IMAX-Kino für zuhause

Premiere-HDTV mit Satellitenempfänger von Pace im Praxistest

Pace war am Schnellsten: noch vor Humax lieferte das englische Unternehmen seinen Premiere-zertifizieren HDTV-Receiver DS 810 KP aus seiner Vertretung in Schnaittach zum Test. In Ermangelung eines eigentlich erforderlichen Fernsehers mit kopiergeschütztem Digitaleingang gestaltete sich dieser jedoch etwas komplizierter.

Man kann ja viel darüber diskutieren, ob Bezahlfernsehen nun besser ist als öffentlich-rechtliches TV, oder nur teurer, ob es fairer ist, weil man es nur zahlt, wenn man es auch tatsächlich nutzen will, oder wertlos, weil ohne Bildungsauftrag, und ob HDTV nun wegen des leidigen Kopierschutzes ein Werk des Teufels ist oder nicht. Dennoch ist man zunächst einmal neugierig: Wie schaut denn HDTV in der Praxis aus, abseits der Demoschleifen von Astra & Co.?

Weil es mit der Beschaffung des HDTV-Sendematerials momentan noch hakt, ist das tatsächlich gültige Programmschema außer im EPG des Satellitenreceivers nur online zu finden – Fernsehzeitschriften liegen dagegen meist falsch

Sat 1 / Pro 7 sind hier zur Beurteilung völlig ungeeignet, da sie zwar mittlerweile je einen eigenen HD-Kanal in derselben effizienteren Kodierung MPEG 4/H.264 ausstrahlen, wie sie auch Premiere (und übrigens auch der Video-Ipod) verwenden, weshalb auch für das freie deutsche HDTV bislang kaum Receiver aufzutreiben sind. Doch auf diesen Kanälen läuft mit wenigen Ausnahmen nur das künstlich hochskalierte Standardprogramm: Ein echter HDTV-Kanal lohnt sich für Sat 1 / Pro 7 bisher nicht und ein besseres Bild ist für die meisten Sendungen der beiden Kanäle HDTV auch gar kein Thema; mehr inhaltliche Qualität wäre eher gefragt.

Das Bezahlfernsehen Premiere liefert zwar inzwischen insgesamt über 30 Kanäle, was nur die ARD durch die vielen Regionalprogramme übertreffen dürfte; die HDTV-Ausstrahlungen beschränken sich jedoch zum Start auf drei Kanäle: HD Film, Philips HD Sport und Discovery HD. Letzterer ist ein Ableger des normalen Discovery-Channel, hat allerdings eine deutlich höhere Wiederholrate der Filme, da nur neuere Dokumentationen auch im hochauflösenden Format vorliegen. Zudem wird momentan das in Fernsehzeitschriften gedruckte Programm nicht eingehalten; man muss online nachsehen, welche Beiträge Premiere für Discovery HD tatsächlich ergattern konnte. Diese sind allerdings sehr beeindruckend, zumal das irritierende Logo mit der rotierenden Erdkugel in der HD-Variante weniger lästig fällt, da die Erdkugel kleiner ausgefallen ist. Zukünftig sollen neue Dokumentationen zuerst auf Discovery HD ausgestrahlt werden und erst später ins Normalprogramm wandern. Und da die IMAX-Kinos inzwischen wegen Unrentabilität und Misswirtschaft reihum schließen und normale Kinos nur selten Dokumentarfilme zeigen, wird sich HDTV für Fans optisch beeindruckender Dokumentationen zukünftig kaum vermeiden lassen.

Der Sportkanal Philips HD Sport wird von Philips nur gesponsort, jedoch nicht mit Beiträgen beliefert und kann aber selbstverständlich auch mit Empfängern und Fernsehern anderer Hersteller angesehen werden. Da die Kameras bei schnellem Spielverlauf oft gar nicht nachkommen, hat HDTV hier durchaus praktische Vorteile, weil man das ganze Spielfeld sehen kann und sich der Ball oder Puck trotzdem noch erkennen lässt. Außerdem dürfte es bei Großdisplays schwieriger werden, den Fernseher vor Wut aus dem Fenster zu werfen, wenn die eigene Mannschaft trotz HDTV verloren hat.

