aufnahme zurück

Das Weltraumteleskop Hubble kann wieder „sehen“, nachdem es zuvor durch einen Defekt in den Sicherheitsmodus gegangen war. Eine Weltraummission zur Auswechslung von Kameras und Batterien war aufgrund des Wirbelsturms Ike verschoben worden und wird nun wohl erst 2009 stattfinden. Anfang Oktober brach dann auch noch die Datenübertragung ab (Kosmische Landschaft). Ein erster Neustart war fehlgeschlagen. Letzte Woche konnten die Wissenschaftler das Computersystem wieder hochfahren, das die wissenschafttliche Instrumente steuert.

Arp 147. Bild: NASA, ESA, and M. Livio (STScI)

Offenbar hatte diese Rettungsaktion Erfolg, denn heute wurden ein neues, technisch und ästhetisch perfektes Bild, gemacht am 27. und 28. Oktober mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2), veröffentlicht. Und gleich wieder ist es wieder eine faszinierende Aufnahm von zwei wechselwirkenden Galaxien, genannt ARP 147. Die Bezeichnung stammt vom Arp-Atlas ungewöhnlicher Galaxien, die der Astronom Halton Arp in den sechziger Jahren zusammengestellt hat. ARP 147 ist im Sternbild Walfisch und etwa 400 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Die runde und flache Galaxie auf der linken Seite erscheint, wie es in der Mitteilung heißt, abgesehen von einem kleinen Lichtring von Sternen, weitgehend ungestört zu sein. Die rechte Galaxie ist hingegen ein unruhiger blauer Ring, in dem sich Sterne bilden. Der Ring entwickelte sich, nachdem diese Galaxie die erste durchwandert hat. Beim Aufeinandertreffen der Galaxien wurde Materie mit großer Dichte kreisförmig nach außen gedrückt und kollidierte dann mit Materie, die durch die Schwerkraft nach innen gezogen wird, wodurch neue Sterne entstehen. Der rötliche Bereich in dem ansonsten blauen Ring stellt, wie die Wissenschaftler vermuten, den ursprünglichen Kern der Galaxie dar. (Florian Rötzer)

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