Klimatismus und der Mythos vom 97%-Konsens

2. IPCC: Plattform für alle Meinungen oder Replikator der herrschenden Meinung?

Die maßgebliche Rolle in der Auseinandersetzung zum Klimawandel spielt das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Das IPCC ist keine freie, autonome wissenschaftliche Einrichtung, in der jeder interessierte einschlägig qualifizierte Wissenschaftler tätig werden kann. Es steht auch inhaltlich nicht allen Denkrichtungen, die es zum Klimawandel gibt, prinzipiell offen.

Wie bereits der Name aufzeigt, handelt es sich um eine zwischenstaatliche Einrichtung. Gegründet 1988, gehören dem IPCC gegenwärtig 195 Staaten an, die gleichzeitig Mitglied der UN bzw. der World Meteorological Organization sind. Das IPCC hat bisher fünf Bewertungsberichte vorgelegt.

Das IPCC betreibt selbst keine Forschung. Seine Aufgabe besteht darin, anderwärts veröffentlichte wissenschaftliche Literatur auszuwählen, systematisch auszuwerten und die Ergebnisse dem obersten IPCC-Gremium, dem sog. Panel aus den staatlichen Regierungsvertretern als Beratungshilfe vorzulegen.

Will man die Berichte des IPCC in einem machtpolitischen Sinn verstehen, ist die Kenntnis der personellen Zusammensetzungs- und inhaltlichen Genehmigungsprozeduren unbedingt erforderlich. Es versteht sich von selbst, dass die Gründer des IPCC, die Staaten, das Heft des Handelns dieser Organisation fest in ihrer Hand halten wollen. Es geht schließlich um die Erstellung wissenschaftlicher Grundlagen, die in ihrer Konsequenz Billionen Dollar schwere Transformationsmaßnahmen auslösen und rechtfertigen sollen. Der gesamte Prozess der Erstellung der Bewertungsberichte ist daher im Interesse der Sicherstellung des staatlichen Einflusses äußerst straff organisiert.

Das staatlich besetzte Gremium (Panel) entscheidet über das Budget und das Arbeitsprogramm des IPCC, Umfang und Gliederung seiner Berichte, Fragen im Zusammenhang mit Grundsätzen und Verfahren des IPCC sowie über die Struktur und das Mandat der IPCC-Arbeitsgruppen und Task Forces. Die Regierungsvertreter wählen das Präsidium (Bureau). Dieses berät die staatlichen Vertreter in Management- und strategischen Fragen.

Die Auswahl der IPCC-Experten

Ein entscheidender Prozess ist die Auswahl der IPCC-Experten, die die Bewertungsprozesse zur Erstellung der Berichte leiten. Sie werden als koordinierende Hauptautoren (CLAs), Hauptautoren (LAs), Autoren (CAs) und Überprüfungsredakteure (REs) zur Erstellung von IPCC-Berichten tätig. Das aus Wissenschaftlern bestehende IPCC-Präsidium entscheidet nun aber nicht frei über den Kreis der einzusetzenden wissenschaftlichen Autoren. Im ersten Schritt identifizieren vielmehr die Regierungen und interessanterweise auch Beobachterorganisationen, zu denen etwa NGO wie die Heinrich Böll Stiftung gehören, geeignete Experten für jeden Bereich in den Bewertungsberichten und nehmen dann entsprechende Nominierungen vor. Nach Ablauf der Nominierungsfrist wählt das Büro der zuständigen IPCC-Arbeitsgruppe die Experten aus. Das Präsidium ist verpflichtet, zum frühestmöglichen Zeitpunkt alle Regierungen und teilnehmenden Organisationen darüber zu informieren, wer die koordinierenden Hauptautoren und Hauptautoren für verschiedene Kapitel sind, und den allgemeinen Inhaltsbereich angeben, den diese Autoren zu dem Kapitel beitragen werden.