Ohne das geht bei HDTV fast nix: Kopierschutzfähiges HDMI-Digitalkabel (Bild: W.D.Roth)

HD Film wird auf Wunsch der Hollywood-Studios mit Kopierschutz ausgestrahlt. Dies bedeutet, dass am analogen Komponentenausgang (Y, Pb, Pr) keine HDTV-Auflösung geliefert werden darf. Immerhin Standard-Auflösung, also normale PAL-Fernseh-Qualität, gesteht die Filmbranche einem HDTV-Fernseher ohne kopiergeschützten Digitaleingang zu. HDTV ist so natürlich passé, aber immerhin erhält man überhaupt ein Bild. Wer also mit einem solchen HDTV-Fernsehgerät der ersten Generation gestrandet ist, sollte sich für Premiere-HDTV nur dann interessieren, wenn ihn nur Natur- oder Sportsendungen reizen. Für Filmfans mit solchen Fernsehern wäre HDTV dagegen eine enttäuschende Investition – übrigens auch dann, wenn man sich auf HDTV-Sendungen außerhalb des Pay-TV beschränkt.

Auch das zum Test verfügbare Fernsehgerät von Sharp hatte für HDTV nur Analog-Eingänge, was zum schnellen Test jedoch eigentlich ausreichen sollte. Doch dann wurde alles etwas komplizierter. Und man kann deshalb vorab sagen: In Kombination mit einem Monitor oder Fernsehgerät ohne Digital-Schnittstellen mit Kopierschutzfunktion ist der Pace-Receiver ein absoluter Fehlkauf, da wegen des Kopierschutzes hier selbst das zur Bedienung notwendige Menü abgeschaltet wird und nicht einmal mehr ein Schwarzbild geliefert wird, wobei sich der Fernseher beim unerwarteten Ausfall des Signals auch noch öfters aufhängte und neu gestartet werden musste. Diese Gemeinheit, selbst das Menü zu sperren und das Bild komplett abzuschalten, haben allerdings nicht die Hollywood-Filmstudios verlangt; sie ist lediglich ein Designfehler.

Der Pace-HDTV Receiver DS 810 KP bietet einerseits ein normales FBAS- oder RGB-Fernsehsignal über die üblichen Scart-Stecker, das – und dies ist die gute Nachricht – vom Kopierschutz unbelästigt bleibt: Hier liegt in jedem Fall ein Signal an, das auch ohne Probleme beispielsweise mit einem Videorekorder aufgezeichnet werden kann. Allerdings ist es natürlich kein HDTV. Um HDTV aufzuzeichnen, sind momentan noch keine geeigneten Geräte am deutschen Markt. Auch ist zu beachten, dass RGB nur verfügbar ist, wenn man auf das Komponentensignal verzichtet, da beide wohl am Scart-Stecker kollidieren: Mit Komponentensignal steht am Scart-Stecker nur das einfache, optisch unbefriedigender FBAS-Videosignal zur Verfügung.

Daneben hat der HDTV-Receiver die HDMI-Schnittstelle mit Kopierschutzfunktion und einen Komponentenausgang, an dem ältere HDTV-fähige Fernseher und Monitore angeschlossen werden können. Dieses Signal steht wahlweise in den Auflösungen 720 x 576 interlaced (normales PAL-Fernsehsignal), 720 x 576 progressiv (flimmerfreies Signal in Standard-PAL-Auflösung), 1280 x 720 progressiv (Half HDTV) sowie 1920 x 1080 interlaced (Full HDTV) zur Verfügung.

