Illegaler Ölverkauf um die Hälfte gesunken

Nach den russischen Ermittlungen gibt es drei wesentliche Öl-Schmuggelrouten, eine westliche, die zu den türkischen Mittelmeerhäfen, eine nördliche zu der türkischen Ölraffinerie Batman und eine östliche zu der Öl-Lagerstätte bei der Stadt Dschirse.

Russische Regierung legt "neue Beweise" für angebliche Verwicklung der Türkei in IS-Ölgeschäfte vor

Heute Mittag wurden in Moskau bei einem Presse-Briefing im "Nationalen Zentrum zur Verteidigung" die von Wladimir Putin in Paris angekündigten "neuen Beweise" gezeigt (Was ist dran an den russischen Vorwürfen zum IS-Öl-Schmuggel via Türkei?).

Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoly Antonow, erklärte, dass Präsident Erdogan und seine Familie "nach unseren Informationen in das kriminelle Geschäft involviert sind". Die Schmuggler vom IS verfügten über 8.500 Tanklastzüge, mit denen sie täglich bis zu 200.000 Barrel Öl transportieren. Ziel aller Transporte aus dem IS-Gebiet sei die Türkei.

Auf den zwei Fotos, aufgenommen am 13. November 2015, sind auf einer Straße, welche Syrien und die Türkei verbinden, eine große Zahl von Tanklastzügen zu sehen. Im Quadrat A sieht man 240 Tanklastzüge auf der türkischen Seite. Im Quadrat Б sind 46 Tanklastzüge und Lastwagen zu sehen, welche auf Abfertigung an der Grenze warten.

Während des Presse-Briefings wurden von der russischen Satellitenaufklärung aufgenommene Videos und Fotos von Öl-Tanklastwagen, Luftschlägen auf Öl-Tanks und Karten der Schmuggelrouten gezeigt .

Hier ist nach russischer Erklärung zu sehen, dass die "Lastwagen" den türkischen Grenzkontrollpunkt Rejchanly ohne Verzögerung passieren.

Insgesamt seien von der russischen Luftwaffe 32 ölverarbeitende Zentren, elf ölverarbeitende Anlagen und 23 Pumpstationen beschädigt und 1.080 Öl-Tankwagen zerstört worden.

Aufnahmen vom 25. November, die angeblich die Tanklastzüge in den türkischen Häfen Dertiol und Iskenderun zeigen. Jeden Tag werde in diesen Häfen ein Öl-Tanker beladen.

Nach Aussage von Generalleutnant Sergej Rudskoj ist das Einkommen des IS seit den vor zwei Monaten begonnenen russischen Luftschlägen von drei Millionen Dollar am Tag auf 1,5 Millionen Dollar am Tag gesunken.

Die Aufnahme vom 18. Oktober zeigt 390 Tanklastzüge auf der (mittleren) Nord-Route, 14 Kilometer östlich der syrischen Stadt Deir-es-sor.
3.000 Öl-Tankwagen und Lastwagen elf Kilometer südöstlich der türkischen Stadt Silopi.
Das Verteidigungsministerium stellte auch einige Videos zur Verfügung, die zeigen sollen, dass russische Flugzeuge Öl-Anlagen angegriffen haben.

(Ulrich Heyden)

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