Die Hauptautoren arbeiten in Teams und können Experten aus der Industrie und von Nichtregierungsorganisationen einbeziehen. Mitwirkende Autoren stellen in Form von Texten, Grafiken oder Daten spezifisches Wissen in einem bestimmten Bereich zur Verfügung. Die Rekrutierung der IPCC-Experten steht im Übrigen ganz grundsätzlich unter dem programmatischen Leitsatz "understanding the scientific basis of risk of human-induced climate change". Ein bestimmtes von mehreren möglichen Ergebnissen der wissenschaftlichen Fragestellung ist bereits Programm. Die anthropogen gesetzte Ursache für den Klimawandel ist damit für Personalauswahl und inhaltliche Aufbereitung eine vorselektive Leitlinie. Es werden in dem IPCC-Expertenkreis mit einiger Wahrscheinlichkeit keine Wissenschaftler vertreten sein, die das AGW-Modell nicht oder nicht als überwiegende Ursache für den Klimawandel betrachten. Auch kommt es immer wieder vor, dass innerhalb des IPCC kein Konsens gefunden werden kann und Wissenschaftler aus Protest ausscheiden. So etwa John R. Christy, Professor of Atmospheric Science, Alabama State Climatologist, der die über Klimamodelle erzeugten Ergebnisse wissenschaftlich für nicht tragfähig hält.

Die Genehmigung der Bewertungsberichte

Die Arbeitsprozesse des IPCC sind genauestens festgelegt. Die staatlichen Vertreter der IPCC-Mitgliedsregierungen treffen sich zu Plenarsitzungen, an denen Beamte und Experten aus einschlägigen Ministerien, Agenturen und Forschungseinrichtungen aus den Mitgliedsländern und aus Beobachterorganisationen teilnehmen. Die wichtigste Arbeit des staatlichen Entscheidungsgremiums ist die Genehmigung der Bewertungsberichte. Die Bewertungsberichte bestehen aus Beiträgen der drei Working Groups (WG) und einem Synthesebericht, in den diese Beiträge und alle in einem Bewertungszyklus erstellten Sonderberichte integriert sind. WGI bewertet die physikalisch-wissenschaftlichen Aspekte des Klimasystems und des Klimawandels. WG II bewertet die Anfälligkeit sozioökonomischer und natürlicher Systeme für den Klimawandel, die negativen und positiven Folgen des Klimawandels sowie Anpassungsmöglichkeiten. WG III bewertet Optionen zur Eindämmung des Klimawandels durch Begrenzung oder Verhinderung von Treibhausgasemissionen und Verbesserung von Aktivitäten, die diese aus der Atmosphäre entfernen.

Die IPCC-Bewertungsberichte können neben wissenschaftlichen Artikeln aus allgemein zugänglichen Quellen ausdrücklich auch nicht veröffentlichte Berichte und solche ohne peer review einbeziehen, insbesondere Informationen über die Erfahrungen und Praktiken des Privatsektors bei Minderungs- und Anpassungsaktivitäten.

Bereits bei der Erstellung des endgültigen Entwurfs eines Bewertungsberichts müssen die eingereichten Kommentare von Regierungen und Experten durch Überarbeitung der Texte berücksichtigt werden.

Eine in politischer Hinsicht ausschlaggebende Rolle kommt den Summaries for Policymakers zu (SPM, Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger), die sowohl in den einzelnen Bewertungsberichten, Sonderberichten als auch in dem Synthesebericht enthalten sind. Diese komprimierten Zusammenstellungen bilden die zentrale Grundlage für die politischen Entscheidungen der Staatsregierungen in ihren Heimatländern. Es verwundert nicht, dass diese von den Autoren erstellten Summaries von den Regierungsvertretern in einer mehrtägigen Sitzung Zeile für Zeile genehmigt werden müssen. Im Falle einer von den Regierungsvertretern verlangten Änderung in einem SPM müssen die Bewertungsberichte der drei Working Groups entsprechend angepasst werden. Die SPM werden in Sitzungen der jeweiligen WG unter Beteiligung der Regierungsvertreter genehmigt. Das oberste IPCC-Gremium, das mit Regierungsvertretern besetzte Panel, überprüft dann den Bericht, stellt wesentliche Meinungsverschiedenheiten fest und akzeptiert ihn offiziell.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die wissenschaftliche Arbeit des IPCC personell und inhaltlich durch politische Entscheidungen der staatlichen Regierungsvertreter maßgeblich vorstrukturiert und beeinflusst wird. Die Bewertungsberichte und insbesondere das Summary for Policymakers können somit nicht als bloße neutrale Widerspiegelung der Meinung wissenschaftlicher Experten verstanden werden.