Der zum Test verwendete Fernseher mochte aus bis zum Redaktionsschluss ungeklärten Gründen die Signale des Pace-Receivers nicht besonders: Drei der vier Bildwiedergabe-Modi funktionierten oft nur, wenn man den Fernseher erst einmal aus- und wieder einschaltete und ausgerechnet der bei diesem Gerät native Modus von 1280 x 720 konnte überhaupt nicht wiedergegeben werden. Beim Herunterkonvertieren des 1920 x 1080-Signals zeigte sich ein leichtes Zeileneinflimmern (es handelt sich ja um ein Interlaced-Signal) sowie bei Bildschwenks ein leichtes Zittern. Im Vergleich zur normalen PAL-Auflösung (720 x 576) zeigte das HDTV-Bild jedoch eine für die relativ kleine Verbesserung unglaubliche Schärfe – vermutlich, weil die sonst notwendige Umrechnung von 576 auf 720 Zeilen entfiel, ähnlich LCD-Computerbildschirmen, die nur in ihrer nominellen Auflösung volle Schärfe zeigen können.

Bis es soweit kam, war jedoch Geduld notwendig. Der Grund: Im Auslieferungszustand schaltet sich der Pace-Receiver prinzipiell auf dem Kanal Premiere HD Film ein – dem Kanal mit dem durchgehend eingeschalteten Kopierschutz. Die Folge: Nach etwa 30 Sekunden Bootens erscheint zur Begrüßung sofort die Meldung "Komponentenausgang wegen Kopierschutz deaktiviert“ als Laufschrift auf der Gerätefront – und das ist dann auch das einzige, was man zu sehen bekommt. Der Receiver ist in diesem Zustand unbedienbar, wenn man nur einen Komponentenanschluss benutzt, da er nicht nur das Bild auf PAL-Auflösung herunter skaliert, so wie es die Filmstudios momentan von Premiere verlangen und wie es auch ausgestrahlt wird. Stattdessen wird der Komponentenausgang tatsächlich hardwaremäßig komplett abgeschaltet – es erscheint also nicht nur kein Fernsehbild mehr, sondern auch das Menü ist augenblicklich nicht mehr verfügbar.

So schaut ein geknackter Kopierschutz aus: Normal unterdrückt der Pace-Satellitenreceiver selbst diese Meldung, wenn Premiere HD Film eingestellt ist, obwohl der Kanal so niemals empfangen werden könnte (Bild: W.D.Roth)

Um die Pace-Box bedienen zu können, ist also unbedingt entweder ein normaler Fernseher zusätzlich am Scart-Anschluss anzuschließen, oder es muss zum HDTV-Fernseher eine zweite Scart-Leitung gezogen werden, auf die dann umzuschalten ist, wenn das HDTV-Bild ausfällt. Dabei schützt es übrigens nicht, wenn der Kunde den hochauflösenden Premiere-Filmkanal gar nicht erst abonniert, weil er ihn ja sowieso nicht sehen kann: das Kopierschutz-Flag überschreibt bei Pace sämtliche anderen Funktionen und ist selbst dann wirksam, wenn man gar keine für den Sender geeignete Smartcard hat und diesen somit überhaupt nicht empfangen kann: Bevor auch nur diese Meldung sichtbar werden kann, ist der Komponentenausgang schon abgeschaltet.

Dass der Receiver im Auslieferungszustand allerdings ausgerechnet fest auf dem Kanal Premiere HD Film startet – was für die Premiere-Zertifizierung Bedingung war, so der Hersteller – bedeutet, dass man nach jedem Abschalten des Gerätes beim nächsten Einschalten wieder kein Bild geliefert bekommt und das Gerät erneut blind auf einen anderen Kanal schalten muss, bevor man es bedienen kann. Allerdings kann man diese Startkanalfunktion auch auf einen anderen Kanal legen oder ganz abschalten, sodass das Gerät wie andere Receiver auch am nächsten Tag auf dem letzten benutzten Kanal wieder einschaltet. Hilfreich ist die eher ungewöhnliche Startkanalfunktion vermutlich für die Nutzer der Premiere Erotikkanäle, die nicht möchten, dass Frau oder Kinder am nächsten Tag entdecken, was Papi vor dem Fernseher einschlafen ließ…

Das Merkwürdige ist, dass der Receiver ja durchaus jedes HDTV-Signal am Komponentenausgang auf PAL-Auflösung herunter rechnen kann und hierzu auch bereits ein Tastendruck auf der Fernbedienung (Taste V-Format) ausreicht, was bei normalen Fernsehsendern in Standardauflösung insofern von Nutzen sein kann, weil sich dann Formate wie "4:3 letterboxed" (also die Ausstrahlung im Standardformat mit den berühmten schwarzen Balken) entsprechend auf volle Bildschirmgröße aufziehen lassen, während in HDTV-Einstellung derartige Funktionen stillgelegt sind und infolgedessen dümmstenfalls nun auf allen vier Seiten des Fernsehbilds ein dicker schwarzer Rand stehen bleibt. Doch wenn ein Kanal kopiergeschützt ist, wird eben nicht diese verringerte Auflösung an den Fernseher geliefert, sondern komplett abgeschaltet.

