Israelisches Militär schoss gestern Abend eine syrische Drohne über den Golan-Höhen ab

Patriot-System der israelischen Armee. Bild: IDF

Erst am Vormittag hatten vermutlich israelische Flugzeuge ein Waffenlager in Damaskus bombardiert

Im Februar und im März hatten israelische Kampfflugzeuge einige Ziele in Syrien bombardiert. Angeblich sollte verhindert werden, dass Waffen über Syrien an die Hisbollah im Libanon gelangen. Im März feuerte die syrische Luftabwehr einige Raketen ab, eine davon wurde über israelischem Territorium abgeschossen. Letzten Samstag wurde erstmals ein Trainingscamp einer pro-syrischen Miliz bombardiert, einige Kämpfer sollen dabei getötet worden sein. Überdies wurden israelische Truppen aus dem Gaza-Streifen beschossen, israelische Panzer feuerten zurück.

Am Donnerstagmorgen gab es in der Nähe des internationalen Flughafens in Damaskus eine große Explosion. Vermutlich haben israelische Flugzeuge das Ziel bombardiert. Angeblich hat es sich um ein Waffenlager der Hisbollah gehandelt. Kurz davor sollen vier iranische Transportflugzeuge gelandet sein. Vermutlich gehen israelische Sicherheitskräfte davon aus, dass mit den Flügen Waffen nach Syrien geliefert werden, um die Hisbollah zu unterstützen, die mit mehreren tausend Kämpfern die syrischen Truppen unterstützt. Russland und Iran kritisierten den Angriff.

Es sieht gerade so aus, als würde Israel nach und nach in den Konflikt in Syrien hineingezogen, in den auf der anderen Seite die Türkei nun massiv eingestiegen ist (Ankara im Konflikt mit Washington, Moskau und Bagdad). Gestern nun gab das israelische Militär bekannt, ein "Ziel" über den Golanhöhen mit einer Patriot-Rakete abgeschossen zu haben. Nach Medienberichten wurden zwei Raketen abgeschossen (Video).

Israelische Medien berichten, es habe sich um eine Drohne gehandelt, die gestern Abend in den israelischen Luftraum über den Golanhöhen eingedrungen sei, die Israel seit 1967 besetzt hält. Sie gehören eigentlich zu Syrien. Das wurde schließlich auch vom israelischen Militär bestätigt. Man lasse keine Verletzung des israelischen Luftraums zu und gehe gegen jeden Versuch des Eindringens vor. Angeblich soll es sich um eine syrische Drohne gehandelt haben. Gut möglich ist, dass Syrien bzw. die Hisbollah damit Israel warnen wollen. Allerdings gehen israelische Beobachter davon aus, dass die syrischen Streitkräfte und die Hisbollah-Milizen so geschwächt sind, dass sie einen direkten militärischen Konflikt mit Israel wohl vermeiden wollen.

Besonders betont wird, dass die Drohne unter "genauer Beobachtung" stand, nachdem sie im israelischen Luftraum war. 2012 war eine von der Hisbollah gesteuerte iranische Drohne weit nach Israel eingedrungen und wurde erst kurz vor dem Reaktor Dimona abgeschossen. Danach wurde das Patriot-System an die Golan-Höhen verlegt und begann eine Diskussion um die "Terrordrohnen". Auch im letzten Jahr war eine Drohne aus Syrien weit in den israelischen Luftraum eingedrungen. Trotz Abschuss zweier Patriot-Raketen und dem Einsatz eines Kampfflugzeugs konnte die Drohne unbeschädigt nach Syrien zurückkehren.

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