Die IPCC-Autoren zur Ursache des Klimawandels und die beigezogene Literatur

Im Weiteren wird auf den 5. Assessment Report (AR) von 2013/14 Bezug genommen, da der 6. AR wahrscheinlich erst im kommenden Jahr genehmigt wird. Richtig ist, wie immer wieder öffentlich betont wird, dass die IPCC-Berichte von einer großen Zahl an Wissenschaftlern erstellt werden. Der 5. AR wurde von insgesamt 831 Experten aus 80 Ländern erstellt, die als koordinierende Hauptautoren, Hauptautoren und Überprüfungsredakteure für die verschiedenen Berichtskapitel tätig geworden sind. Zusätzlich haben die Leitautoren zur Auswertung des wissenschaftlichen Fachstandes etwa 1.000 Nebenautoren herangezogen, die weiteres Material oder Informationen für die Abfassung geliefert haben. Insgesamt haben damit ca. 1.800 Autoren an der Erstellung des 5. AR mitgewirkt.

Nicht alle dieser Autoren haben allerdings zum Thema der anthropogenen Verursachung der Temperatursteigerung gearbeitet, sondern zu den verschiedenen Aspekten der in den WG I-III relevanten Aspekte. Allein die "Physical Science Basis" der WG I enthält 14 Kapitel auf insgesamt 1550 Seiten, etwa Beobachtungen zu Atmosphäre, Erdoberfläche, Ozeanen, Eisgebieten und etwa die Bewertung von Klimamodellen. Dieser Bericht der WG I zitiert im Übrigen über 9.200 wissenschaftliche Publikationen.

Für die vorliegend interessierende Frage nach dem Konsens über die anthropogen verursachte Temperatursteigerung ist dagegen aus diesem Bericht nur Kapitel 8 Anthropogenic and Natural Radiative Forcing (Anthropogener und natürlicher Strahlungsantrieb) maßgeblich. Denn dort werden die zentralen Ursachen des Klimawandels, insbesondere die Treiber der Temperatursteigerungen identifiziert.

Das Kapitel 8 wurde von insgesamt 41 Autoren aus zehn Staaten verfasst. Davon stammen 22 Autoren (54%) aus dem UK (9) und den USA (13). Deutschland war bei Kapitel 8 mit einem Wissenschaftler vertreten. Der in der öffentlichen Diskussion entscheidende Aspekt der anthropogenen Verursachung, wie er in Kapitel 8 dargestellt wird, ist auf Seiten des IPCC daher mitnichten, wie oft insinuiert wird, von tausenden, sondern lediglich von 41 IPCC-Wissenschaftlern erarbeitet worden. Auch die geografische Rekrutierung des Personals lässt eine globale Repräsentanz vermissen.

Angesichts der zahlenmäßigen Übersichtlichkeit der IPCC-Autoren von Kapital 8 ist von besonderem Interesse, in welchem Umfang von ihnen wissenschaftliche Literatur in den Bewertungsprozess einbezogen wurde. Aus dem Anhang zu Kapitel 8 ergibt sich, dass speziell für dieses Kapitel insgesamt 309 wissenschaftliche Artikel ausgewertet wurden. Davon handelten 78 von radiative forcing, also den Strahlungsantrieben als Ursache der registrierten Temperatursteigerung. Ob diese Literaturauswahl das Spektrum der dazu bestehenden wissenschaftlichen Meinungen abdeckt, kann hier nicht beurteilt werden. Jedenfalls kann nicht behauptet werden, dass speziell die anthropogene Ursachensetzung des Klimawandels durch die IPCC-Auswertung von tausenden wissenschaftlichen Artikeln bestätigt worden ist.

