Katar liefert Frackinggas aus US-Förderung

Ampel goes Fracking

Hierzulande wollen derweil diejenigen, die noch vor wenigen Jahren in Hamburg alle Proteste gegen Wladimir Putin und andere mit brachialer Polizeigewalt und den üblichen illegalen Maßnahmen unterbanden, nun unbedingt und ganz schnell sich aus der Abhängigkeit von russischen Energierohstoffen befreien.

Nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass", soll das nicht etwa durch Energieeinsparungen, Tempolimit oder dem Hinterfragen der aus vielerlei Gründen extrem schädlichen Plastikflut oder dem viel zu starken Kunstdüngereinsatz geschehen, die einen nicht unwesentlichen Teil des deutschen Erdgasverbrauchs schlucken.

Vielmehr soll, wie mehrfach berichtet, Frackinggas aus den USA und konventionelles Erdgas aus Katar die große Lücke schließen, die durch einen Verzicht auf russische Gasimporte entstünde. Doch das ist einfacher gesagt als getan.

Das Erdöl ist noch relativ leicht auf dem Weltmarkt zu bekommen, nur gibt es eben hierzulandeProbleme für strukturschwache Regionen wie den Nordosten Brandenburgs, wenn es für die dortige Raffinerie in Schwedt keine Arbeit mehr gibt.

Der internationale Markt für Erdgas ist hingegen viel enger. Doch die Berliner Ampel räumt per "LNG-Beschleunigungsgesetz" für neue Flüssiggas-Terminals mal eben den Umweltschutz ab und verspricht Geschäfte mit Katar.

Katar: Erdgas vom persischen Golf ab 2026

Auch Katar ist übrigens im jemenitischen Bürgerkrieg stark engagiert und finanziert die von Saudi-Arabien bekämpfte Seite. Aber das ist natürlich nicht so schlimm wie der russische Krieg gegen die Ukraine, der der Grund für die Suche nach neuen Gaslieferanten ist.

Ende vergangener Woche war hoher Besuch aus dem Emirat in Berlin, um mit der Bundesregierung Absichtserklärungen zu unterschreiben. Ab 2024 will Katar liefern und zwar aus US-Förderung. Frackinggas also. Erdgas vom persischen Golf gibt es dann ab 2026.

Das wird aus dem weltgrößten Gasfeld stammen, das unter dem Persischen Golf liegt, und dessen Ausbeutung Katar sich mit dem Iran teilt. Ob das auch in Zukunft konfliktfrei möglich ist? Und wie sicher wird die Belieferung mit dem dortigen Gas wohl sein, wenn der Westen in der Region weiter zündelt.

Waldbrände in Pakistan

Derweil ist die Hitzewelle in Teilen Südasiens vorerst vorbei, wie die Daten der dortigen Wetterstationen zeigen. Allerdings hat sie zuvor noch für verheerende Brände in Pakistan gesorgt.

In den zentral-pakistanischen Suleman-Bergen brennt seit dem 9. Mai ein großer Pinienwald, der für die ansässige Bevölkerung eine wichtige ökonomische Rolle spielt. 640 Tonnen Pinienkerne würden dort jährlich geerntet, schreibt eine pakistanische Fridays-for-Future-Gruppe auf Twitter.

Auch hierzulande hat uns in den letzten Tagen das Klima mal wieder gezeigt, was eine Harke ist. Schwere Unwetter haben am Wochenende eine Spur der Verwüstungen durch Nordrhein-Westfalen gezogen. Mindestens drei Tornados wurden gezählt, ein Wetterphänomen, das früher hierzulande Windhose genannt wurde und eher selten auftrat.

Dabei handelt es sich um extrem starke, aber kleinräumige Wirbelwinde mit Durchmesser von maximal einigen wenigen hundert Metern. In Paderborn hat es am Samstag einen Baum so stark verdreht, dass der Stamm innerlich zerriss und umfiel.

Und war das nun mal wieder der Klimawandel? Das werden in den nächsten Wochen vermutlich die sogenannten Attributionsforscher klären.

Diese bestimmen die Wahrscheinlichkeit extremer Wettereignisse, in dem sie zum einen in den historischen Daten nachschauen und zum anderen mit Klimamodellen simulieren, wie häufig das entsprechende Phänomen in einer kühleren Welt ohne die inzwischen in der Atmosphäre angereicherten Treibhausgase auftreten würde. Warten wir es ab. (Wolfgang Pomrehn)