Pace HDTV-Empfänger mit der „Begrüßungsmeldung“, dass ein Bild wegen Kopierschutz leider nicht drin ist (Bild: W.D.Roth)

Nun empfiehlt Premiere ohnehin nur Displays mit HDMI-Anschluss – eben weil sonst ein ganzer HDTV-Kanal wertlos wird und es auch nicht garantiert werden kann, dass Discovery- und Sport-Kanal zukünftig kopierschutzfrei bleiben werden, auch wenn dies durchaus von Premiere so geplant ist. Wer sich jedoch mit einem Display ohne Kopierschutzfunktion einrichtet, könnte eines Tages bei einem entscheidenden Fußballspiel oder der HD-Übertragungen von der Marslandung unerwartet ohne Bild da stehen. Bevor sich der Sender dann von seinen verärgerten Kunden beschimpfen lassen muss, nimmt er lieber jetzt Beschimpfungen in Kauf, zumal Premiere sich diesen ganzen Schlamassel ja nicht ausgedacht hat. Und die Bildqualität ist am digitalen Anschluss ohnehin besser, zumal es eben durchaus wie in unserem Test bei der analogen Synchronisation zwischen Komponentenausgang und Display hapern kann.

Dass wir mit einer solchen absehbar problematischen Konfiguration testeten, löste bei den Beteiligten auch nicht gerade Freude aus, ist jedoch durchaus realistisch, wenn jemand nun mal einen entsprechenden Monitor oder Fernseher mit HDTV-Fähigkeit, doch ohne Kopierschutzfunktion, im Haus hat. Wegen eines einzigen Fernsehkanal wird deswegen niemand extra ein neues Gerät anschaffen wollen und Geräte mit Kopierschutz gibt es ja erst seit kurzem. Es ist aber auch klar, dass der Receiver an dieser Stelle eigentlich die Premiere-Spezifikation nicht einhält und Premiere da nur ein Auge zugedrückt hat, eben weil sie angesichts der Lizenzsituation dem analogen Komponentenausgang ohnehin keine Zukunft geben. Wer einen Fernseher hat, der auf das analoge HDTV-Signal angewiesen ist, sollte also besser einen anderen Receiver wählten, beispielsweise die HDTV-Box von Humax, die momentan auch das einzige andere lieferbare Gerät ist, das Premiere-HDTV empfangen kann. Und generell sollte man damit rechnen, dass Receiver und Fernseher sich nicht mögen könnten und sich ein Rückgaberecht vorbehalten.

Die Kanäle sind, wie für Premiere-zertifizierte Geräte üblich, ab Nummer 100 angelegt: Zuerst die Premiere-Kanäle, dann die der Pro 7 / Sat 1-Gruppe und aller Sender, die über das ehemalige Premiere-Satelliten-Playoutcenter (jetzt Astra Playout Center) ausgestrahlt werden, dann die restlichen TV-Kanäle, und zwar ungewöhnlicherweise alphabetisch geordnet: "Das Erste" liegt also direkt vor „Das Vierte" und das ZDF kommt erst ganz am Ende. Natürlich kann man die Reihenfolge der Sender ändern, allerdings nur über die Fernbedienung, nicht von einem Computer aus – derartige Software ist zumindest momentan noch nicht verfügbar.