Hinter der beigezogenen wissenschaftlichen Literatur stehen häufig Autorenteams, ebenso oft stammen mehrere Artikel aber auch von demselben Autor. Die 309 in Kapitel 8 zitierten Artikel sind von insgesamt 446 Autoren verfasst worden, davon haben 125 Autoren mehrere Artikel (mit-)verfasst. Auch bei der Zahl der zur anthropogenen Verursachung zitierten Autoren sollte daher in der Öffentlichkeit nicht mit Tausendern gearbeitet werden.

Bedenklich ist, dass in einer stattlichen Anzahl der einbezogenen und begutachteten Artikel eine Selbstbegutachtung eigener Artikel durch die IPCC-Gutachter vorlag. In den insgesamt 309 beigezogenen Artikeln von Kapital 8 tauchen 25 der insgesamt 41 IPCC-Gutachter in 123 Artikeln selbst als Haupt- oder Mitautor auf. Das bedeutet, bei 39% aller Artikel wurden von den IPCC-Gutachtern eigene (mit-)verfasste Artikel begutachtet. Wegen der großen Anzahl eigener Artikel besonders erwähnenswert sind D. T. Shindell (Coordinating Lead Author) mit 19 Artikeln, A. Robock (Lead Author) mit 11 Artikel, V. Ramaswamy (Contributing Author) und G. Myhre (Coordinating Lead Author) mit jeweils 10 Artikel.

Die vom IPCC vertretene These zur Ursache des Klimawandels

Die Meinung der Autoren von Kapitel 8: Menschliche Aktivitäten haben eine Vielzahl von Veränderungen bei verschiedenen Strahlungsantrieben in der Atmosphäre oder auf der Landoberfläche verursacht. Eine große Anzahl von Treibhausgasen hat im Industriezeitalter erheblich zugenommen und einige dieser Gase seien vollständig anthropogenen Ursprungs. Atmosphärische Aerosole hätten vielfältige und komplexe Einflüsse auf das Klima. Menschliche Aktivitäten haben die Landbedeckung verändert und die Oberflächenalbedo verändert. Einige der Gase und Aerosole werden direkt in die Atmosphäre abgegeben, während andere Nebenprodukte chemischer Reaktionen emittierter Komponenten sind.

Das Anwachsen der temperatursteigernden Strahlungsantriebe wird von der WGI durch den Vergleich der Bedingungen des Jahres 2011 mit denen aus 1750 gemessen. Die WGI stellt insoweit eine Steigerung um 2,34 W/m2 fest (gemessen in der atmosphärischen Tropopause, d. i. die Grenzfläche der Erdatmosphäre in etwa 10 km Höhe). Der Hauptanteil entfällt mit 1,68 W/ m2 auf die Zunahme der CO2-Konzentration. Alle langlebigen anthropogenen Treibhausgase zusammen verursachten eine Erhöhung des Strahlungsantriebs um 3 W/ m2. Abgeschwächt wurde deren Wirkung durch die entgegengesetzte Wirkung von Aerosolen und Landnutzung. Im Saldo beträgt der anthropogen verursachte Strahlungsantrieb (2011 zu 1750) 2,29 W/ m2. Sonne und Vulkaneruptionen als Strahlungsantriebe liefern dagegen nur 0,05 W/ m2. Damit sind für die WGI die anthropogen erzeugten Strahlungsantriebe mit einem Anteil von 98% absolut dominierend.

Grafik: Friedrich Homann

Gestützt auf diesen Befund, ordnet die WGI (SPM D.3 und WGI 10.3) den für den Zeitraum 1951 bis 2010 registrierten Anstieg der mittleren globalen oberflächennahen Temperatur von 0,65°C den einzelnen Treibern zu. Anthropogene Treibhausgase haben eine Temperaturerhöhung von 0,9°C ausgelöst, die wiederum durch andere anthropogene (negative) Treiber um -0,25°C partiell kompensiert wurde. Sonne und Vulkane hatten in diesem Zeitraum keinen temperatursteigernden Einfluss.

