Internet ist zweitstärkstes Meinungsmedium

Meinungsmacht der großen Medien Konzerne in Deutschland sinkt weiter

Die Meinungsmacht des Internet steigt, die der großen Medienkonzerne in Deutschland sinkt weiter. So lässt sich das Ergebnis aus dem aktuellen "MedienVielfaltsMonitor 2016 I" der Landesmedienanstalten zusammenfassen, den diese gerade in Berlin vorgestellt haben.

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Der MedienVielfaltsMonitor "zeigt", wie es auf der entsprechenden Internetseite heißt, "das Gewicht der Medien für die Informations- und Meinungsbildung [auf] und gibt Aufschluss über die Meinungsmacht der Medienkonzerne".

Die aktuellen Forschungsergebnisse bringen zum Vorschein, dass das Internet, was seine Bedeutung im Hinblick auf die Meinungsbildung angeht, im ersten Halbjahr 2016 um 0,7 Prozentpunkte angestiegen ist und damit bei 22,3 Prozent liegt. Mit diesem Wert liege das Internet auf Rang zwei als "Meinungsmedium". Damit stehe es noch vor den Tageszeitungen, die sich bei 20,7 Prozent "stabilisiert" haben.

Das Fernsehen habe hingegen 0,7 Prozentpunkte verloren, sei "aber mit 35,7 Prozent weiterhin unangefochten das meinungsmächtigste Medium", so die Landesmedienanstalten. Ein Abwärtstrend könne hingegen beim Hörfunk identifiziert werden. Innerhalb eines Jahres sei der Anteil des Radios am Meinungsbildungsgwicht um 1,2 Prozentpunkte auf nunmehr 18,7 Prozent gesunken.

Ein deutlich anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen betrachtet wird. Bei dieser Altersgruppe zeigt der MedienVielfaltsMonitor auf, dass "das Internet mit einem Anteil von 46 Prozent das mit Abstand höchste Meinungsbildungsgewicht, vor dem Fernsehen mit 24,8 Prozent und dem Hörfunk mit 17,6 Prozent" hat.

Die Printmedien, das heißt sowohl Tageszeitungen als auch Zeitschriften, haben bei den Jüngeren einen schweren Stand. Diese sind mit 9,8 Prozent (Tageszeitungen) bzw. 1,8 Prozent (Printmedien) in der genannten Altersgruppe wenig populär. Allerdings würden die Printmedien über ihre Online-Auftritte die jüngeren Mediennutzer durchaus erreichen. Die festgestellten Rückgänge bei den Printmedien könnten über die Onlineangebote "zunehmend" ausgeglichen werden.

Insgesamt bringen die aktuellen Forschungsergebnisse zum Vorschein, dass der Einfluss der 15 Top-Medienkonzerne in Deutschland auf die Meinungsbildung der Bürger "in den vergangenen drei Jahren um mehr als 3 Prozentpunkte gesunken" ist, wie es in einer Pressemitteilung der Landesmedienanstalten heißt. In der ersten Hälfte 2016 habe der Marktanteil aller 15 Spitzenmedienkonzerne am deutschen Meinungsmarkt bei 76,2 Prozent gelegen. Damit liege der Marktanteil niedriger, als es im ersten Halbjahr 2013 gewesen sei, das heißt ein Rückgang um 3,4 Prozent konnte festgestellt werden.

Insbesondere die drei Top-Medienkonzerne ARD, Bertelsmann und Axel Springer seien demnach von der Entwicklung betroffen. Das ZDF, Burda und Funke ("basierend auf Angebotsausweitungen und Akzeptanzgewinnen) konnten als einzige "Top-15-Medienkonzerne" im Hinblick auf die Meinungsrelevanz "zulegen". (Marcus Klöckner)

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