Anschlüsse auf der Geräterückseite v.l.n.r.: Sat-Ausgang (für andere Receiver), Sat-Eingang, Scart für TV und Videorekorder (beide nicht HDTV), Audio analog Stereo, Video analog HDTV Komponenten, Video digital HDMI, Audio digital Dolby 5.1, USB (gegenwärtig ohne Funktion), Telefonmodem (gegenwärtig ohne Funktion), 230 Volt Netz (Bild: W.D.Roth)

Positiv ist eine Funktion aufgefallen, die sich um die bei der heutigen Digitaltechnik oft nicht mehr gegebene Lippensynchronisität kümmert: Da die Signalverarbeitung hochauflösender Displays eine gewisse Zeit benötigt, hängt das Bild bei HDTV-Displays dem Ton bereits sichtbar hinterher. Bei den im Fernseher eingebauten Lautsprechern wird dies meist technisch durch eine Verzögerung beim Ton korrigiert, doch an einer Dolby-Surround-Anlage fehlt diese Korrekturfunktion üblicherweise und man hört folglich den Knall bereits, bevor die Pistole sichtbar abgefeuert wird und Rauch aufsteigt. Das dazu vorgesehene Testsignal ist allerdings nicht ganz so scharf definiert wie ein Pistolenknall.

Zusammenfassend muss man sagen, das HDTV beim Fortschritt in der Bilddarstellung tatsächlich hält, was es verspricht und auch der Empfänger nicht so viel teurer ist als ein normaler Satellitenempfänger, das Zusammenspiel der Geräte aber nur klappt, wenn man den Fernseher auch gleich noch neu anschafft. Ebenso ärgerlich sind natürlich die ganzen Kopierschutzschikanen für Filmfans. Der Beratungsbedarf bei Käufern dürfte folglich erheblich sein, und witzigerweise wollen die beiden Hersteller der ersten für Premiere HDTV geeigneten Empfänger, Pace und Humax, prompt dieselbe Callcenter-Hotline von Combase für den technischen Support bei Anschlussproblemen nutzen. Gaby Ihsen, Leiterin des Customer Service Centers bei Combase, freut sich:

Wir sind wirklich stolz, europaweit der erste Dienstleister zu sein, der den Besitzern der ersten HDTV-Boxen mit seinem Know-how weiter hilft. Damit helfen wir auch, die Einführung des hoch auflösenden digitalen Fernsehens auf Trab zu bringen. Schließlich wollen sich einige Hunderttausend Fußballfans bis zum Beginn der Weltmeisterschaft die neue TV-Qualität ins Wohnzimmer holen.

Ob sich die Callcenter-Mitarbeiter auch noch freuen, wenn die Kunden später an ihnen den Frust ablassen, weil sich Empfänger und Fernseher ums Verrecken nicht mögen, ist natürlich eine ganz andere Frage...

Nicht mehr Knöpfe als bei anderen Satellitenreceivern: Fernbedienung (Bild: W.D.Roth)

Wer allerdings die Schnauze voll von der Bevormundung durch Hollywood hat, darf auch nicht mehr ins Kino gehen. Und die deutschen Filmstudios werden HDTV auch nicht weniger restriktiv handhaben als Hollywood. Ein Ein- und Ausschalten des Kopierschutzes je nach Filmlieferanten dürfte deshalb kein Sender anbieten, sondern das Kopierschutzsignal wie Premiere HD Film 24 Stunden am Tag durchlaufen lassen – die Gefahr, dass andernfalls Filme versehentlich freigeschaltet werden, die Kopierschutzrestriktionen unterliegen, und sich damit hohe Vertragsstrafen der Filmbranche einzufangen, dürfte zu groß sein.

Die Probleme des Testgeräts könnten in späteren Serien oder nach einem Softwareupdate ebenfalls behoben sein – es sind erst einige 1000 Geräte produziert und erst seit Ende Januar sollen größere Mengen in den Handel gekommen sein. Immerhin: ein chronischer Gerätemangel, der das neue System lähmt, wie einst bei D2-Mac oder DAB, ist nicht zu befürchten. Aber ohne einen neuen, zum HDTV-Empfänger passenden, Fernseher ist in der Praxis wohl nichts zu machen. Die Fußball-Weltmeisterschaft könnte da tatsächlich das Vehikel sein, das Emotionen über die beim Blick in den Geldbeutel einsetzende Vernunft hinweg entscheiden läßt.

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