Ursachen für Anstieg der mittleren globalen Oberflächentemperatur von 1951 bis 2010: 0,65°C
von °C bis °C Mittel °C
Treibhausgase 0,5 1,3 0,90
Andere anthropogene Treiber -0,6 0,1 -0,25
Sonne, Vulkane -0,1 0,1 0,00
Temperaturanstieg gesamt -0,2 1,5 0,65
Tabelle: Friedrich Homann

Die vorstehend aufgelisteten IPCC-Zahlen erzeugen den Eindruck eines zu 100 Prozent vom Menschen verursachten Temperaturanstiegs. Allerdings sind zu allen Komponenten vom IPCC erhebliche Unsicherheitsbereiche ausgewiesen. So liegt der Unsicherheitsbereich für den größten Treiber CO2 in einer Spanne von 1,33 bis 2,03 W/ m2. Für die anthropogenen Treiber von insgesamt 2,29 W/ m2 wird der Unsicherheitsbereich mit 1,13 - 3,33 W/ m2 ausgewiesen. Der daraus resultierende Unsicherheitsbereich für die Temperatursteigerung 1951-2011 liegt zwischen -0,2 und 1,5°C (siehe Tabelle).

Zur Interpretation der Daten ist es auch notwendig, den für jeden Strahlungsantrieb vom IPCC ausgewiesenen Vertrauenslevel in die zugrunde gelegten Daten zu berücksichtigen (siehe Kapitel 8, table 8.5). Während der Vertrauenslevel bei Treibhausgasen mit sehr hoch angegeben wird, wird er z. B. bei der Aerosol-Wolken-Interaktion mit niedrig beschrieben; der der Sonnenstrahlung ist mittel.

Nur aus dem Zusammenspiel dieser Daten, Unsicherheitsbereiche und Vertrauenslevel kann die Formulierung verstanden werden, wie sie sich im Summary for Policymakers wiederfindet. Gleichlautend im SPM des Synthesis Report (Ziff. 1.2 Causes of climate change) und im SPM WGI (D.3 Detection and Attribution of Climate Change) heißt es:

It is extremely likely that more than half of the observed increase in global average surface temperature from 1951 to 2010 was caused by the anthropogenic increase in greenhouse gas concentrations and other anthropogenic forcings together. The best estimate of the human-induced contribution to warming is similar to the observed warming over this period.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass mehr als die Hälfte des beobachteten Anstiegs der globalen durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 1951 bis 2010 durch den anthropogenen Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen und anderer anthropogener Kräfte zusammen verursacht wurde. Die beste Schätzung des vom Menschen verursachten Beitrags zur Erwärmung ähnelt der beobachteten Erwärmung über diesen Zeitraum

In einfachen Worten: äußerst wahrscheinlich mehr als die Hälfte, nach bester Schätzung nahezu 100% anthropogener Ursachenbeitrag.

Mit dieser nicht ganz eindeutigen Festlegung kann man die vom IPCC vertretene - und von den Staatsregierungen mehrheitlich gebilligte - Ansicht der weiter oben dargestellten herrschenden Meinung zuordnen, also dem 66%-Konsens. Dieser Konsens bezieht sich ebenfalls auf eine Spanne des anthropogenen Ursachenbeitrags von mehr als 50% bis zu 100% (bzw. > 100%).

Wenn man dagegen die IPCC-Aussage im Sinne einer 100% anthropogenen Verursachung verstanden wissen will, würde es sich um eine Minderheitsmeinung handeln; eine solche wird nach den vorgestellten Konsensstudien nur von 30% der Wissenschaftler unterstützt.

Aber es ist auch festzuhalten, dass die Vertreter der Mindermeinung, immerhin gut ein Drittel der Wissenschaftler, mit ihrer Auffassung eines geringeren Ursachenbeitrags der Menschen zum Klimawandel, weder personell noch inhaltlich in den IPCC-Berichten Berücksichtigung finden.